USA übernimmt Gaza: Der Immobilienplan, den niemand wollte
Donald Trump ließ es ohne Umschweife verkünden: „Die USA werden sich um den Gazastreifen kümmern und auch dort arbeiten.“ Dies ist keine lockere Kampagnenaussage, sondern eine Erklärung territorialer Absichten, die ein zerstörtes Gebiet in ein Luxus-Immobilienprojekt verwandelt. Laut dem Präsidenten soll der Streifen zur „Riviera des Nahen Ostens“ werden, einem Reiseziel für „Menschen aus aller Welt“, wohin die derzeitigen Bewohner – etwa zwei Millionen Palästinenser – nicht zurückkehren dürften. Der Vorschlag schlug wie eine Bombe in Wirtschaftsforen ein, wo Skepsis mit kalter Kalkulation konkurriert.
Von ethnischen Säuberungen zu Beton: Trumps verbalisierte Pläne
Trumps Aussage lässt keinen Raum für Zweifel. Auf die Frage nach dem Rückkehrrecht der Palästinenser, die während des Wiederaufbaus abgezogen sind, antwortete er: „Meine Hoffnung wäre, dass wir etwas wirklich Angenehmes, wirklich Gutes schaffen könnten, wohin sie nicht zurückkehren wollen.“ Ein Reporter rief aus dem Saal: „Das ist ihr Zuhause, Sir!“ Eine Antwort des Präsidenten folgte nicht. Was jedoch kam, war die Bestätigung, dass der Plan eine Neugestaltung der demografischen Zusammensetzung Gazas vorsieht. Die im Forum kursierende Analyse beschreibt dies unverblümt: territoriale Kontrolle, Legitimierung durch selektiven Konsens unter Verbündeten und zwangsweise Umsiedlung der Bevölkerung. Um Gaza in ein geopolitisches und wirtschaftliches Asset zu verwandeln, muss man es zunächst entvölkern.
Die Reaktion im Forum ließ nicht auf sich warten. Ein Teilnehmer fasste es ironisch zusammen: „Das Miami des Nahen Ostens. Es ist wie eine Blutmischung aus Paco el Pocero und Jesús Gil y Gil.“ Ein anderer wies direkt auf den Widerspruch hin: „Donaldo, der Präsident, der sagte, man müsse das Eingreifen der USA beenden.“ Die Immobilienblase, die laut mehreren Beiträgen in Gaza bevorsteht, wird nicht für die Gazaner sein: „Es werden Tausende Arbeitsplätze geschaffen, die nicht für Palästinenser geeignet sind.“
Wohin gehen die zwei Millionen Gazaner?
Die Frage, die über der gesamten Debatte schwebt, ist die offensichtlichste und zugleich unbeantwortete. Trump sagte, er stelle sich „Menschen aus aller Welt“ vor, die in Gaza leben. Er sagte nicht, wo die bereits dort Lebenden sein werden. Der Vorschlag, dass Ägypten und Jordanien die vertriebene Bevölkerung aufnehmen sollen, wurde in beiden Ländern abgelehnt. Im Forum verschiebt sich die Sorge nach Europa: „Und wenn Ägypten und Jordanien nicht mitspielen, haben wir gute Chancen, dass uns alle oder zumindest ein Teil davon in Europa aufgehalst wird.“ Laut einem im Diskurs zitierten Tweet schlug der israelische Verteidigungsminister vor, dass „Spanien und Irland die vertriebenen Palästinenser aus Gaza aufnehmen sollten“. Die Antwort eines Teilnehmers war sofortig: „Wenn Pedro Sánchez es wagt, 500.000 Gazaner in Spanien anzusiedeln, gibt es in diesem Land ein großes Chaos.“
Die im Umlauf befindliche Berechnung besagt, dass Spanien mindestens 10.000 Menschen aus Gaza empfangen könnte, basierend auf einer informellen Wette zwischen Teilnehmern. Die Zahl ist spekulativ, aber die Angst ist real. Die Übereinstimmung ist breit: Der Wiederaufbau Gazas wird nicht für die Gazaner sein, und die Nachbarländer wollen nichts mit ihnen zu tun haben. „Am Ende ging der Terroranschlag für Hamas nach hinten los“, fasst ein Beitrag zusammen, „ein weiterer Anschlag dieser Art im Westjordanland und die Israelis haben halb Groß-Israel erreicht.“
Das Gasgeschäft und die Geopolitik der Kontrolle
Jenseits des Betons liegt das eigentliche wirtschaftliche Interesse unter Wasser. „Wichtig ist, das Gas aus den Lagerstätten zu holen, der Rest ist Rauch“, merkt ein Teilnehmer an. Das Gaza-Marine-Feld, ein Erdgasvorkommen vor der Küste des Streifens, ist seit Jahren umstritten. Die Verwandlung Gazas in ein Luxushotelresort für „Menschen aus aller Welt“ ist ohne die Kontrolle dieser Energieressourcen nicht zu verstehen. Auch der Ben-Gurion-Kanal, ein jahrelang geplantes israelisches Projekt eines schiffbaren Kanals, taucht in der Diskussion als Teil der territorialen Neugestaltung auf.
Die These, die in der Analyse an Gewicht gewinnt, lautet, dass Israel nicht der Hauptakteur ist, sondern das Instrument. „Es ist nicht Israel, es ist eine Verkleidung der Vereinigten Staaten. Ihnen fiel diese Pantomime ein, einen jüdischen Staat zu gründen, weil eine direkte Invasion so hässlich wirkte. Es geht um die Kontrolle des strategischsten Teils des Planeten.“ Diese diskussionswürdige Hypothese passt zu Trumps Aussage, dass „alle, mit denen ich gesprochen habe, die Idee lieben, dass die USA dieses Stück Land besitzen“.
Internationale Reaktion und Israels Isolation
Der Internationale Strafgerichtshof hat Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu und seinen ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza erlassen. Die Nachricht, die in der Debatte aufgenommen wurde, erhöht den rechtlichen Druck auf einen Plan, der bereits vom internationalen Konsens abgelehnt wird. Im Forum fragt man, warum Netanyahu nicht festgenommen wurde: „Warum wurde der Angeklagte Netanyahu nicht gefesselt und nach Guantánamo geschickt?“
Das Paradoxon besteht darin, dass die USA, Israels wichtigster Verbündeter, nun ankündigen, das Territorium zu behalten. Die Reaktion der israelischen extremen Rechten ist laut den Beiträgen eine gedämpfte Genugtuung. „Netanyahu lacht sich kaputt“, ironisiert ein Teilnehmer. Die Operation würde, falls sie durchgeführt wird, Israel das demografische Problem Gazas nehmen lassen und einen amerikanischen Partner bei der Verwaltung des Territoriums hinterlassen. Der Preis: internationales Recht und das Rückkehrrecht von zwei Millionen Menschen.
Der Präzedenzfall, den niemand sehen will
Der historische Vergleich, der die Debatte durchzieht, ist unangenehm. „Deutschland übernimmt Polen (Zweiter Weltkrieg). Russland übernimmt die Ukraine (jetzt). Marokko übernimmt Ceuta und Melilla (in Zukunft)“, zählt ein Beitrag auf. Die Logik ist dieselbe: Der Stärkere nimmt das Territorium des Schwächeren und rechtfertigt es mit Wiederaufbau oder Stabilität. „Hybris ist der Versuch, die Grenzen zu überschreiten, die den Göttern den sterblichen Menschen auferlegt haben“, erinnert ein anderer Teilnehmer unter Berufung auf die griechische Definition.
Trumps Plan für Gaza hat in der jüngeren Geschichte keine Präzedenzfälle. Es ist weder eine militärische Besetzung noch eine Friedensoperation. Es ist eine auf einer Pressekonferenz angekündigte territoriale Aneignung mit permanenter Absicht und einem Immobilien-Geschäftsmodell. Die unbeantwortete Frage bleibt, was mit den zwei Millionen Menschen passiert, die dort leben. Trump sagte, er hoffe, dass sie nicht zurückkehren wollen. Der Rest ist Schweigen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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