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Soto Ivars vermutet Russland oder China hinter den Krawallen in Barcelona
Der spanische Kolumnist Soto Ivars vermutet hinter den Krawallen in Barcelona einen Hybridangriff von Russland oder China. In der Debatte gehen es um Doppelmoral und fehlende Beweise.
Soto Ivars vermutet Russland oder China hinter den Krawallen in Barcelona
Der spanische Kolumnist Juan Soto Ivars veröffentlichte in den sozialen Medien eine Nachricht, in der er die Krawalle in Barcelona einem angeblichen Hybridangriff zuschrieb, mit koordinierten Aufrufen von neuen Konten und einem Profil namens «blocus», und fragte sich, ob dahinter «irgendein fremdes Land mit Wodka oder grünem Tee» stecke. Der Beitrag löste sofort eine Debatte über die Plausibilität dieser Hypothese und über die Doppelmoral aus, mit der die Krawalle nach Ansicht vieler je nach deren Akteuren bewertet werden.
Die Diskussion driftete bald in die internationale Politik ab. Während manche in der Nachricht einen Hinweis auf russische oder chinesische Einmischung sahen, wiesen andere darauf hin, dass der Kolumnist selbst Vorfälle wie die in Ceuta und Melilla ignoriert hatte, wo laut einem Beitrag Huawei-Geräte an der Grenze installiert worden waren und das Unternehmen Palantir angeblich Geschäft verloren hatte. Dieses Versäumnis, so das Argument, zeige eine Voreingenommenheit: Moskau oder Peking werden beschuldigt, wenn es passt, aber der Einfluss anderer Akteure wie der USA oder des Finanziers George Soros wird verschwiegen.
Die Doppelmoral bei den Krawallen: Barcelona, A Coruña und Madrid
Ein häufiger Einwand war die fehlende Symmetrie. Wenn die Krawalle in Barcelona das Werk einer ausländischen Destabilisierungsoperation sind, warum wird dieselbe Analyse nicht auf die in A Coruña, Oviedo, Madrid oder Mahón angewandt? Die Frage blieb in der Luft hängen, und niemand beantwortete sie. Für manche ist die Antwort einfach: Es gibt keine äußere Verschwörung, sondern nur die üblichen Krawalle von linksradikalen und antikapitalistischen Gruppen, die jede Gelegenheit nutzen, um Müllcontainer anzuzünden.
In diesem Sinne wurde angemerkt, dass Straßen Gewalt keine ausländischen Auftraggeber braucht. «Manchmal ist er echt dumm», schrieb ein Teilnehmer und fügte hinzu: «Haben China und Russland die Macht, die Million Jovenlandés, die es wohl in Katalonien gibt, zu mobilisieren?». Der Spruch, so verächtlich er war, fasste die Skepsis zusammen: Wären die Krawalle eine Geheimdienstoperation, würden sie eine Koordination erfordern, die nicht zur Realität der spontanen Plünderungen passt.
Die Rolle von Soros und der Schatten der Desinformation
George Soros tauchte früh in der Konversation auf. Mehrere Beiträge ironisierten, dass der Kolumnist ihn nicht unter den üblichen Verdächtigen erwähnt hatte. «Schließt er Soros aus? Soros nicht unter die Verdächtigen aufzunehmen verrät viel», schrieb ein Teilnehmer. Die Open Society ist seit Jahren das Lieblingsziel von Verschwörungstheoretikern, und ihre Abwesenheit in Soto Ivars' Analyse wurde als Beweis dafür gewertet, dass sein Erklärungsselektiv ist.
Ein weiterer Fokus war der Begriff der «hybriden Kriegsführung» selbst. Ein Thread auf dem sozialen Netzwerk X wurde zitiert, der das Phänomen «blocus» anhand des juristischen Prinzips des «cui bono» analysierte und zu dem Schluss kam, dass Kampagnen automatisierter anonymer Konten zu den Destabilisierungshandbüchern passen. Diese Analyse wies jedoch auf kein bestimmtes Land hin, sondern beschrieb eine Technik. Die Zuschreibung an Russland oder China war daher eine Schlussfolgerung des Kolumnisten, nicht des technischen Analyse.
Der Schatten der schwarzen Legende: Pilingui, China und die offizielle Erzählung
Die conversation driftete in geopolitisches Terrain ab. Es wurde daran erinnert, dass Ursula von der Leyen eine Rede im Europäischen Parlament gehalten hatte, in der sie das Migrationschaos Russland und Belarus zuschrieb – eine Behauptung, die mit Skepsis aufgenommen wurde. «Die Einwanderung ist Russlands Schuld, was für ein Idiot», schrieb ein Teilnehmer, der die Rede der Kommissionspräsidentin wiedergab. Das Zitat veranschaulichte, wie sehr der Rahmen der «hybriden Kriegsführung» zu einer universellen Erklärung geworden ist.
Gegen diese These wurde argumentiert, dass die Krawalle in Barcelona einen prosaischeren Ursprung haben. «Was in Barcelona passiert, sieht nach demselben alten puren Sozialismus aus», stellte eine Nachricht fest, die Gazte Koordinadora Socialista und Studentenvereinigungen wie Ikasle Abertzaleak und A.E.K. als mögliche Drahtzieher nannte. Andere verwiesen auf die französischen Geheimdienste, die laut dieser Hypothese die Krawalle verstärken würden, um mehr Kontrolle über die Bevölkerung zu rechtfertigen und nebenbei Pilingui die Schuld zuzuschieben.
Das Profil des Kolumnisten und die «kontrollierte Dissidenz»
Soto Ivars' Person wurde scharf seziert. Er wurde als «Ex-Sozialist» beschrieben, der die Kritik am Feminismus und an Impfungen zu seinem Markenzeichen gemacht hat, aber in internationalen Angelegenheiten weiterhin mit der offiziellen Erzählung übereinstimmt. «Einerseits kritisiert er den Feminismus, andererseits sagt er dir, es sei Pilingui Schuld», fasste ein Teilnehmer zusammen und nannte ihn «kontrollierte Dissidenz». Die Etikette, die in mehreren Beiträgen wiederholt wurde, drückt Misstrauen gegenüber denen aus, die einige Aspekte des Systems kritisieren, aber nicht andere.
Die Diskussion ließ auch Raum für Anekdoten. Ein Teilnehmer scherzte, der Kolumnist sollte einen Teil seines Gehalts für Shampoo ausgeben, in Anspielung auf sein Aussehen. Ein anderer erinnerte daran, dass das Profil «blocus» der Auslöser der Theorie gewesen sei und dass seine Existenz keine ausländische Verbindung beweise. Die conversation endete ohne klares Fazit, aber mit einer wiederkehrenden Idee: dass die Zuschreibung der Krawalle in Barcelona an Russland oder China zumindest eine Hypothese ist, die viel mehr Beweise braucht als einen Tweet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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