Spanien: Kurzzeitvermietung verdrängt Wohnungen vom regulären Mietmarkt

Kurzzeitvermietungen machen inzwischen fast ein Drittel des spanischen Wohnungsmarktes aus und treiben Konkurrenz und Preise für Dauermieten nach oben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Angebot an Kurzzeitmietwohnungen ist im vergangenen Jahr um 13 % gewachsen und macht damit fast 30 % des Gesamtmarktes aus. Dauermieter haben dadurch weniger Auswahl und zahlen höhere Preise.

Der spanische Mietmarkt befindet sich in einem Wandel, der sich für viele wie eine Lotterie anfühlt. Wer eine Wohnung für ein dauerhaftes Zuhause sucht, hat es inzwischen schwer. Das Angebot an Wohnungen zur Dauervermietung wächst kaum, während Kurzzeitvermietungen – also Wohnungen, die für Wochen oder Monate vermietet werden – rasant an Boden gewinnen.

Nach aktuellen Analysen machen Kurzzeitmietangebote inzwischen fast **drei von zehn** Wohnungsinseraten in ganz Spanien aus. Das bedeutet: Von zehn inserierten Wohnungen sind fast drei für kurze Aufenthalte bestimmt, was die Auswahl für alle verringert, die eine langfristige Bleibe brauchen. Die durchschnittliche Miete in Spanien lag Ende August bei **15,1 Euro pro Quadratmeter und Monat**. Für eine **80 Quadratmeter** große Wohnung sind das rund **1.208 Euro monatlich**, etwa 66 Euro mehr als vor einem Jahr. Über zwölf Monate summiert sich der Unterschied auf fast 800 Euro.

## Die Konkurrenz explodiert

Doch die steigenden Preise sind nur ein Teil des Problems. Die Knappheit des Angebots macht den Wettbewerb brutal. Manche Wohnungen verzeichnen in den ersten zehn Tagen am Markt bis zu **150 Bewerbungen**. Das verschafft den Vermietern einen enormen Vorteil, denn sie können sich deutlich selektiver verhalten. Wie **Sonia Campuzano**, CEO von **The Simple Rent**, sagt: „Das Mietproblem ist nicht mehr nur eine Frage der Preise. Wir haben es mit einem Verfügbarkeitsproblem zu tun.“ Solange das Angebot an Dauermietwohnungen nicht wächst, bleibt die Spannung auf dem Markt hoch.

## Das Gewicht der Kurzzeitvermietung

Der Unterschied zwischen der klassischen Miete und der Kurzzeitvermietung wird immer deutlicher. Im zweiten Quartal des Jahres sank die Verfügbarkeit von Wohnungen zur Dauervermietung um **0,2 %** im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – das Angebot blieb also praktisch stagnierend. Das Angebot an Kurzzeitmietwohnungen stieg dagegen um rund **13 %**.

Dieser Trend fällt nicht in allen Städten gleich aus. In **San Sebastián** sank das Angebot an Dauermietwohnungen um **42 %** im Jahresvergleich, in **Bilbao** um **27 %**. Auch in **Barcelona** war das mit einem Rückgang von **11 %** spürbar. In Städten wie **Madrid** wuchs das Angebot an Dauermietwohnungen dagegen um **4 %**, in **Palma** um **8 %** und in **Málaga** um **13 %**.

Die Kurzzeitvermietung wiegt besonders schwer in einigen der Städte mit den größten Angebotsproblemen. In **San Sebastián** macht sie inzwischen **58 %** der verfügbaren Inserate aus, in **Bilbao** sind es **57 %**. In **Cádiz** liegt der Anteil bei **53 %**, in **Barcelona** bei **51 %**. Das bedeutet: In diesen vier Städten ist mindestens jede zweite inserierte Wohnung eine Kurzzeitmiete. In **Sevilla** und **Valencia** liegt der Anteil bei rund **32 %**, in **Madrid** und **Málaga** bei etwa **29 %**.

## Die Karte des unbezahlbaren Wohnens

Der Preisdruck bleibt in den großen Märkten hoch. In **Madrid** liegt die Durchschnittsmiete bei rund **23,3 Euro pro Quadratmeter und Monat**, **5,1 %** mehr als vor einem Jahr. Eine **80-Quadratmeter-Wohnung** in der Hauptstadt kostet damit rund **1.864 Euro monatlich**, mehr als 650 Euro über dem Landesdurchschnitt.

Doch die Preisanstiege betreffen nicht nur **Madrid** oder **Barcelona**. Im August verzeichneten **47 spanische Provinzhauptstädte** Jahreszuwächse bei den Mieten, und mehrere Mittelstädte sahen zweistellige Steigerungen. **Huesca** verteuerte sich um fast **15 %**, gefolgt von **Huelva** mit **14,6 %**, **Soria** mit **12,4 %**, **Toledo** mit **11,8 %**, **Zaragoza** mit **11,1 %** und **Oviedo** mit **11 %**.

„Wir beobachten, wie sich die Spannung allmählich in Städte und Ballungsräume verlagert, die bis vor wenigen Jahren als Alternative zu den teureren Märkten galten“, sagt **Campuzano**. „Die Nachfrage sucht sich neue Gebiete, doch wenn das Angebot nicht im gleichen Tempo wächst, wechselt das Problem einfach die Postleitzahl.“

## Keine guten Aussichten

Die Prognosen für den Rest des Jahres stimmen ebenfalls nicht optimistisch. Die Projektionen deuten auf einen möglichen Rückgang von rund **23.000 Mietwohnungen** im Jahr **2026** hin. Bestätigt sich das, könnte der Bestand an Mietwohnungen das Jahr bei etwa **661.000 Wohnungen** abschließen, gegenüber rund **684.000** Ende **2025**. Das wäre ein Rückgang von mehr als **3 %** innerhalb eines einzigen Jahres.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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