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Spaniens Immobilienpreise verdoppeln sich in 12 Jahren
Der spanische IPV-Index steigt seit 48 Quartalen. In Madrid haben sich die Preise um 130 % erhöht. Daten zeigen massive Angebotsknappheit.
Zwölf Jahre ununterbrochener Anstieg: Spaniens Wohnimmobilienpreise haben sich verdoppelt
Eine Wohnung, die zum Markttiefpunkt für 172.000 Euro gekauft wurde, wird heute auf 350.000 Euro geschätzt. Dies ist keine Ausnahme, sondern eine statistische Realität aus Stein und Mörtel. Der Wohnpreisindex des Nationalen Statistikinstituts (INE) ist seit 2014 in 48 aufeinanderfolgenden Quartalen gestiegen, während sich die Preise in Madrid um das 2,3-fache vervielfacht haben. Die Kurve zeigt keine Schwankungen mehr; sie verläuft senkrecht nach oben ohne erkennbares Ende.
Blase oder einfache Knappheit?
Einige argumentieren, es gebe keine Blase, sondern nur ein Angebotsproblem. Ihre Begründung: Klassische Blasen gehen mit Kreditexpansion und Massenproduktion des spekulierten Gutes einher, was hier nicht der Fall sei. Andere beschreiben dies als Betrug oder direkte Folge der Währungsentwertung. Unbegrenzte Geldschöpfung verteuere alle greifbaren Güter: Wohnungen, Lebensmittel, Gold. Dass der Ibex 35 im selben Zeitraum sich verdreifachte, sei kaum Zufall.
Die ungeordneten Ursachen
Bezüglich der Treiber fehlt der Konsens. Einerseits kam der Wohnungsbau während dieser zwölf Jahre brutal zum Erliegen. Andererseits erhöhen Regulierungen die Baukosten, Stromversorgungsengpässe hemmen neue Projekte und rechtliche Unsicherheit hat Tausende kleiner Vermieter vom Markt gedrängt. Hinzu kommt die Fragmentierung der Haushalte: Während früher mehrere Generationen eine Wohnung teilten, sucht nun jeder Erwachsene seine eigene. Wachsende Bevölkerungszahlen setzen den ohnehin erstickenden Markt zusätzlich unter Druck.
Politisch geben einige Analysten Pedro Sánchez’ achtjähriger Regierungsverantwortung die Schuld. Andere weisen darauf hin, dass Prekarität und niedrige Löhne seit zwei Jahrzehnten bestehen, sodass die Verantwortung nicht allein einer Legislaturperiode zugeschrieben werden kann.
Der europäische Spiegel
Der Vergleich mit Europa ist schmerzlich. In Belgien, wo das Pro-Kopf-Einkommen bei 54.000 Euro liegt verglichen mit 34.000 Euro in Spanien, gibt es Wohnungen in Antwerpen für 300.000 Euro. In Madrid reicht derselbe Betrag bei niedrigerem Durchschnittsgehalt nicht einmal für eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Analysen zufolge ist die Situation in Portugal noch schlimmer. Die unbequeme Schlussfolgerung: Das Problem ist nicht nur der Preis, sondern das Verhältnis zwischen Preis und Gehalt. Detaillierte Berechnungen der Kaufkraft erweitern die Kluft weiter.
Der Mythos der Joghurtdeckel
Zwischen 2011 und 2017 hieß es scherzhaft, man könne mit Joghurtdeckeln eine Wohnung kaufen. Das war die Nachwehe der vorherigen Blase: Schnäppchenpreise und eingefrorene Kredite. Heute ist der Scherz makaber geworden. Ein Zeichen der Zeit: Selbstbedienungs-Waschsalons boomen, was darauf hindeutet, dass Menschen Wohngemeinschaften teilen und keinen Platz für eigene Waschmaschinen haben.
Der Anstieg betrifft sowohl Käufer als auch Mieter. Wer sich 800 Euro für eine enge Unterkunft in Madrid nicht leisten kann, fragt sich, was zu tun ist. Während einige auf einen Crash warten, erinnern andere daran, dass das Tief von 2014 nicht zurückkehren wird. Eines ist klar: In diesem Szenario wurden die Gehälter vergessen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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