Valencia geht für Wohnraum auf die Straße: 900 Zwangsräumungen gefährdet
Wohnraum ist kein Problem mehr. Er ist eine Bombe. Das behaupten zumindest die Organisationen, die diesen Samstag unter dem Motto „Für das Recht auf Wohnraum, jetzt!“ durch das Zentrum von Valencia zogen, vom Plaza de San Agustín bis zum Plaza de la Virgen. Der Aufruf — von Juntes per l'Habitatge, Valencia no está en venda und Acord Social Valencià — hatte ein unmittelbares und sehr konkretes Ziel: die Verlängerung des Sozialschutzes (Escudo Social) zu erwirken, der am 31. Dezember ausläuft. Wenn er nicht erneuert wird, warnen sie, beginnt am 1. Januar 2026 der „schreckliche Countdown zur Zwangsräumung“ für 60.000 Familien im ganzen Land, 5.000 in der Comunidad Valenciana und fast 900 in der Stadt Valencia.
Was genau fordert die Demonstration?
Das Manifest, das am Ende des Marsches verlesen wurde, hält sich nicht mit Zurückhaltung auf: Es fordert die „dringende Verlängerung und Verbesserung“ des Sozialschutzes, einen Schockplan mit Maßnahmen, die „notwendig, konkret und mit sozialen, Nachbarschafts- und Gewerkschaftsbewegungen abgestimmt“ sind, sowie Verantwortung für alle Verwaltungen — lokal, regional und staatlich — und für alle Parteien. Der Sprecher der Plattform, Pablo Ramos, fasste es in einem Satz zusammen, der keine Interpretation zulässt: „Das Recht auf Wohnraum ist keine Aspirations, sondern ein Recht.“
Ramos kritisierte die „politische Untätigkeit“ der drei Regierungsebenen und beschrieb die Wohnungspreise in Valencia als „unbezahlbar und unerträglich“. Seine Diagnose: „Wir stehen vor einer großen Gefahr: dass der Sozialschutz zu einer sozialen Bombe wird.“ Die während des Marsches skandierten Parolen wiesen in dieselbe Richtung: „Kein Haus ohne Menschen, keine Menschen ohne Haus“, „Genug damit, keine weiteren Zwangsräumungen“ oder „Es gibt Kinder auf der Straße und niemand interessiert sich dafür.“
Der Konflikt mit den Behörden: Gespräche ohne Einigung
Laut Darstellung der Organisatoren ist das Verhältnis zu den Institutionen zerrissen. Mit der Regionalregierung habe man sich „mehrfach“ getroffen, aber alle Vorschläge seien auf ein „klares Nein“ gestoßen. Mit der Stadtverwaltung gibt es direkt keinen Dialog: Sie habe sich geweigert, sie zu empfangen. Daher die Ankündigung, dass die Proteste „ständig“ sein werden, bis es zu „irgendeiner Annäherung“ kommt.
Das Problem, so betonen sie, kennt keine Parteikürzel. „Wer auch immer regiert“, Wohnraum bleibt auf einer „sekundären Ebene“, und die Plattform betont, dass die organisierenden Entitäten keine anderen „Interessen“ haben als den Zugang der Bürger zu würdigem Wohnraum. Die Verlesung des Manifests ging noch weiter: „Wohnraum ist ein soziales Recht, aber vor allem ein Bürgerrecht, ein Recht auf Zugehörigkeit zu einem Volk, zu einer Gemeinschaft.“
Unerreichbare Mieten, Tourismus und Spekulation
Der Text, der auf dem Plaza de la Virgen verlesen wurde, zeichnet ein Bild eines gekaperten Wohnungsmarktes. Die Mieten sind „zunehmend unerreichbar“, Wohnungen und Territorium werden wie „ein Marktware behandelt, die völlig der Spekulation ausgeliefert ist“, Nachbarn werden aus ihren Vierteln vertrieben, während diese sich mit Ferienwohnungen füllen, „ohne dass irgendeine echte Kontrolle angewandt wird“, die Belästigung im Immobiliensektor nimmt zu und es fehlt ein ausreichender öffentlicher Wohnungsbestand.
Das Manifest verbindet Wohnraum mit allem anderen: Ohne ihn gibt es keine Chancengleichheit, keine stabile Beschäftigung, keine hochwertige Bildung und keine psychische Gesundheit. „Wohnraum zu verteidigen heißt, den Ort zu verteidigen, an dem unsere Söhne und Töchter aufwachsen“, heißt es im Text, der auch verlangt, Viertel und Territorium zu respektieren, damit keine Maßnahme Gefahr erzeugt, wie es beim DANA-Unwetter geschehen ist.
Warum die Diagnose bei der Lösung scheitert
Hier beginnt der eigentliche Dissens. Eine Strömung der Analyse vertritt die Ansicht, dass das Problem auf der Angebotsseite liegt: Hunderttausende Menschen treten jährlich in den Arbeits- und Wohnungsmarkt ein, und der Bestand an neuen Wohnungen wächst nicht im gleichen Tempo. Das Ergebnis wäre ein Spiel um Stühle: viele Bewerber, wenige Häuser, steigende Preise. Aus dieser Sicht führt jede Subventionierung der Nachfrage — Mietzuschüsse, Schutzverlängerungen — zu Preiserhöhungen und verschlimmert das, was korrigiert werden soll.
Die gegenteilige Haltung zielt auf direkte öffentliche Intervention: Bau von geschütztem Wohnraum außerhalb des Marktes, Begrenzung der Mieten und rechtlicher Schutz gegen Zwangsräumungen. Einige erinnern daran, dass Boden- und Bauplanungsrecht seit Jahrzehnten die Bebaubarkeit einschränken, während andere entgegnen, dass ohne öffentlichen Bestand der Markt immer gewinnt. Zwischen beiden Extremen eine unbequeme Übereinstimmung: Die Wohnungspolitik wird seit Jahren beschlossen, ohne dass die Preise nachgeben.
Mit diesen Grundlagen ist die Prognose einfach zu formulieren und schwer richtigzustellen: Wenn der Sozialschutz nicht vor dem 31. Dezember verlängert wird, haben die Gerichte ab dem 1. Januar Mehrarbeit. Wenn er verlängert wird, bleibt das Grundproblem genau dort, wo es war. Keines davon löst das Preisproblem.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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