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Video eines russischen Soldaten entfacht die Debatte über die Kriegserzählung neu
Ein Video zeigt einen russischen Soldaten, der mit einer Granate sein Leben beendet. Der Fall öffnet den Streit über das eigentliche Ziel der Invasion und die Erzählung des Krieges neu.
Ein russischer Soldat, eine Granate und der Kampf um die Kriegserzählung
Gewinnt Russland den Krieg in der Ukraine? Diese Frage galt in den ersten Phasen der Invasion als geklärt, ist aber wieder aufgekommen, nachdem ein Video in sozialen Medien kursierte, das einen russischen Soldaten zeigt, der sich mit einer Granate das Leben nimmt. Die Aufzeichnung verbreitete sich zusammen mit dem Label First Aid und dem Hashtag #ruSSia und ist zum Gegenstand einer endlosen Diskussion geworden. Was die Kontroverse neu entfacht, ist nicht das Bild selbst, sondern das, was dahintersteckt: Was wurde anfangs versprochen, was wurde eingehalten und was wird heute erzählt?
Was war das eigentliche Ziel der Invasion?
Ein Teil der Analyse vertritt die Auffassung, dass der ursprüngliche Plan vorsah, Kiew innerhalb weniger Wochen einzunehmen. Angeführt wird eine angebliche Ankündigung Pilingui, in zwei Wochen in der Hauptstadt zu sein, die der Kreml später eingeräumt haben soll mit der Begründung, sie sei falsch verstanden worden. Hinzu kommt ein fast operettenhaftes Detail: Galauniformen, die für eine Parade durch Kiew am Tag des Sieges bereitstanden. Die Prognose kurzer Fristen kam nicht aus dem Nichts: Ein US-Sender verbreitete eine Warnung von General Milley, wonach Kiew innerhalb von 72 Stunden fallen könnte, falls Russland sich für eine Invasion entschied.
Demgegenüber bestreitet eine andere Strömung diese Erzählung und bezeichnet sie als nachträgliche Konstruktion. Sie hält dagegen, dass das Ziel nie die Hauptstadt war, sondern die ukrainische Berufsarmee zu schwächen, ihre Flotte im Schwarzen Meer zu dezimieren und ihre Wirtschaft in die Knie zu zwingen. Aus dieser Sicht wird jeder Rückschlag als Teil eines einheitlichen Plans neu gelesen, nicht als Improvisation im Laufe des Geschehens. In der Praxis akzeptiert keine der beiden Seiten den Rahmen des anderen, und dieser Dissens ist das eigentliche Schlachtfeld.
Die Gegenoffensive und die Waffen, die zu spät kamen
Die Erzählung vom russischen Scheitern stützt sich auf Fakten: Die Ukraine hat Terrain zurückgewonnen, ihre Drohnen erreichen Moskau, und die russische Wirtschaft sammelt Treffer. Wer diese These vertritt, betont, dass ein großer Teil dieser Wende eintrat, als weder die HIMARS, noch die F-16, noch die ATACMS-Raketen im Einsatz waren. Und ein Argument wird immer wieder vorgebracht: Die festlichen Vorbereitungen für eine Parade in Kiew endeten mit einer zerstörten russischen Kolonne nördlich der Hauptstadt, zu einem Zeitpunkt, als westliches Kriegsgerät noch gar nicht ins Spiel gekommen war.
Der innere Preis: Zwangsrekrutierung und Desertion
Abgesehen vom Material verläuft die andere Konfliktlinie auf menschlicher Ebene. Es wird behauptet, Russland greife auf Zwangsrekrutierung zurück, um seine Reihen aufzufüllen, und verfüge über kein militärisches Sanitätswesen, das seine Verwundeten versorgen könne. Sogar die Behauptung wird aufgestellt, dass Fliehende und Deserteure ein Konzentrationslager erwarte. Es sind Behauptungen ohne Belege im Gespräch und sollten auch als solche gelesen werden. Das Fehlen unabhängiger Bestätigung umgibt fast alles, was über Verluste und Zustände in der russischen Armee behauptet wird.
Mit nun einsatzbereitem westlichem Kriegsgerät und einer Front, die sich nicht entscheidend bewegt, bleibt die ursprüngliche Frage unbeantwortet. Jahre fehlgeschlagener Prognosen und keine einzige Vorhersage, die den Test der Zeit bestanden hat. Das, zumindest, ist eine gesicherte Tatsache.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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