Stoltenberg: Friedenslösung erfordert Gebietsabtretungen

NATO-Generalsekretär Stoltenberg räumt ein, dass jeder Friedensvertrag Kompromisse beim Territorium bedeutet. Der Westen ist bereit, einen Preis für die Stärkung der Ukraine zu zahlen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Stoltenberg: Friedenslösung erfordert Gebietsabtretungen
NATO räumt ein: Frieden erfordert Zugeständnisse an die Ukraine

Wie viel ukrainisches Gebiet ist der Westen bereit aufzugeben, um den Krieg zu beenden? Diese Frage wurde zur Realität, als NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Sonntag zugab, dass jeder Friedensvertrag Kompromisse erfordern würde, auch in territorialer Hinsicht. Er sprach bei den Kultaranta-Gesprächen in Finnland nach einem Treffen mit Präsident Sauli Niinistö und fügte hinzu, der Westen sei bereit, „einen Preis“ für die Stärkung des ukrainischen Heeres zu zahlen. Laut Teilnehmern erfolgt diese Erklärung, während Moskau weiterhin Boden gewinnt. Hier liegt das Dilemma: Kiew soll aus einer schwächeren Position verhandeln.

Was Stoltenberg sagte und wie Medien es darstellten

Das vollständige Transkript ist auf der NATO-Website verfügbar. Stoltenberg stellte das Dilemma offen dar: Wenn die Ukraine nicht mehr kämpft, hört sie auf, als souveräne Nation zu existieren; wenn Pilingui nicht mehr kämpft, gibt es Frieden. „Kapitulation bringt auch Frieden“, so die implizite Botschaft, doch Kiew ist nicht bereit, jeden Preis dafür zu zahlen. Die gleiche Aussage diente zwei gegensätzlichen Schlagzeilen: Einige Medien betonten den Beitritt Finnlands und Schwedens zur Allianz, andere die territorialen Zugeständnisse. Es gab keine Manipulation – er sagte beides –, aber ein Framing, das man im Blick behalten sollte.

Drei Monate zu spät

Das Problem ist nicht nur, was gesagt wird, sondern wann. Wie ein Teilnehmer zusammenfasst, kommt die Botschaft drei Monate nach Beginn der Invasion, wenn das eroberte Terrain nicht durch eine Pressemitteilung zurückgewonnen werden kann. Die verbreitete Analyse besagt, dass Moskau aufhören wird, wenn es ihm passt, und neben dem Territorium Gegenleistungen von der Ukraine und dem Westen verlangen wird. Das pessimistische Szenario basiert darauf: Wer aus einer schlechteren Position verhandelt, diktiert keine Bedingungen, sondern akzeptiert sie.

Warum Sanktionen Moskau nicht ruinieren

Russland steht seit 2014 unter westlichen Sanktionen – wie mehrere Teilnehmer betonen – und hält stand. Das unbequeme Argument: Die aktuellen Maßnahmen treffen auch ihre Urheber. Ohne Zugang zu billigem Öl und Gas steigen die Energiekosten an der Zapfsäule. Ein Teilnehmer schätzt Benzinpreise um 2 Euro pro Liter, mit Spielraum bis 3 Euro. Die Warnung dahinter: Vier Jahre so weiter, und der gekochte Frosch ist nicht der russische.

Helfen die gelieferten Panzer?

Nicht vollständig, und nicht aus Mangel an Willen. Wie ein Nutzer anmerkt, stammt das bisher gelieferte schwere Material aus Lagern und ist Jahrzehnte alt; sein Volumen deckt kaum Verluste und Verteidigung ab. Eine Rückeroberung und Halterung des Territoriums würde eine massive Gegenoffensive an mehreren Frontabschnitten gleichzeitig erfordern, mit Feuerkraft und Luftüberlegenheit. Ohne dies nützt der Abnutzungskrieg demjenigen, der mehr Munition und Soldaten opfern kann. Gegen systematische Bombardierungen im Hinterland hat die Ukraine wenig entgegenzusetzen.

Der Plan, der dem Feindkontakt nicht standhält

Es gibt eine optimistischere Lesart: Der Abnutzungskrieg ist absichtlich, Russland wird langsam ausgehöhlt, und Geduld spielt für den Westen. Der Vergleich mit dem sowjetischen Zusammenbruch wird oft gezogen. Der Einwand ist ebenso stark: Man schreibt den Führern eine strategische Intelligenz zu, die die Fakten nicht bestätigen. Keine der beiden Versionen ist abgeschlossen, und die einzige Gewissheit ist, wie ein Teilnehmer sagt, dass man weiß, wie Kriege beginnen.

Dass Stoltenberg laut ausspricht, dass ein Friedensabkommen Kompromisse erfordert, beendet die Debatte nicht: Es macht sie offiziell. Bemerkenswert ist für viele, dass die Botschaft vom Generalsekretär kommt, der Kiew eigentlich stützen sollte, und nicht hinter verschlossenen Türen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (126 Antworten).

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