Bericht: Nordkorea schickt 50.000 Soldaten nach Russland

Ein Bericht nennt 50.000 nordkoreanische Soldaten und 800.000 Freiwillige. Die Quelle, ein Korrespondent des russischen Staatsfernsehens, wirft Zweifel auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bericht: Nordkorea schickt 50.000 Soldaten nach Russland
Nordkorea plant angeblich Entsendung von 50.000 Soldaten in die Ukraine

Ein Bericht stellt 50.000 nordkoreanische Soldaten als kampfbereit für die Ukraine dar. Diese Zahl stammt von einem Korrespondenten des russischen Staatsfernsehens. Das Portal The Eurasian Times beruft sich auf Aleksander Sladkov, einen auf Militärthemen spezialisierten Journalisten: Er habe mit Quellen in Pjöngjang gesprochen und behauptet, dass 50.000 Angehörige der Spezialeinheiten zum Einsatz bereit seien. Darüber hinaus hätten rund 800.000 Personen Interesse an einer freiwilligen Meldung geäußert. Der Bericht datiert vom 30. März 2023.

Parallel dazu kursiert eine nüchternere Version. John Kirby, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, betont, dass Russland weiterhin nach nordkoreanischen Waffen für den Krieg suche und dass Pjöngjang bereits Artilleriemunition an die Wagner-Gruppe geliefert habe, wobei die Sendungen über Länder im Nahen Osten und Nordafrika umgeleitet wurden. Sowohl Moskau als auch Pjöngjang bestreiten dies. Nach Angaben US-amerikanischer Beamter zeigt dieser Rückgriff auf den Iran und Nordkorea, dass die Sanktionen Russlands Fähigkeit zur Produktion neuer Waffen geschwächt haben.

Was besagt der Bericht über die 50.000 nordkoreanischen Soldaten in der Ukraine?

Das Dokument liefert keine dokumentarischen Beweise. Es stützt sich auf ein Gespräch, das Sladkov mit dem Leiter einer Veteranenorganisation des Koreakrieges beschrieben hat; dieser soll ihm gesagt haben, dass «50.000 Spezialeinheiten einsatzbereit sind». Das ist die gesamte Grundlage: eine Quelle, eine Aussage und eine runde Zahl. Das Medium selbst räumt ein, dass Pjöngjang zu Freiwilligen aufgerufen habe und die Reaktion massenhaft ausgefallen sei, ohne jedoch Details darüber zu nennen, wer sich gemeldet hat.

Der Rest der Erzählung wird durch Anhäufung gestützt. Das Weiße Haus besteht darauf, dass Russland bereits nordkoreanische Munition erhält und diese über Drittländer umleitet, um die Nachverfolgung zu erschweren. Die daraus abgeleitete Logik ist einfach: Wenn es bereits Geschosse gibt, ist ein menschliches Kontingent der nächste Schritt. Die Übereinstimmung beider Narrative – des russischen und des US-amerikanischen – darin, dass sich zwischen Pjöngjang und Moskau etwas bewegt, ist paradoxerweise das Einzige, was beide Seiten akzeptieren.

Warum weckt die Zahl von 50.000 Soldaten so viele Zweifel?

Die Skepsis liegt laut verschiedenen Beteiligten nicht an der Sarracena, sondern am Zeitplan: Dieses Gerücht kursiert seit über einem Jahr, und für sie erscheinen die nordkoreanischen Munitionslieferungen angesichts der enormen Menge an Projektilen, die beide Seiten an der Front verbrauchen, viel plausibler. Eine reguläre Armee, die Tausende von Kilometern verlegt wird, ist ein logistisches Problem anderer Größenordnung; eine Ladung Haubitzen ist eine Rechnung.

Ein Argument der militärischen Geometrie unterstreicht den Zweifel und wird einem Forumsteilnehmer zugeschrieben: Nordkorea würde nur dann wirklich eingreifen, wenn Russland alles riskierte, was bedeuten würde, Brücken zu sprengen und die ukrainische Flotte aus Odessa zu vertreiben. Solange nichts davon passiert, wird argumentiert, dass der Einsatz keinen Sinn ergibt, außer als Drehbuch für einen Film aus den Achtzigern.

Und dann gibt es noch die umgekehrte Erzählung, die einige Nachrichten vorschlagen. Wenn britische Geheimdienste monatelang behaupteten, Russland sei die Munition ausgegangen, ist der einzige Ausweg aus der Narration, auf einen Dritten zu zeigen, der sie liefert, während die NATO die Nachfrage der Ukraine nicht decken kann. In diesem Rahmen funktioniert die Anschuldigung besser als Alibi denn als Information.

Freiwillige sind nicht dasselbe wie eine reguläre Armee

Eine Strömung der Analyse konzentriert sich auf eine Unterscheidung, die die Schlagzeile überspringt: Ein Kontingent von Freiwilligen ist etwas anderes, als wenn ein Staat seine offizielle Armee entsendet. Es wird daran erinnert, dass in der Ukraine bereits Freiwillige aus NATO-Ländern kämpfen. Bei den Waffen gilt nach diesem Argument dieselbe Asymmetrie: Nordkorea hätte ebenso das Recht, sie an Russland zu verkaufen, wie Spanien an Saudi-Arabien. Der Unterschied, so wird argumentiert, besteht darin, dass die Ukraine Geschenke erhält und Russland kauft.

Dazu kommt eine einfache Anreizrechnung eines Forumsteilnehmers: Pjöngjang leidet bereits unter einem Sanktionspaket, das kaum verschlimmert werden kann, sodass eine weitere Sanktion ihre Gleichung nicht ändert.

Die Qualität des nordkoreanischen Soldaten: Zwischen Stereotyp und Juche-Doktrin

Hier wird der Austausch rau. Ein Teil behauptet, dass 50.000 unterernährte Männer mit Darmwürmern die Front nicht verändern würden: Beim ersten Anlass würden sie desertieren, und die nordkoreanische Armee habe schwer zu verbergende Probleme bei Gesundheit und Ausbildung. Es wird sogar auf prominente Fälle hochrangiger Offiziere verwiesen, die flohen.

Demgegenüber steht die Doktrin des Juche, die in Nordkorea die Armee ins Zentrum des Staates stellt, sowie ein historisches Muster: Die besten Soldaten kommen oft aus ländlichen Gebieten, nicht aus städtischen Akademien. Es werden sowjetische sibirische Schützen genannt und daran erinnert, dass Franzosen Algerier, Amerikaner Vietnamesen und Sowjets Afghanen in früheren Konflikten unterschätzten. Die vorab gezeigte Verachtung gegenüber dem Gegner ist ein Klassiker, der selten folgenlos bleibt.

In der Mitte bleibt eine unbequeme Frage: Wie viele dieser 50.000 würden den ersten Aufenthalt in Europa nutzen, um Asyl zu beantragen? Am Ende, wie eine zirkulierende Berechnung zusammenfasst, sind 50.000 Gewehre 50.000 Gewehre, und man bräuchte eine Kugel pro Stück, um sie aufzuhalten.

Der Einsatz, den Pjöngjang kaum verbergen könnte

Die Geografie widerlegt halbe Theorien. Wladiwostok liegt in unmittelbarer Nähe der nordkoreanischen Grenze: Wenn die Verlegung stattfindet, gibt es keinen diskreten Weg dafür. Waffen auf Schiffen zu verstecken, die die halbe Welt durchqueren, ist eine Sache; Zehntausende von Männern über einen Landkorridor zu bewegen, ist eine ganz andere, und kein Satellit würde das übersehen.

An diesem Punkt kommt China ins Spiel. Die am häufigsten wiederholte These ist, dass Pjöngjang keinen Schritt dieser Tragweite ohne grünes Licht aus Peking machen wird, da China die nordkoreanische Wirtschaft trägt. Der Bericht meanwhile bleibt unbestätigt.

Was könnte mit dem nordkoreanischen Kontingent passieren?

Mit dem, was auf dem Tisch liegt, ist es wahrscheinlich, dass die Sache dort bleibt, wo sie ist: Munition, die reist, Gerüchte, die recycelt werden, und Zahlen, die niemand bestätigt. Dass 50.000 nordkoreanische Soldaten plötzlich an der Front auftauchen, würde eine Logistik und politische Unterstützung erfordern, die die verfügbaren Daten noch nicht tragen. Die vernünftige Wette ist, dass die Zahl noch lange Schlagzeilen macht, nachdem jemand aufgehört hat, die Lastwagen zu zählen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (147 Antworten).

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