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Spaniens Wirtschafts-Fata Morgana: Verhängnis oder Ausrede
Ein Videoreport über die gewählte Mittelmäßigkeit lässt Untergangspropheten und Skeptiker aufeinanderprallen. Die Daten des spanischen Statistikamts INE klären nicht, ob es eine Fata Morgana ist.
Ist die spanische Wirtschaft eine Fata Morgana? Ein erneut kursierender Videoreport behauptet das ohne jede Nuance: ein Land, das auf Jahrzehnte zur gewählten Mittelmäßigkeit verdammt sei. Der Beitrag hält dagegen, dass Kurzfristdenken und sozialer Egoismus ein Kartenhaus im unmöglichen Gleichgewicht errichtet hätten und die Spanier beschlossen hätten, ohne anzuhalten auf den Abgrund zuzusteuern. Das Video liefert zudem eine soziopolitische Diagnose: Das „divide et impera" funktioniere, und die Bevölkerung, abgelenkt in Lager wie bei einem Fußballspiel, sehe nicht, dass alle im selben Boot sitzen.
Gegen diese apokalyptische Lesart erhebt sich der Skeptizismus derjenigen, die daran erinnern, dass Untergangsprognosen ein lukratives Format sind: YouTuber, die vom Verkünden des Kollapses leben, brauchen eine stets düstere Botschaft. Die offiziellen Daten, zitiert vom spanischen Statistikamt INE bis zu den Analysen von CincoDías, zeichnen das Bild einer mittelmäßigen, aber nicht am Abgrund stehenden Wirtschaft. Eine düstere Diagnose ist nicht automatisch eine korrekte.
Die unbequeme Frage lautet, ob das Etikett der „gewählten Mittelmäßigkeit" nicht einfach eine elegante Art ist, jene aus der Verantwortung zu lassen, die die Regeln entworfen haben. Wir streiten weiter, ob es eine Fata Morgana oder eine Ausrede ist, während das Kartenhaus weitersteht – getragen vielleicht von genau jener Trägheit, die das Video anprangert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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