Ukraine-Krieg: Zwei Jahre Stillstand und der Rubel bei 100 pro Euro

Das Urals-Öl notiert bei 74,50 Dollar gegenüber 81,62 Dollar für Brent, der Rubel liegt bei 100 pro Euro: Der Ukraine-Krieg gerät zwischen die Erzählungen

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ukraine-Krieg: Zwei Jahre Stillstand und der Rubel bei 100 pro Euro
Ukraine: Zwei Jahre Krieg und die Front bleibt festgefahren

Der Ukraine-Krieg ist nicht festgefahren: Er war nie schnell genug unterwegs, um überhaupt festzufahren. Zwei Jahre nach der Invasion geht es an der Front um Meter, nicht um Provinzen, und die Erzählung – die aus Brüssel, die aus Moskau und die der Nachrichtensendungen – hat sich von der Landkarte gelöst. Im Februar 2024, mit dem zitierten Wechselkurs von 1 Euro zu 100 Rubel und dem gerade gefallenen Awdiijiwka, drehte sich das Gespräch nicht mehr darum, wer morgen gewinnt, sondern darum, wer länger durchhält.

Warum heißt es immer wieder, die russische Wirtschaft wachse um 3%?

Die Zahl kursiert wie Munition. Ein Teil der Analyse führt sie als Beweis an, dass die Sanktionen gescheitert sind und Russland einen Abnutzungskrieg mit intakter Wirtschaft führt. Drei Zahlen tragen diese Erzählung: ein Wachstum von rund 3%, niedrige Staatsschulden und enorme Militärausgaben.

Die andere Hälfte des Arguments ist weniger glänzend. Dieses Wachstum wird mit Inflation bezahlt – zeitweise werden 7% genannt – und mit Militärausgaben, die die Staatseinnahmen auffressen. Der Rubel bei 100 pro Euro, den die einen als Strafe lesen und die anderen als simple Folge einer Exportwirtschaft, dient beiden Gräben zugleich. Jede Seite findet in derselben Zahl die Bestätigung ihrer Position.

Russisches Öl und die Mär vom Rabatt

Hier taucht das unbequemste Detail für die Sanktions-Erzählung auf. In den im Thread genannten Zahlen notiert das Urals-Öl bei 74,50 Dollar, gegenüber 81,62 Dollar für Brent und 79 Dollar für West Texas. Der Rabatt existierte – er lag zeitweise bei rund 20 Dollar – und hat sich auf etwa sieben Dollar verengt. Billig an Indien oder China zu verkaufen, damit ein anderer es zum Marktpreis weiterverkauft, bringt dem Zwischenhändler Gewinn, nicht dem, der sanktioniert.

Manche behaupten, die Rechnung lande beim europäischen Steuerzahler, auf einer endlosen Liste: Waffen, die in den USA gekauft wurden, Material, das die osteuropäischen Länder verschenken, Wiederaufbau und Kriegsrenten. Klingt nach Polemik. Die Preise an den Tankstellen widerlegen das nicht ganz.

Awdijiwka, der F-16 und die Abnutzung der Ukraine

Der Fall von Awdijiwka, einer Stadt von der Größe Bachmuts, wurde als taktischer Rückzug verkauft und als Zusammenbruch gelesen. Für die einen ist es der Beweis, dass Moskau ohne Eile und ohne Pause vorrückt; für die anderen das übliche Kapitel: eine Stadt mehr, ein Jahr mehr. Der Vergleich mit Deutschland nach Kursk 1943 kursiert ohne Zögern.

Unterdessen die Zahl, die im Fernsehen untergeht: Der Ukraine fällt es schwer, 500.000 Soldaten zu rekrutieren. Und der F-16 bleibt der Game Changer in drei Monaten, wie zuvor die Panzer und die Himars. Jede große Ankündigung ist auch ein Inventar, das sich leert.



Niemand weiß, wann das endet. Wenn die Front so bleibt, ist die wahrscheinliche nächste Siegsmeldung beider Seiten ein verkleideter Waffenstillstand. Dass ihn niemand unterzeichnet und dieselbe Landkarte weiter an der Wand hängt, sollte ebenfalls niemanden überraschen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (63 Antworten).

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