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Drohnen-Aufnahme zeigt Tötung von vier Palästinensern in Gaza
Eine israelische Drohne filmte den Tod von vier Palästinensern in Chan Junis wegen Betretens einer „Kampfzone“. Haaretz beschreibt undefinierte „Vernichtungszonen“.
Drohnen-Aufnahme zeigt Tötung von vier Palästinensern in Gaza „Kampfzone“
Eine israelische Drohne hat den Tod von vier Palästinensern in Chan Junis aufgezeichnet. Der Grund laut Armee: Sie hätten eine „Kampfzone“ betreten. Das Video wurde von Israel selbst ohne Zensur veröffentlicht und zeigt, wie Truppen das Feuer auf unbewaffnete Personen eröffnen. Die Nachricht ist nicht das Video: Es ist die Tatsache, dass diese Zonen existieren, keine definierten Grenzen haben und niemand weiß, wo sie liegen. Die Zeitung Haaretz bezeichnet sie als „Vernichtungszonen“, und mehrere Soldaten haben bestätigt, dass in der Praxis jeder, der sich nähert, erschossen werden kann.
Was sind Vernichtungszonen und warum kennt sie niemand?
„Vernichtungszonen“ sind Gebiete, die von einzelnen israelischen Einheiten im Gazastreifen festgelegt wurden. Es gibt keine offizielle Karte, keine präzisen Grenzen, und die Palästinenser wissen nicht, wo diese Zonen beginnen oder enden. Wenn sich jemand nähert, beansprucht die Armee das Recht, ihn zu töten. Theoretisch gibt es auch „humanitäre Zonen“, in denen die IDF (Israel Defense Forces) nicht operiert, aber die von Haaretz interviewten Soldaten geben selbst zu, dass es unmöglich ist, die Bevölkerung darin zu halten. Im Norden des Streifens verbleiben etwa 300.000 Menschen, die Ärmsten unter ihnen, die Nahrung suchen und dabei Gefahr laufen, eine unsichtbare Linie zu überschreiten.
General Halewi, Chef des Generalstabs, hat Beschwerden über die Nutzung dieser Zonen zur Eliminierung von Zivilisten erhalten und sich öffentlich dagegen ausgesprochen. Doch unter Offizieren, auch in hohen Rängen, findet die Praxis weiterhin Akzeptanz. Ein Soldat fasste es so zusammen: „Ich habe das Gefühl, dass hier keine Regeln für den Einsatz von Gewalt gelten.“ Ein anderer fügte einen Satz hinzu, der jede offizielle Statistik entkräftet: „In der Praxis ist ein Terrorist jeder, der im Operationsgebiet der IDF stirbt.“
Die Zahlen Israels und die, die nicht stimmen
Seit Oktober wurden im Gazastreifen etwa 32.000 getötete Menschen gezählt, basierend auf den Daten, die in der Debatte verwendet werden. Die IDF behaupten, 13.000 davon seien „Terroristen“ gewesen. Die Differenz zwischen beiden Zahlen – 19.000 – erklärt, warum die Definition von Terrorist zum Schlachtfeld geworden ist. Wenn jeder Tote im Operationsgebiet in diese Kategorie fällt, passt sich die Zählung von allein an.
Das Muster wiederholt sich in anderen Episoden. Vor einigen Tagen wurden sechs Menschen, die humanitäre Hilfe verteilten, erschossen, laut einer Nachricht aus der Debatte. Israel schrieb dies einem „Fehler“ zu und gab zu, dass es sich um humanitäre Helfer handelte. Das Muster ist nicht neu: Israelische Behörden haben in der Vergangenheit Erzählungen wie die von enthaupteten Babys oder Listen angeblicher Terroristen verbreitet, die sich als Namen der Wochentage auf Arabisch herausstellten, wie in der Debatte behauptet wird. Propaganda funktioniert durch Anhäufung: Wenn etwas oft genug wiederholt wird, unterscheidet das Publikum nicht mehr zwischen echten Fällen und Inszenierungen.
Die Normalisierung des Völkermords als Kommunikationsstrategie
Das Video aus Chan Junis wurde nicht geleakt: Israel hat es gezeigt. Das ist der unbequemste Teil. Es gibt keine Scham, nur Ausstellung. Und es funktioniert. Ein Teil des internationalen Publikums ist vom Skandal zur Toleranz und von der Toleranz zur Feier übergegangen. Die Diskussion dreht sich nicht mehr darum, ob Israel Zivilisten tötet, sondern wie viele und mit welcher Rechtfertigung. Der Rahmen hat sich verschoben: von „das stimmt nicht“ zu „das ist legitim“.
Am härtesten Ende des Spektrums vertreten einige offen die Ansicht, dass alle Palästinenser sterben müssen, dass sie „Bestien mit menschlichem Aussehen“ seien oder dass sie „nur in Madagaskar oder Sibirien landen können“. Dies sind Minderheitenmeinungen, aber sie zirkulieren ohne Scheu. Auf der anderen Seite ist die häufigste Antwort der 7. Oktober als universales Alibi: Jede darauffolgende Handlung wird durch das Geschehen an diesem Tag gedeckt. Das Problem dieses Arguments ist, dass es ein Massaker in einen Blankoscheck ohne zeitliche oder quantitative Grenze verwandelt.
Die Blockade, der 7. Oktober und der ausgeblendete Kontext
Es gibt einen Fakt, der selten in der Berichterstattung auftaucht: Der Gazastreifen stand jahrelang vor dem 7. Oktober unter Blockade. Diese Blockade, von den Vereinten Nationen als illegal eingestuft, war Schauplatz friedlicher Proteste, die mit scharfer Munition niedergeschlagen wurden. Laut den in der Debatte verwendeten Zahlen waren 60 % der Toten am 7. Oktober Militär- und Polizeikräfte; die restlichen 40 % Siedler. Das heißt, nicht alle waren im strengen Sinne Zivilisten. Das rechtfertigt nichts, widerlegt aber die Erzählung eines wahllosen Massakers gegen eine schutzlose Bevölkerung.
Die Diskussion über Israels Existenzrecht vermengt sich mit der Diskussion über das Recht der Palästinenser, nicht vernichtet zu werden. Es sind zwei verschiedene Dinge, die als gegenseitige Schutzschilde dienen. Israel beruft sich auf seine Sicherheit; die Palästinenser auf ihr Überleben. Dazwischen stehen 32.000 Tote und eine Armee, die erst schießt und dann fragt. Das Ergebnis ist ein Territorium, in dem menschliches Leben null zählt und in dem jede Annäherung an eine unsichtbare Linie die letzte sein kann.
Das Drohnenvideo zeigt keinen Kampf. Es zeigt vier gehende Menschen. Die israelische Armee veröffentlichte es als Warnung. Das ist der verstörende Fakt: Nichts muss mehr versteckt werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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