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Ukraine: Zwangsrekrutierung löst Straßenkämpfe und Fluchten aus
Blockierte Transporter, Pfefferspray und ein toter Rekrutierer in Lwiw: Videos zeigen den wachsenden Widerstand gegen die Zwangsmobilisierung in der Ukraine.
Zwangsrekrutierung in der Ukraine: Prügel und Fluchten mitten auf der Straße
Eine Armee, die die eigene Bevölkerung zwangsmobilisiert, braucht irgendwann Geleitschutz für ihre eigenen Rekrutierer. Das zeigt sich in den Videos, die sich aus verschiedenen ukrainischen Städten häufen: Transporter, die von Anwohnern blockiert werden, Handgreiflichkeiten, Sprühdosen und gelegentlich eine Flucht durchs Fenster. Der schwerwiegendste Vorfall ist laut den Beschreibungen zu den Videos der Tod eines Rekrutierers, der in Lwiw mit einer Stichwaffe angegriffen wurde. Jenseits der körperlichen Auseinandersetzungen ist das Argument, das am häufigsten kursiert, das der zweierlei Standards in der Berichterstattung.
Vom blockierten Transporter in Lwiw bis zum Überfahren
Das Muster wiederholt sich mit Variationen. In Lwiw umstellt eine Gruppe von Anwohnern einen Transporter und erzwingt die Freilassung eines bereits Festgehaltenen. In Kowel bekommen die Rekrutierer Prügel ab. In Dnipro wird eine Frau mit einem Hebelgriff festgehalten, während die Leute mit Spray antworten. Die Methoden ändern sich kaum: körperlicher Druck, Aerosole und Fluchten. Manchmal entkommt die Beute, indem sie aus einem Fenster springt oder rückwärts davonfährt; in anderen Fällen öffnen die Rekrutierer das Auto mit einem Hebelwerkzeug und ziehen die Person heraus.
Nicht immer endet es gut für die Rekrutierten. Es gibt festgenommene Buspassagiere, einen Motorradfahrer, der an einer Haustür festgehalten wird, und einen Mann, der auf dem Boden landet, während der Transporter über ihn hinwegfährt. Die Eskalation reicht bis zur Stichwaffe – ein Rekrutierer ist laut den Videobeschreibungen in Lwiw gestorben, ein zweiter wurde unter Umständen überfahren, die die Bilder nicht ganz klären.
Warum wehrt sich ein Teil der Bevölkerung gegen die Rekrutierung?
Der Kern des meist wiederholten Arguments: Einen freiwilligen Anreiz gibt es nicht – freiwillig geht niemand in den Schützengraben. Dazu kommt ein zweiter Punkt: Die Mobilisierung verliere ihre Legitimität, weil nach Aussage der Debattenteilnehmer die Wahlen weiterhin ausgesetzt sind und kein politischer Wechsel in Sicht ist. Der Einwand richtet sich weniger gegen den Krieg als gegen das Kriterium, nach dem entschieden wird, wer dran ist.
Auf diesem Terrain kursieren sogar Vorschläge nach Altersgruppen. Die Rede ist davon, zuerst die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen zu entsenden und danach einen Abnutzungskrieg mit der Altersgruppe der 40- bis 65-Jährigen zu führen – ein Vorschlag, der eher als Anklage gegen das Kriterium gelesen wird denn als ernsthafter Plan. Der Vergleich mit dem, was auf den Straßen passiert – wer isst weiterhin zu Hause zu Abend und wer landet in einem Transporter –, löst die Empörung aus.
Der zweierlei Standard, der in der Berichterstattung kritisiert wird
Die vorherrschende Klage ist keine militärische, sondern eine medialer Art. Es wird behauptet, würden diese Szenen sich in Russland abspielen, würden sie täglich alle Nachrichtensender füllen – hier dagegen blieben sie fast unbemerkt. Zudem wird argumentiert, die redaktionelle Linie eines Großteils der westlichen Medien diene fremden Interessen, und jeder alternative Deutungsrahmen werde von vornherein ausgeklammert.
Genau an diesem Punkt hört die Sache auf, ein einzelnes Video zu sein, und wird zu einer Diskussion darüber, was erzählt wird und was nicht. Die Bilder erscheinen derweil weiter. Und das Muster ändert sich nicht: Der Transporter kommt, jemand ringt, jemand filmt.
Da die Wahlen weiterhin nicht angesetzt sind – so das Argument, das in der Debatte immer wieder auftaucht –, lautet die offene Frage nicht, wie viele dem Transporter entgehen, sondern wie lange sich eine Rekrutierungskampagne durchhalten lässt, die laut diesen Aufnahmen bereits Geleitschutz braucht, um zu arbeiten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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