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Über 100 Tote in weniger als einem Jahr: Spaniens Bahn-Glanzrede fällt in sich zusammen
Ein AVE-Hochgeschwindigkeitszug rammt in Urda um 08:55 Uhr einen stehenden Iryo-Zug und reißt rund fünfzig Menschen in den Tod, neun Monate nach dem Unglück von Adamuz mit 46 Toten.
Zwei tödliche Unfälle auf derselben Hochgeschwindigkeitsstrecke in weniger als einem Jahr haben über hundert Menschen das Leben gekostet und widerlegen die Behauptung des Verkehrsministers Óscar Puente, die Bahn erlebe ihren besten Moment aller Zeiten. Der letzte Zusammenstoß ereignete sich um 08:55 Uhr in Los Yébenes, als ein mit mehr als 200 Stundenkilometern fahrender AVE auf einen an einem Halt zeigenden Iryo-Zug auffuhr.
Manche Sätze altern schlecht, und dann gibt es noch den Satz vom 17. September 2024 im Senat. An jenem Tag erklärte Verkehrsminister **Óscar Puente** der Fraktion der Partido Popular, die Bahn erlebe in Spanien «den besten Moment ihrer Geschichte». Zum vierten Mal wiederholte er es mit Nachdruck und fügte hinzu, die Opposition habe «ein Hörproblem oder ein Verständnisproblem». Zwei Jahre später verzeichnet dieselbe Hochgeschwindigkeitsstrecke zwei tödliche Unglücke in weniger als einem Jahr und mehr als hundert Tote.
## Der Unfall von Los Yébenes: ein AVE mit über 200 km/h gegen einen stehenden Zug
Um **08:55** Uhr morgens stand ein **Iryo**-Zug an einem Halt zeigenden Signal bei der toledanischen Ortschaft **Los Yébenes**. Ein aus Madrid kommender **AVE** fuhr mit mehr als **200 Stundenkilometern** von hinten auf. Mehrere Wagen stürzten einen Bahndamm hinab. Die Rettungsdienste von Kastilien-La Mancha bestätigten mindestens fünfzig Tote und zahlreiche Verletzte. Es ist der zweite schwere Unfall binnen zehn Monaten auf einer Strecke, in deren Erneuerung **700 Millionen Euro** investiert wurden.
Der Vorläufer liegt in **Adamuz**, im Januar. Dort starben **46 Menschen** bei einer Entgleisung und Kollision, deren Ursachen bis heute unbekannt sind. Die Strecke war **30 Tage** lang gesperrt, vom 18. Januar bis zum 17. Februar, um sie zu reparieren. Puente erklärte damals, das Gleis sei «vollständig» erneuert, die Arbeiten im Mai abgeschlossen und die Wartung erfolge auf allen AVE-Strecken «regelmäßig und kontinuierlich». Er nannte das Unglück von Adamuz «äußerst seltsam» und verwies darauf, dass es im Hochgeschwindigkeitsverkehr «sehr wenige» Unfälle gebe, räumte jedoch «Probleme mit Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit» ein, «die mit dem Geschehenen nichts zu tun haben».
## Die Reaktion des Ministers: ein Tweet über Brasilien vor den Opfern
Nach dem Unfall bei Toledo fand Puente Zeit, sich in das soziale Netzwerk X einzuloggen und mit der Botschaft «Die sarracena Überlegenheit der Linken» auf **Lulas** Wahlsieg in Brasilien anzuspielen. Gegen **09:40** Uhr, fast drei Viertelstunden nach dem Unglück, traf er in der Leitstelle ein, «um alle möglichen Informationen zu sammeln». Keine Erwähnung der Tragödie oder der Opfer in seinen ersten Stunden. Eine öffentliche Erklärung blieb aus.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Minister mit seinem Auftreten für Kontroversen sorgt. Tage vor dem Unfall hatte er sich bei der Bewerbung einer Fernsehsendung über die Probleme der **Renfe** lustig gemacht. Im Januar, nach Adamuz, hatte er jede Verantwortung für den Zustand der Gleise von sich gewiesen. Die gesamte Abfolge zeichnet ein Muster: selbstbewusste Aussagen, holprige Krisenkommunikation und eine Wirklichkeit, die es darauf anlegt, ihm zu widersprechen.
## Was der Erhalt des Netzes kostet: 700 Millionen und dreißig Tage Sperrung
Die betroffene Strecke ist keine Nebenlinie. Sie ist eine der Hochgeschwindigkeitsverbindungen mit den höchsten jüngsten Investitionen: **700 Millionen Euro** flossen in die Erneuerung der Trasse, zu der auch der Unfallabschnitt gehört. Die **30-tägige** Sperrung zwischen Januar und Februar sollte die Infrastruktur in optimalen Zustand versetzen. Neun Monate später hält ein Zug an einem Halt zeigenden Signal, und ein anderer rammt ihn mit Reisegeschwindigkeit von hinten. Die Ursachen sind noch ungeklärt, keine Untersuchung ist abgeschlossen.
Die offizielle Unfallstatistik des Schienenverkehrs in Spanien ist relativ niedrig, das stimmt. Es stimmt aber auch, dass zwei Unfälle mit Dutzenden Toten auf derselben Strecke in weniger als einem Jahr jede triumphale Bilanz zum Geschmacklosigkeit werden lässt. Sicherheit misst sich nicht am historischen Durchschnitt, sondern am schlimmsten Tag.
## Der politische Preis eines verbalen «Harakiri»
Der Ausdruck «verbaler Harakiri» macht bereits die Runde, um den Senatsauftritt von 2024 zu beschreiben. Nicht zu Unrecht. Ein Minister, der die Sicherheit eines Systems preist und dann miterlebt, wie dieses System zweimal auf derselben Strecke versagt, wird von seinen eigenen Worten eingeholt. Die Opposition hat jetzt ein Argument, das sie nicht erst konstruieren muss: Es ist aufgezeichnet und datiert.
Die öffentliche Debatte hat sich von den Investitionen zur Krisenbewältigung verschoben. Die Opfer, ihre Angehörigen und die Verletzten stehen an erster Stelle, und jede Diskussion über Zahlen oder Verantwortlichkeiten sollte danach kommen. Aber die Politik hat ihre eigenen Zeiten, und der Minister kennt sie. Sein anfängliches Schweigen, gebrochen nur durch einen Tweet über Brasilien, sagt mehr über seine Kommunikationsführung als jede spätere Erklärung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente erklärt die Bahn zur besten Zeit ihrer Geschichte, während ein AVE in Palencia zwei Arbeiter tötet und ein weiterer Zug in Chamartín entgleist.
Der spanische Bahnverkehr verzeichnete bis August einen Rückgang von 7,2 % oder 33 Millionen Reisenden, der stärkste Einbruch seit Beginn der INE-Erfassung 2001.
Der Iryo-Zug meldete Adif um 8:38 Uhr, dass er wegen einer Störung des LZB-Systems stand. Um 8:48 Uhr rammte der AVE 6076 der Renfe ihn mit über 100 km/h.
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Die frühere Arbeitsministerin Fátima Báñez reiste in dem Iryo-Zug, der bei Urda in Spanien verunglückte – 50 Tote. Ihre Familie kann sie seit 08:35 Uhr nicht erreichen.