Südafrika: Vorher und Nachher auf den enteigneten Farmen

Zwei Satellitenfotos aus 2009 und 2021 zeigen bewässerte Farmen in Südafrika, die zu Ödland verkommen sind. Die Debatte über Enteignungen und das sich wiederholende Muster.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Südafrika: Vorher und Nachher auf den enteigneten Farmen
Südafrika: Vorher und Nachher auf den Farmen, die Weißen enteignet wurden

Zwei Satellitenbilder, eines aus 2009 und eines aus 2021, zeigen dieselbe südafrikanische Landschaft, die zu etwas anderem geworden ist. Links die grünen Teppiche bewässerter Felder der Farmen Dawn Valley und Ponderosa. Rechts Ödland. Der Vergleich kursiert als visueller Beweis dafür, was passiert, wenn produktives Land enteignet und umverteilt wird: Das Land stellt die Produktion ein. Der Fall wird neben dem Simbabwes zitiert, und die Diskussion driftet zu einem Muster ab, das sich in Venezuela, Angola oder Panama wiederholt.

Was die Vorher-Nachher-Fotos zeigen

Ausgangspunkt ist ein Vergleichsbild: bewässerte Felder 2009 gegenüber demselben Gelände 2021. Der Kontrast ist das Argument. Die Produktion verschwindet, das Grün verblasst, und was ein kommerzieller Betrieb war, wird zu einer Fläche ohne erkennbare Nutzung.

Die Diskussion weitet den Blick schnell aus. Es wird daran erinnert, dass das Nachbarland Simbabwe diesen Weg schon früher gegangen ist und das Ergebnis dasselbe ist: Umverteiltes Land wird nicht mehr bewirtschaftet. Der Vergleich wird auf Venezuela ausgeweitet, wo Eigentum enteignet wird, verwertbare Vermögenswerte verkauft und der Rest sich selbst überlassen wird. Das Muster, heißt es, versagt nie.

Ein technisches Detail sollte man nicht übersehen. Die Datumsangaben der Bilder sind im englischen Format, und Südafrika liegt auf der Südhalbkugel: Das Foto von 2009 stammt aus dem Oktober, mitten im südlichen Frühling, das von 2021 aus dem Juli, dem kältesten Winter. Ein Teilnehmer weist darauf hin, dass in der Google-Earth-Historie derselbe Ort im Oktober 2021, drei Monate später, ganz anders aussieht. Der Beweis ist nicht so eindeutig, wie er scheint, auch wenn die eigentliche Frage bestehen bleibt.

Das sich wiederholende Muster: Simbabwe, Venezuela, Panama

Die Abfolge wird in mehreren Fällen gleich beschrieben. Zuerst wird enteignet. Dann wird unter denen verteilt, die das Land bewirtschaftet haben. Danach wird das Verwertbare verkauft, das Geld ausgegeben und der Betrieb kommt zum Erliegen. Eine bekannte Geschichte fasst es zusammen: Die Landreform nimmt das Land, die neuen Besitzer ernten eine Ernte, verkaufen sie, teilen das Geld auf, und das Betriebskapital verschwindet. Am Ende bitten sie die alten Eigentümer wieder um Arbeit.

Der Fall Panama wird in der Ich-Form erzählt. Die Zitrusplantagen und Verarbeitungsanlagen in David, Chiriquí, funktionierten und beschäftigten Hunderte Einheimische. Als die panamaische Regierung mit den Vereinigten Staaten aneinandergeriet, enteignete sie die Eigentümer und übergab den Betrieb den Arbeitern selbst, um ihn als Genossenschaft zu führen. Das Ergebnis war laut diesem Bericht dasselbe: Die Anlage stellte den Betrieb ein.

Der Panamakanal erscheint als zweiter Beweis. Wer ihn vor und nach der Übergabe besuchte, beschreibt einen negativen Unterschied: Wo früher Ordnung, Wartung und Geld waren, ist jetzt Verfall. Die gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Über die Amerikaner kann man viel sagen, aber wo sie sind, gibt es Investitionen, und die Dinge funktionieren.

Die Farmmorde und die zitierte Zahl

Die Debatte ist nicht nur wirtschaftlich. Ein Bericht über Angriffe auf Farmen in Südafrika im zweiten Quartal 2023 wird geteilt: 76 Angriffe in diesem Zeitraum, fast einer pro Tag, und ein Anstieg der Morde um 167 % zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal. Die Zahl wird als Kontext einer gezielten Gewalt genannt, die, so die Behauptung, in den Medien kaum Beachtung findet.

Die eigentliche Beschwerde betrifft den doppelten Standard. Es wird argumentiert, dass Rassismus gegen Weiße in diesen Ländern stark ausgeprägt ist und die Medien ihn nicht berichten oder nur nebenbei, während jeder umgekehrte Vorfall auf die Titelseiten kommt. Es ist eine Wahrnehmung, kein Fakt, aber sie ordnet einen großen Teil der Konversation.

Der Thread blickt auch nach innen. Gefragt wird, wer den Ruin dieser effizienten Farmer verursacht hat. Die angedeutete Antwort: der internationale Boykott der achtziger Jahre gegen die Apartheid, der auch ein Handelsverbot für Krugerrands umfasste. Derselbe Mechanismus, der heute auf andere Länder angewandt wird. Jetzt gibt es keinen Boykott mehr, und das Ergebnis zeigen die Fotos.

Das Klima-Argument und die Antwort des Kalenders

Die außerhalb dieser Kreise am häufigsten geäußerte Verteidigung ist der Klimawandel. Dürre, Extremwetter, ausbleibender Regen. In der Diskussion wird dieses Argument vorab mit Spott antizipiert und mit dem Kalender beantwortet: Wenn die beiden Fotos zu entgegengesetzten Jahreszeiten aufgenommen wurden, verliert der Vergleich an Kraft.

Das Gegenargument lautet, dass der saisonale Unterschied drei Jahrzehnte Verfall nicht erklärt. Land, das 2009 produzierte, hätte 2021 mit demselben Regen oder ohne ihn produzieren können, denn Bewässerung hängt nicht nur vom Himmel ab. Geändert hat sich nicht das Klima, sondern wer das Wasser, die Maschinen und die Märkte verwaltet hat.

Bleibt die eigentliche Zahl: 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid wird behauptet, die Ungleichheit sei explodiert, eine mit der neuen Macht verbundene Elite habe sich bereichert, und AIDS, Hunger und Elend hätten zugenommen. Die Zahlen, heißt es, seien faschistisch und rassistisch, aber sie täuschen nicht.

Was niemand klärt: Wer ist schuld

Der Thread kommt zu keiner Einigung über die letzte Ursache. Manche betonen die Unfähigkeit, das Enteignete zu verwalten. Andere den internationalen Boykott, der die Eigentümer erstickte, bevor sie gingen. Und eine dritte Gruppe blickt mit einer anderen Sorge in die unmittelbare Zukunft: dass die Vertriebenen am Ende an Europas Tür klopfen.

Die einzige Übereinstimmung ist, dass das Experiment schon einmal durchgeführt wurde und das Ende bekannt ist. Simbabwe, Venezuela, Panama, Angola. Dasselbe Drehbuch, dasselbe Ödland. Unbeantwortet bleibt, warum es weiter angewandt wird.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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