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Vietnam: USA verlor den Krieg trotz militärischer Siege
Die Tet-Offensive zerschlug die Vietcong, doch der Rückzug begann. Der Vietnamkrieg kostete 145 Milliarden Dollar und beendete die Goldwährung.
Warum die USA Vietnam verloren, obwohl sie jede Schlacht gewannen
Die Tet-Offensive von 1968 ließ die Vietcong auf dem Schlachtfeld praktisch ausgelöscht zurück. Militärisch dominierten die Vereinigten Staaten vollständig. Genau in diesem Moment des größten taktischen Erfolgs begann Washington einzusehen, dass es den Vietnamkrieg nicht gewinnen würde. Diese Paradoxie – jeden Kampf zu siegen und dennoch den Konflikt zu verlieren – steht im Zentrum des Geschehens.
Eine Armee, die alle Schlachten gewann, aber keinen Boden gutmachte
Das Kräfteverhältnis war erdrückend. Der Feind «konnte dich jederzeit und überall überraschen, ohne Vorwarnung und mit unüberbietbarer Feuerkraft», fasste ein Kämpfer der Vietcong zusammen. Die USA kontrollierten Luft, Artillerie und Kommunikation. Über Vietnam wurden so viele Bomben abgeworfen wie über Japan und Europa im Zweiten Weltkrieg. Die Guerilla hingegen überlebte verteilt in Dörfern und Tunneln, wohl wissend, dass jede Konzentration das Todesurteil bedeutete.
Deshalb kämpfte sie als Guerilla: Es war die einzige Möglichkeit, gegen eine Industriemacht standzuhalten. Jedes Mal, wenn sich die Vietcong für eine konventionelle Schlacht formierten, zerbrachen sie unter helikoptergestütztem Feuer und Flächenbombardements. Und trotzdem endete der Krieg nicht. Sie erhielt ständig Verstärkung, gerade weil sie ständig Verluste hinnehmen musste.
Was war die Tet-Offensive und warum veränderte sie den Krieg?
Januar 1968. Die Guerillakämpfer verlassen ihre Verstecke und greifen gleichzeitig an allen Fronten an, sogar die US-Botschaft in Saigon. Der Versuch ist ein taktisches Desaster: Tausende sterben, und nach Angaben der nordvietnamesischen Führung wird das Ziel eines Volksaufstands im Süden nicht erreicht. Die Vietcong hörten als organisierte Kraft auf, praktisch zu existieren; danach trug die reguläre Nordarmee die Hauptlast.
Bemerkenswert ist, was danach geschah. Lyndon B. Johnson kündigte an, nicht zur Wiederwahl anzutreten. Robert McNamara, Verteidigungsminister, trat zurück. General Westmoreland, der 1967 erklärt hatte, «das Ende sei abzusehen», forderte 400.000 zusätzliche Soldaten. Niemand in Washington schien dies als Sieg zu betrachten.
Die Heimatfront, die den Krieg entschied
Der entscheidende Faktor lag nicht im Dschungel. Eine gängige Interpretation des Konflikts fasst es so zusammen: Kriege werden an der Heimatfront gewonnen und verloren. Die amerikanische Gesellschaft war, in Worten dieser Analyse, «bürgerlich, hedonistisch und opulent» und duldete keinen langen Abnutzungskrieg mit Toten im Fernsehen. Einen Guerillakrieg kann man durch Töten verlieren: Verliert, wer die eigene Leichenbilanz nicht aushält.
Es gibt jedoch eine zweite, weniger sentimentale Hypothese. Ein Teil der Analyse behauptet, die USA hätten die Tet-Offensive nicht verloren, sondern gewonnen. Es war die öffentliche Wahrnehmung – und die Berichterstattung, die zeigte, dass der Feind noch immer großangelegte Offensiven koordinieren konnte –, die den militärischen Sieg in eine politische Niederlage verwandelte. Die Regierung hatte monatelang betont, alles laufe gut.
145 Milliarden Dollar, die die Goldwährung stürzten
Hier kommt die harte Zahl ins Spiel. Nach den Daten dieser Analyse kostete der Krieg 145 Milliarden Dollar (Stand 1974), eine Summe, die auf 300 Milliarden Dollar steigt, rechnet man Veteranenversorgung und Schuldzinsen hinzu. Die Ausgaben waren nicht tragbar. Die Rechnung riss die Goldwährung mit sich und damit einen Pfeiler des Nachkriegs-Finanzsystems.
Man muss kein Ökonom sein, um die Falle zu erkennen. Ein Land kann über die größte Feuerkraft der Welt verfügen und gleichzeitig einen Konflikt, der seine Existenz nicht bedroht, unbegrenzt finanzieren können. Zogen sich die USA zurück, weil die Guerilla unbesiegbar war, oder weil die Kosten explodierten?
Bombardierung von Laos und Kambodscha: Wenn die Lösung das Problem vergrößert
Operationen außerhalb Vietnams brachten keine Vorteile. Die Pathet Lao, die kommunistische Guerilla in Laos, war «nur eine Randerscheinung, bis die USA begannen, Laos zu bombardieren». Auch die Intervention in Kambodscha bremste nichts: Man argumentiert, ohne sie hätte es weder Bürgerkrieg, noch Rote Khmer, noch den späteren Völkermord gegeben. Jede Eskalation öffnete eine neue Front.
Vietnamisierung und der endgültige Abzug
Mit Richard Nixon kam die Vietnamisierung: Südvietnamesen sollten kämpfen, unterstützt durch US-Luftwaffe und Logistik. Unter diesem Schutzschild erlebte die südvietnamesische Armee ihre besten Momente und hielt fünf Jahre länger durch. 1972 besetzte die nordvietnamesische Armee während der Osteroffensive vier Provinzen südlich des 17. Breitengrads, und es gab keine Möglichkeit, sie zu vertreiben.
Das Ende kam durch Aufgabe. Als die USA abzogen, brach das Regime in Saigon zusammen. Jahre später, 1979, fiel China in Nordvietnam ein, mit einer Bilanz von 300.000 Toten, eine «Lektion», die den Vietnamesen einen weiteren Krieg bescherte. Ein Land verlor nicht aus Mangel an Ausdauer; das nächste griff an, bevor die Wunden heilen konnten.
Die Frage bleibt offen. Die USA hatten die beste Armee der Welt und erschöpften sie. War es die Sarracena, das Geld oder die Unmöglichkeit, einen Feind zu töten, der sich nie zeigen ließ?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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