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China unterstützt Argentinien bei Falkland-Krise vor UN
Chinas UN-Botschafter bezeichnet Falkland-Streit als Kolonialerbe und befürwortet Argentiniens Souveränitätsanspruch.
China stützt Argentinien auf den Falklands und belastet die Achse mit Großbritannien
Der chinesische Botschafter bei der UN, Geng Shuang, hat Peking Unterstützung für Argentinien im Territorialstreit mit dem Vereinigten Königreich um die Falklandinseln übermittelt. Er tat dies vor dem Sonderkomitee für Entkolonialisierung, das beide Seiten aufforderte, den Dialog wieder aufzunehmen. In seiner Rede bezeichnete Geng die Falkland-Frage als „historisches Erbe des Kolonialismus“ und argumentierte, dass zwar die koloniale Ära vorbei sei, aber „Hegemonie und Machtpolitik, die dem kolonialen Denken entsprechen, auch heute noch existieren“. Der chinesische Vertreter bekräftigte die „konsistente und klare“ Haltung seines Landes, die „den legitimen Anspruch Argentiniens auf Souveränität über die Falklandinseln“ unterstützt, und erinnerte daran, dass Peking eine friedliche Lösung von Territorialstreitigkeiten gemäß der Charta der Vereinten Nationen befürwortet.
Was genau sagte China und warum ist es wichtig?
Die Unterstützung durch Geng Shuang ist inhaltlich nicht neu, aber im Tonfall schon. Peking verteidigt seit Jahren die argentinische Souveränität über die Falklands und tat dies am Dienstag erneut vor dem UN-Gremium, das sich mit den nicht selbst verwalteten Gebieten befasst. Die Neuerung liegt im Rahmen: China stellt den Streit als Folge des Kolonialismus dar, nicht als bilateralen Konflikt zwischen zwei Ländern. Diese Einordnung hat Konsequenzen. Wenn das Problem kolonial ist, steht das Vereinigte Königreich auf der Seite der Überreste einer Ordnung, die die UN zu überwinden behauptet.
Das Sonderkomitee für Entkolonialisierung forderte beide Seiten auf, den Dialog in dieser Angelegenheit wieder aufzunehmen, eine übliche Formel, die zu nichts verpflichtet. Doch die chinesische Unterstützung verleiht der argentinischen Position politisches Gewicht und irritiert laut einigen Teilnehmern der Debatte London, das seine Souveränität über die Inseln verteidigt und Verhandlungen ablehnt, solange die Insulaner sie nicht verlangen.
Das Reich der Piraten-Eichhörnchen und schwindende Unterstützung
Der Ausdruck, der dem Thema seinen Titel gibt – das Reich der Piraten-Eichhörnchen – fasst die Stimmung der Unterhaltung zusammen: die Idee, dass das Vereinigte Königreich, einst globaler Schiedsrichter, Unterstützung verliert, während China und andere aufstrebende Akteure das Brett neu ordnen. Das ist keine neue These. Bemerkenswert ist, dass sie nun von einem ständigen Mitglied des Sicherheitsrats in einem Entkolonialisierungsforum formuliert wird.
Einige vertreten die Ansicht, dass China keinen Stich ohne Faden setzt und dass seine Unterstützung für Argentinien ein weiteres Stück in seinem Kampf gegen den Westen ist, mit Taiwan im Hintergrund. Andere weisen darauf hin, dass Peking Einfluss in Südamerika sucht, wo es bereits wirtschaftliche und Fischereiinteressen hat. Dagegen spricht das Argument, dass China seit Jahrzehnten dieselbe Position wiederholt, ohne dass sich der Status quo im Südatlantik auch nur einen Millimeter bewegt hat.
Gibraltar, Ceuta und Melilla: die unbequeme Frage
Die chinesische Unterstützung für Argentinien hat eine wiederkehrende Frage neu aufgeworfen: Was ist mit Gibraltar? Die britische Kolonie auf der Iberischen Halbinsel steht seit mehr als drei Jahrhunderten unter britischer Souveränität, und Spanien hat bei seiner Forderung kaum Fortschritte erzielt. Der Vergleich mit den Falklands ist unvermeidlich, und einige Debattenteilnehmer weisen auf Pekings Heuchelei hin, wenn es eine antikoloniale Sache unterstützt, während es eigene territoriale Ansprüche in Asien aufrechterhält.
Die Gibraltar-Frage kreuzt sich zudem mit einem wirtschaftlichen Detail: Laut einigen Rednern funktioniert die Kolonie als Steueroase, und ein Großteil ihrer Aktivitäten kommt Unternehmen und Anwohnern der Umgebung zugute. Das erschwert jedes Szenario eines Souveränitätswechsels, denn es gibt konkrete Interessen daran, dass sich nichts ändert. Ähnliches gilt für Ceuta und Melilla, wo die Spannung mit Marokko durch Nebelkerzen gemanagt wird.
Doppelte Standards als Hausnorm
Die Diskussion driftet in unangenehmeres Terrain ab: die Kohärenz der Blöcke. China unterstützt Argentinien gegen das Vereinigte Königreich, geht aber in seinen eigenen Streitigkeiten hart vor. Der Westen prangert fremden Kolonialismus an, hält aber Überseegebiete fest. Und Spanien, das Gibraltar fordert, spielt in den Kriegen seiner anglo-sächsischen Verbündeten nur die zweite Geige.
Die optimistischste Berechnung für Argentinien geht davon aus, dass die chinesische Unterstützung in echten Druck auf London münden wird. Das pessimistische Szenario geht davon aus, dass alles bei einer weiteren Erklärung vor einem Komitee ohne bindende Macht bleibt. Zwischen diesen Extremen ist das einzig Verifizierbare, dass das Vereinigte Königreich weiterhin keine Absicht zeigt, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, und Argentinien nicht auf seinen Anspruch verzichtet.
Was riskiert Argentinien mit chinesischer Rückendeckung?
Die diplomatische Unterstützung aus Peking ist nicht umsonst. Argentinien unterhält eine komplexe Wirtschaftsbeziehung zu China, mit Investitionen, Krediten und Fischereiabkommen, die Spannungen erzeugt haben. Skeptiker des Näherkommens warnen, dass die Unterstützung bei den Falklands die Währung sein könnte, um die finanzielle Abhängigkeit zu erhöhen. Befürworter argumentieren, dass Buenos Aires Verbündete braucht, wo immer es sie finden kann, und dass der Westen ihm in vier Jahrzehnten keine Lösung geboten hat.
Die Debatte ist nicht abgeschlossen. Die UN drängt weiterhin auf Dialog, das Vereinigte Königreich rührt sich nicht, und China sammelt weiter Gesten. Mit diesen Zutaten füllt sich der Korb der Entkolonialisierung mit ungelösten Akten und Unterstützungen, die in anderer Währung bezahlt werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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