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EU-Zölle auf AliExpress-Käufe machen Reparuren unattraktiv
Die EU erhebt Zölle auf AliExpress-Käufe, ohne zu unterscheiden, ob das Produkt in Europa hergestellt wird. Die Reparatur eines alten Laptops kann teurer sein als dessen Wegwerfen.
Das eigentliche Problem bei den Zöllen auf AliExpress-Käufe ist nicht, dass sie erhoben werden, sondern dass sie gleichermaßen für Kleidung und Haushaltswaren gelten wie für einen Ersatzakku, der in Europa weder hergestellt noch verkauft wird. Diese fehlende Unterscheidung verteuert Reparaturen und treibt noch funktionierende Geräte in den Müll.
Die Europäische Union beäugt die asiatischen E-Commerce-Plattformen schon seit einiger Zeit. Die Debatte über Zölle auf Pakete aus China dreht sich nicht darum, ob Steuern gezahlt werden sollen, sondern was besteuert wird und was ausgenommen bleibt. Die Kritik mit der größten Wirkung ist nicht die steuerliche, sondern die zum Kleingedruckten: Das Zollregime behandelt ein Shein-Kleid genauso wie einen Ersatzakku für einen acht Jahre alten Laptop.
## Das Steuerargument, das kaum jemand anzweifelt
Wenn ein Artikel in Europa verkauft wird, zahlt er Körperschaftsteuer, schafft Arbeitsplätze in der Vertriebskette und hält stationäre Geschäfte am Leben. Ein Paket, das direkt aus China beim Käufer ankommt, durchläuft nichts davon. Dort hat der Zoll eine Logik, die selbst derjenige anerkennt, der ihn zahlt: Wenn man eine Pfanne bei **Ikea** kaufen kann, das hier Steuern zahlt, obwohl es in Asien produziert, konkurriert die Plattform, die dieselbe Pfanne ohne Zwischenhändler verkauft, in einer anderen Liga.
Das Problem entsteht, wenn diese Logik pauschal angewendet wird. Die Maßnahme unterscheidet nicht zwischen dem Massenkonsum von Kleidung, Haushaltswaren und Dekoration und dem Tröpfeln einzelner Komponenten, die niemand in Europa herstellt.
## Der Akku, den hier niemand herstellt
Es gibt Produkte, die keine Massenkonsumartikel sind und nicht in der EU hergestellt werden. Ein Akku für einen älteren Laptop, ein USB-Adapter, um die SSD eines alten MiniPC weiterzuverwenden, ein Pack mit **100 Trockenmittelbeuteln** zum Vakuumverpacken von Nüssen. Es gibt keinen Laden, in dem man sie kaufen kann. Sie erscheinen nur auf Marktplätzen, und unter dem neuen Zollregime erhöht der Zwischenhändler den Preis, weil er weiß, dass eine Bestellung aus China teurer kommt.
Dieser Aufpreis schützt keine europäische Industrie. Er mästet nur den jeweiligen Wiederverkäufer. Und er bestraft den Käufer, der versucht, ein Gerät am Laufen zu halten, statt es zu ersetzen.
## Reparieren lohnt sich nicht mehr
Das ist die ökologische Schwachstelle der Maßnahme. Wenn das Ersatzteil mit dem Zoll mehr kostet als ein neues Low-End-Gerät, hat eine Reparatur keinen wirtschaftlichen Sinn mehr. Der Laptop landet vorzeitig im Container. Die EU hat jahrelang Right-to-Repair-Regeln verabschiedet und die Lebensdauer von Elektronik verlängert; ein pauschaler Zoll auf Einzelteile geht in die entgegengesetzte Richtung.
Die Reparaturbranche weist schon länger darauf hin: Die Verfügbarkeit und der Preis von Ersatzteilen sind die erste Hürde, die darüber entscheidet, ob ein Gerät repariert oder weggeworfen wird.
## Wer die Einnahmen in die Höhe getrieben hat
Es gibt eine weniger technische, eher verhaltensbezogene Lesart. Das Volumen, das den chinesischen Handel ins Visier von Brüssel gebracht hat, stammt nicht von ein paar Elektronikfans. Es stammt aus der Massenbestellung von Kleidung, Accessoires, Küchenutensilien und Dekoration über Plattformen wie **Temu** und **Shein**. Das ist der Großteil der Pakete und der Großteil der Einnahmen.
Daraus ergibt sich der Vorschlag, der kursiert: den Zoll auf Kleidung, Haushaltswaren und Heimartikel beschränken und technische Ersatzteile ausnehmen. Der größte Teil der Einnahmen würde weiterhin hereinkommen, und wer nur reparieren will, was er schon besitzt, würde nicht mehr besteuert. Das ist eine politische, keine technische Entscheidung, und man sollte sich daran erinnern, dass jede Regeländerung den Geldbeutel betrifft: Vor dem Kauf lohnt es sich, den Endpreis inklusive Einfuhrabgaben zu prüfen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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