Spaniens Selbstständigenabgabe treibt Unternehmer nach El Salvador

Ein Investitionsabkommen über 2,588 Milliarden Euro und die Abschaffung von Steuern locken spanische Unternehmer nach El Salvador, wo die Selbstständigenabgabe nicht existiert

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Selbstständigenabgabe treibt Unternehmer nach El Salvador
Der Bukele-Effekt holt spanische Unternehmer, die Spaniens Selbstständigenabgabe entgehen wollen

Ein Investitionsabkommen über 2,588 Milliarden Euro, vier Fluggesellschaften, die Madrid mit San Salvador verbinden, und eine Community von Content-Creators, die die Regierung El Salvadors bereits berät. Das zentralamerikanische Land, kleiner als die spanische Provinz Badajoz, ist zum Trendziel für einen ganz bestimmten Typ Spanier geworden: für denjenigen, der mit einer Kamera, einer frisch registrierten Firma und der Überzeugung ankommt, dass er hier keine Cuota de Autónomo zahlt (Spaniens verpflichtende Sozialversicherungsbeiträge für Selbstständige). Die offizielle Zahl der in Spanien geborenen Einwohner liegt laut INE (spanisches Statistikinstitut) kaum über 300, doch der Lärm, den sie erzeugen, steht in umgekehrtem Verhältnis zu ihrem demografischen Gewicht.

Von der Selbstständigenabgabe zum Präsidialberater

Der Köder ist steuerlicher und administrativer Natur. Bukele schaffte sogar die Steuern auf Börsengewinne ab, dollarisierte die Wirtschaft und vereinfachte die Firmengründung so weit, dass Enrique Riquelme selbst, Verantwortlicher für die größte ausländische Investition in der Geschichte des Landes, zugab, dass ihm keiner der anderen 37 Märkte, in denen Cox tätig ist, so viele Erleichterungen geboten hat. Für einen spanischen Selbstständigen, der zwischen Abgaben und Bürokratie erstickt, kommt die Botschaft an.

Die Geschichte verstärken die Protagonisten selbst. Izan Pérez, ein 25-jähriger Asturier, wurde zum Mitarbeiter der Präsidialkommission für Salvadorianer im Ausland ernannt. Sein Unternehmen für militärische Aufklärung zahle dort, so sagt er, keine Steuern, da es eine internationale Tätigkeit sei. Shelvin Payano und Julio Mejía, YouTuber, die die Niederlande verließen, bringen es so auf den Punkt: „Wir sahen, dass Europa unser Wachstum begrenzte, und wagten den Schritt hierher wegen der verbesserten Sicherheit und der niedrigen Steuern.“

Das Geschäft mit Containern und Grundstücken ohne Straßenanbindung

Nicht alles ist institutioneller Glamour. Der meistdiskutierte Fall ist der eines Unternehmers aus Kastilien, der Wohnhäuser aus Schiffscontainern baut und seinen Umzug in eine Videoserie verwandelt hat. Er filmt die Tankstelle, den Supermarkt, die Werkstatt, den Zahnarzt. Und bei der Suche nach Grundstücken stößt er auf das, was jeder, der in der Region Geschäfte gemacht hat, erwarten würde: Parzellen ohne Straßenanbindung, die nur zu Fuß erreichbar sind. In seiner Erzählung bekommt dieses Detail kaum eine Einstellung.

Die Anekdote hat Substanz. Ein Mann landet, sieht vier asphaltierte Straßen und eine moderne Bibliothek, und kündigt schon wenige Tage später an, das Land werde Spanien den Rang ablaufen. Der Abstand zwischen touristischem Eindruck und ökonomischer Analyse wird in Gallonen, Pfund und Zoll gemessen: derselbe Mann, der das angloamerikanische Maßsystem entdeckt, als wäre er auf dem Mars gelandet.

Wer kommt zurück und mit welchem Kapital?

Der Strom fließt nicht nur in eine Richtung. Salvadorianer, die in die USA ausgewandert waren, kehren zurück, nun mit Kapital, um in Tourismusgeschäfte zu investieren, angezogen von der Sicherheit und der einfachen Firmengründung. Fernando Cárdenas, Forscher am Institut für Migrationsstudien der Universidad Pontificia de Comillas, erinnert daran, dass die spanische Migrationsbilanz weiterhin positiv ist, und ordnet diese Strömung in das klassische Muster von Oberschichten ein, die weniger Steuern zahlen wollen.

Das ideologische Profil wird ebenfalls ohne Scheu gezeichnet. „Wir, die hierher kommen, sind rechts. Wenn du links bist, wirst du es hier schwer haben“, fasst einer der Interviewten zusammen. Politische Nähe funktioniert als Eintrittsfilter und als Verkaufsargument zugleich.

Das Problem, das niemand filmt

Die unbequeme Frage ist keine steuerliche, sondern eine der Nachfolge. Das Modell ruht auf einer personalistischen Figur und einer Befehlskette, die, einmal verschwunden, ein Land mit per Dekret wiederaufgebauten Institutionen zurücklassen wird. Sollte der nächste Regierende die inhaftierten Bandenmitglieder begnadigen, ändert sich die Lage schlagartig. In den Videos erwähnt das niemand.

Unterdessen fliegt Iberia täglich, Iberojet und Air Europa kommen auf der Strecke dazu, und Spanien ist bereits der größte europäische Tourismuslieferant des Landes. Vier salvadorianische Minister präsentierten 150 Mitgliedern der CEOE (Spaniens wichtigster Unternehmerverband) Geschäftsmöglichkeiten. Das Geschäft existiert. Die Frage ist, wie viel von dem, was als Wunder verkauft wird, die Zeit übersteht – und wie viel nur ein Umzug mit Kamera ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (27 Antworten).

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