Die Regierung geht gegen die Richter vor
Die Regierung von Pedro Sánchez verschärft ihre kritische Rhetorik gegenüber der Justiz und beschuldigt sie der Parteilichkeit sowie des Handelns mit politischer Absicht, um die Regierung zu schädigen und der Opposition den Weg zur Macht zu ebnen.
Regierung und PSOE haben ihre Rhetorik gegen die Judikative intensiviert und bestimmte Richter als "Landesretter" bezeichnet, denen sie vorwerfen, die Regierung "absetzen" zu wollen. Die Kritik richtet sich gegen aktuelle Justizentscheidungen wie die einstweilige Aussetzung des 'Gesetzes der Enkel' (ley de nietos, ein Gesetz zur spanischen Staatsbürgerschaft für Nachkommen von Exilspaniern), die die Sozialisten als politische Einmischung und Versuch interpretieren, Grundrechte einzuschränken, insbesondere im Hinblick auf die kommenden Wahlen.
## Justiz als politische Waffe
Der Minister für Digitale Transformation, **Óscar López**, war einer der Schärfsten und erklärte, "es gibt Richter, die Landesretter sind" und die "das Unmögliche tun, um diese Regierung abzusetzen". López erinnerte an den **José María Aznar** zugeschriebenen Satz "wer kann, der macht" und deutete an, dass bestimmte Justizsektoren mit klarer politischer Absicht handeln: "die Regierung abzusetzen". Er betonte, "es gibt Justizsektoren, die darauf aus sind, die Regierung jeden Tag zu Fall zu bringen", und verband diese Handlungen mit einer Agenda, um den Abgang von **Pedro Sánchez** aus **La Moncloa** (Amtssitz des spanischen Ministerpräsidenten) zu erzwingen.
In dieselbe Richtung argumentierte der Verkehrsminister, **Óscar Puente**, der die Angriffe der Regierung damit rechtfertigte, dass man sich nicht "mit einer Binde und einem Knebel" absichtlich Richtern gegenübersehen lasse, die seiner Ansicht nach "Politik machen" und zugunsten von **PP** und **Vox** agieren, um "ihrer Regierungsübernahme den Weg zu ebnen". Puente stellte fest, dass bestimmte Justizentscheidungen "für sich selbst sprechen, was die dahinterstehende politische Absicht angeht".
Die Parteisprecherin, **Montse Mínguez**, schloss sich der Kritik in der Pressekonferenz nach der Sitzung des Exekutivkomitees des PSOE an. Sie warnte, dass "die Justiz unabhängig sein muss", und stellte "Fragen", die ihrer Ansicht nach die Richter "sehr gut" erklären sollten. Als Beispiel nannte Mínguez die unterschiedliche Handhabung bei der Zulassung von Beweismitteln und fragte, warum "Presseausschnitte in einem Fall genügen", etwa im Fall der Ehefrau von **Pedro Sánchez**, **Begoña Gómez**, "während andere abgelehnt werden", in Anspielung auf Berichte über den Vater von **Mariano Rajoy** zu dessen Zeit als Regierungschef. Mínguez verwies auch auf den unterschiedlichen Umgang mit "Beleidigungen", die mal zu Verurteilungen führen und mal nicht, oder auf Indiskretionen, die die Karriere eines Generalstaatsanwalts betreffen, im Gegensatz zu dem, was sie als "journalistische Arbeit" betrachtet. Dies "sind offene Fragen", schloss sie, die sich die Sozialisten stellten.
## Das 'Gesetz der Enkel' als Streitpunkt
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (Tribunal Supremo), das Wahlrecht jener eingebürgerten Personen auszusetzen, die nach dem 'Gesetz der Enkel' eingebürgert wurden, aber nicht nachweisen können, dass sie Nachkommen von Exilspaniern sind, ist zum Brennpunkt der Auseinandersetzung geworden. **Óscar López** nannte diese Maßnahme eine "Barbarei" und einen "demokratischen Übergriff", da sie ein "Grundrecht" aussetze. **Óscar Puente** stellte die Zuständigkeit des Obersten Gerichtshofs in Frage, sich zu dem Gesetz und seiner Ausführungsanweisung zu äußern, und bezeichnete die Entscheidung als "Urteil in Form einer einstweiligen Maßnahme, die ein Grundrecht aussetzt".
**Montse Mínguez** warnte, dass die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Spaniern "das Wahlrecht nehmen" wird, und forderte die Justiz auf, "sehr schnell zu entscheiden". Mínguez erinnerte daran, dass der Berichterstatter des Urteils bei einem Treffen seine Präferenz für einen Sieg von **Alberto Núñez Feijóo** geäußert haben soll. Die sozialistische Sprecherin äußerte ihre Sorge über den Satz, der ein "reales Risiko" andeute, dass das Wahlergebnis der Spanier beeinflusst werden könnte, und argumentierte, "nie zu wählen kann niemals ein reales Risiko sein" und "das reale Risiko für eine Demokratie beginnt, wenn einigen Wählen als Risiko erscheint".
Der Generalsekretär des **PSdeG** (sozialistische Partei Galiciens), **José Ramón Gómez Besteiro**, ging ebenfalls gegen **PP** und **Vox** vor und nannte deren Kritik am 'Gesetz der Enkel' eine "Respektlosigkeit gegenüber der Welt der Einwanderung". Mínguez wiederum erinnerte an die "Pressehistorie" von **Alberto Núñez Feijóo** und wies darauf hin, dass dieser in seinen Wahlprogrammen für **Galicien** Gesetze zur Verleihung der Staatsbürgerschaft an Nachkommen von Spaniern vorgesehen hatte, und beschuldigte **Vox**, das Programm des **PP** zu diktieren.
Die Zentrale Wahlkommission (Junta Electoral Central) hat, dem Beschluss des Obersten Gerichtshofs folgend, das Wahlregisteramt (Oficina del Censo Electoral) und die Konsulate um Informationen zur Überprüfung der Abstammung von Exilspaniern bei eingebürgerten oder im Einbürgerungsverfahren befindlichen Personen gebeten.
## Die Ceuta-Krise und die Wahlstrategie
Auch der Umgang mit der Migrationskrise in **Ceuta** war Gegenstand von Debatten und gegenseitigen Vorwürfen. Die Regierung verteidigt sich mit dem Hinweis, sie sei "engagiert" und "fokussiert" an der Lösung der Krise gearbeitet, und macht den **CNI** (spanischen Auslandsgeheimdienst) dafür verantwortlich, nicht vor der Einreise von **72.000 illegalen Einwanderern** gewarnt zu haben. Die Sozialisten werfen dem **PP** vor, die Lage "wahltechnisch auszunutzen", und sehen darin "den endgültigen Schlag gegen die Regierung und **Pedro Sánchez**". "Ceuta ist ihnen völlig egal", griff Mínguez an und erklärte, das Ziel der Volkspartei sei es, "Instrumente zu haben, um **Pedro Sánchez** anzugreifen".
Mínguez kritisierte, dass der **PP** "immer dasselbe macht, große Krisen in Wahlkampf und Geschäft umwandelt", und erwähnte die freihändigen Auftragsvergaben des Präsidenten der Autonomen Stadt, **Juan Jesús Vivas**. Die PSOE-Sprecherin bat um "Vertrauen" in **Pedro Sánchez** und forderte, die Regierung danach zu beurteilen, wie "die Krisen enden und nicht wie die Opposition sie ausnutzt", und erklärte, die Regierung sei "aus jeder einzelnen der bewältigten Krisen gestärkt hervorgegangen".
In diesem Zusammenhang zeigte das September-Barometer des **Centro de Investigaciones Sociológicas** (spanisches Soziologie-Institut) einen Rückgang der Wählerstimmen-Prognose für den PSOE von **33 %** auf **31 %**, wobei die Partei vor dem **PP** bleibt, der auf **25,5 %** steigt. **Vox** ist die Partei mit dem größten Zuwachs und liegt bei **16,6 %**, begünstigt durch die Ceuta-Krise.
* Der Minister **Óscar López** erklärte, es gebe Richter, die versuchen, die Regierung "abzusetzen".
* Die Sprecherin **Montse Mínguez** stellte die unterschiedlichen Maßstäbe der Justiz in Frage.
* Das 'Gesetz der Enkel' war ein zentraler Punkt der sozialistischen Kritik an der Justiz.
* Der **PSOE** beschuldigt den **PP**, die Krise von **Ceuta** wahltechnisch auszunutzen.
* Das letzte Barometer des **CIS** zeigt einen Rückgang der Wählerstimmen-Prognose für den PSOE.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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