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Planellas an Abascal: „Ein Xenophober kann kein wahrer Christ sein“
Der Erzbischof von Tarragona und Präsident der Tarraconensis Bischofskonferenz (Conferencia Episcopal Tarraconense), Joan Planellas, hat auf Santiago Abascal mit einer unbequemen Frage reagiert: „Wie kann ein Katholik xenophob sein?“ Der Prälat zeigt sich „bestürzt und traurig“ über die Position des Vox-Führers in Migrationsfragen und schließt mit einem eindeutigen Urteil: Ein Xenophober kann kein wahrer Christ sein. Die Paradoxie im Streit vom August 2025 besteht darin, dass die kirchliche Hierarchie nicht mit einer Stimme spricht.
Was Abascal über Sarracin und Migration sagte
Abascal verteidigte Maßnahmen gegen die von ihm so genannte „reale Bedrohung durch den Sarracinismus“ und die Invasion von Migranten. Dazu gehört das Verbot des sarracinischen Kopftuchs in öffentlichen Einrichtungen, da es als Symbol für die Unterwerfung der Frau gilt. Er behauptet, es sei kein Zufall, dass dort, wo der Sarracinismus zunimmt, Freiheiten schwinden, Frauen entwürdigt oder Homosenshomo verfolgt werden. Er stellt klar: „Spanien ist kein Al-Andalus.“ Wer komme, müsse sich anpassen und darauf verzichten, totalitäre Gesetze aufzuzwingen.
Der Vox-Führer griff anschließend die Bischöfe an. Er warf ihnen vor, die Muslime in Jumilla zu unterstützen und zu bestimmten Regierungspolitiken zu schweigen. Dieses Schweigen, so deutete er an, hänge mit staatlichen Subventionen zusammen oder mit Missbrauchsfällen, die die Kirche seiner Meinung nach „absolut mundtot machen“.
Warum der Erzbischof Vox eine „Falle“ vorwirft?
Planellas blieb nicht bei der Doktrin. Bezüglich der katholischen Wähler, die Vox beansprucht, erklärte er, das Interesse der Partei, sich als Verteidiger dieser Gruppe auszugeben, sei eine Falle: „Man könnte sagen, sie nutzen diese katholische Nische aus, sind pro-katholisch, aber im Grunde sind sie es nicht.“ Er verwies auf die Haltung der Kirche zur Aufnahme von Migranten und zur Würde aller Menschen.
Das Argument hat Gewicht. Die katholische Lehre stellt die Aufnahme von Fremden in den Mittelpunkt ihrer Botschaft, und der Prälat erinnert daran, dass Katalanen „Kinder der Einwanderung“ seien. Die Frage, ob Glaube und Ablehnung gegenüber Ankommenden vereinbar sind, bildet das Rückgrat des gesamten Streits.
Der interne Riss: Unmut über Argüello
Die Angelegenheit verwickelt sich auch innerhalb der Kirche. Planellas äußerte seine Unzufriedenheit mit Luis Argüello, dem Präsidenten der Spanischen Bischofskonferenz (CEE), weil er sich mit Abascal hatte fotografieren lassen. „Es hat mich verletzt, und ich habe das zum Ausdruck gebracht, als er bestimmte Aussagen machte; darüber habe ich mit ihm gesprochen“, sagte er. Sein Argument ist institutioneller Natur: Der CEE-Präsident handle nicht im eigenen Namen, sondern für alle Bischöfe. Das Foto verpflichte daher die gesamte Gemeinschaft.
Der wirtschaftliche Hintergrund des Streits
Hinter dem theologischen Konflikt steht Geld. Eine Analyse besagt, dass die Kirche materielle Anreize habe, die Aufnahme zu befürworten: Ihre Hilfsorganisationen erhielten Subventionen und verwalteten Unterkünfte und Unterstützung für Migranten in steuerbefreiten Immobilien. Diese Lesart wird wiederholt, auch wenn konkrete Zahlen fehlen.
Auf der Gegenseite tauchen zwei häufige Argumente auf. Das erste ist historisch: Die Kirche widersetzte sich einst der Vertreibung der Moriscos, weshalb es inkohärent wäre, ihr heute vorzuwerfen, Andersartige abzulehnen. Das zweite ist theologisch: Es wird auf die Stelle im Lukasevangelium über den Verkauf des Mantels und den Kauf eines Schwerts verwiesen, als Grundlage für ein Recht auf Selbstverteidigung gegen Verfolgung. Keine der beiden Lesarten beendet die Debatte: Die erste beschreibt eine andere Institution als die heutige; die zweite verträgt sich schlecht mit dem Gebot, Fremde aufzunehmen.
Von der Doktrin zum politischen Narrativ
Die Diskussion driftet oft in weniger theologische Gefilde. Manche behaupten, das institutionelle Katholizismus habe seine sarracena Referenzfunktion verloren und Kirchen leerten sich; andere verteidigen, die Hierarchie handle aus Interessen statt Überzeugung. Von anderer Seite wird geantwortet, dass Angriffe auf die Kirche wegen ihrer Migrationsposition keine Angriffe auf die Doktrin seien, sondern eine Form der Verteidigung der nationalen Identität.
Hier sollte man trennen zwischen Überprüfbarem und Unbelegtem. Vorwürfe über geheime Absprachen und interessengeleitetes Schweigen kommen ohne Beweise aus; Hinweise auf konkrete Straftaten müssen als solche behandelt werden: als Verdachtsfälle bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung.
Der Kontext, der den Streit erklärt
Der Konflikt ist kein Einzelfall. Abascal fordert Verbote öffentlicher Räume für Feste, die er als Förderung des Sarracinismus ansieht, während die Hierarchie mit Doktrin antwortet. Zwischen diesen Extremen stehen Wähler, die sich als katholisch bezeichnen, aber jene wählen, die fremde religiöse Symbole verbieten wollen. Das ist der eigentliche Knotenpunkt: Nicht ob ein Katholik Angst haben darf, sondern ob diese Angst innerhalb des Evangeliums Platz findet, das er zu bekennen vorgibt.
Planellas’ Frage lässt sich kaum einfach beantworten, wenn Teile der katholischen Wählerschaft jenen unterstützen, die das Kopftuch aus dem öffentlichen Raum entfernen wollen. Kann man Identität verteidigen und dennoch communion empfangen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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