Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Die Stadtfeste in Spanien verzeichneten nur halb so viele Besucher wie üblich. Während Innenräume leer bleiben, sind Außenterrassen mit gering ausgebenenden Gästen gefüllt.
Leere Bars, volle Terrassen: Spaniens Konsumkrise wird sichtbar
Die diesjährigen Stadtfeste, die als von internationalem Interesse erklärt wurden, zogen nur halb so viel Publikum an wie in früheren Jahren. Die Bar, die zur Kaffee-Zeit normalerweise überfüllt ist, bietet nun drei Kunden und einen belegten Tisch. Diese Szene wiederholt sich in ganz Spanien: tote Lokale, scheinbar volle Terrassen und Rechnungen unter fünf Euro pro Kopf. Es ist die harte Realität für jene, die auf die Kasse schauen, nicht auf das Schaufenster.
Der Latte Macchiato, der den Tisch eineinhalb Stunden belegt
Eine volle Terrasse bedeutet keine volle Kasse. Am Vormittag werden viele Tische in Madrid nur durch einen Latte Macchiato und Toast gehalten: wenige Biere, gestapelte leere Gläser und entspannte Kunden, die es eilig haben zu gehen. Ein Umsatz von zwei Euro für anderthalb Stunden Sitzplatz bringt kaum Gewinn. Nach dieser Logik können vierzig sitzende Personen weniger Marge erzeugen als ein einzelner Esstisch.
Daher die Widersprüchlichkeit im Kern des Problems: Die Ausgaben sind eingebrochen, ohne dass die Straßen dies schreien. Eine volle Terrasse entspricht einem Mikro-Sponsoring des Nichts. Das Geschäft deckt die Miete, nicht die Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
Warum kehren Straßentrinken und Acht-Euro-Cocktails zurück?
Die Jugendrituale haben sich völlig neu geordnet. Man kauft eine Flasche für jeweils drei Personen und trinkt am Strand oder im Park: weniger als fünf Euro pro Kopf. Danach verlangen Cocktailbars acht Euro für einen Mixdrink, doch dort ist niemand. Es ist nicht nur der Preis: Alkohol wird als schädlich markiert und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gebrochen.
Im Viertel heißt das Symptom Bierflasche für 2,50 Euro und das Verschwinden kleiner Formate. Jede Runde wurde zu einer kleinen Übung der Haushaltsbuchführung. Wer ausgeht, geht seltener aus.
Der Strand als Wohnzimmer: Sonnenschirme, Planen und Müll
Den Druck spürt man deutlich an der Küste. Strände, die früher ruhig waren, zeigen nun Familien, die komplette Provisorien aufbauen: Tische, Stühle, Schirme, Planen und Windschutz. Wer am Nachmittag kommt, findet keinen Platz im Umkreis von zwei Metern. Dieser Strand-Slum erinnert an Sommer vor vier Jahrzehnten und spricht nicht vom ausländischen Tourismus, sondern von Familien, die Reisen durch den nächsten Sandstrand ersetzt haben.
[CITA]Lange Reisen wurden durch Nähe zur Küste ersetzt: Man sammelt sich dort, wo kein Eintritt gezahlt werden muss.
Dorf-Feste ja, Hauptstadt nein
Es gibt eine Verschiebung, die kaum jemand erwartet hatte. Menschen, die zwanzig Kilometer von der Hauptstadt entfernt lebten und jedes Wochenende hochfuhren, bleiben nun in ihrer Gemeinde, entdecken ihre Bars und füllen ihre Feste. Die Freizeit schrumpft Richtung Null-Kilometer. Ein Teil des Publikums hat nicht aufgehört auszugehen: Sie haben aufgehört Auto zu fahren.
Gegenargumente basieren auf Beobachtungen anderer Gebiete: Terrassen an der Costa del Sol sind überfüllt, Flughäfen voll und Strände bis spät in die Nacht belebt. Beide Erzählungen können gleichzeitig wahr sein, und genau hier beginnt das Problem.
Costa del Sol boomt, Ibiza leer: Daten passen nicht zusammen
Erste Handberichte widersprechen sich je nach Provinz. An der Costa del Sol laufen Gastronomie und Strände auf Hochtouren, mit bemerkenswerter Präsenz ausländischer Besucher und auch junger Einheimischer. Auf Ibiza hingegen beschreiben Taxifahrer, Hotelmitarbeiter und Bootsverleiher einen deutlichen Rückgang zum selben Zeitpunkt.
Für manche Analytiker sind diese Quellen auf der Straße zuverlässiger als offizielle Besucherstatistiken, die verspätet eintreffen und Übernachtungen messen, nicht die Kassenumsätze. Uneinigkeit darüber, ob es eine Krise gibt, beginnt genau hier: bei dem, was wir entscheiden zu messen.
Das Fundament des Konsums: Öffentliche Gehälter und Renten
Ein Puffer verhindert den sichtbaren Zusammenbruch. Er besteht aus 3 Millionen öffentlichen Bediensteten und 10 Millionen Rentnern mit frisch eingegangenen Zahlungen, die allein die Runden am Vormittag stützen können. Hinzu kommt der Kauf öffentlicher Schulden, dessen Rate um 15 Milliarden Euro monatlich gesunken sein soll, mit einem Wendepunkt im April 2022 beim Fluss europäischer Fonds.
Dieses Geld zirkuliert zwar, bleibt aber nicht in der Bar. Es erklärt das seltsame Gefühl, das viele beschreiben: Niemand hat Kleingeld, und trotzdem ist Bewegung auf der Straße.
Monatsende, Konsumkredite und der Kalender der Not
Die verbreitetste Diagnose besagt, dass Haushalte am 20. Tag ohne Bargeld dastehen. Die Abfolge ist immer gleich: Sommer, Raten für schnelle Kredite für den Urlaub, Rückkehr zur Routine mit bereits gebundenem Gehalt. Die wiederholte Schlussfolgerung duldet keine Nuancen: Die echte Not kommt nach dem Sommer.
Demgegenüber hat ein Teil des Publikums strategischen Rückzug gewählt: Schulden vermeiden, nicht vom System abhängen und akzeptieren, dass Glück und Besitz schlecht zusammenpassen. Es ist eine intime Antwort auf ein makroökonomisches Problem und wahrscheinlich die einzige, die in der Macht des Einzelnen liegt.
Die Diskussion stockt genau hier. Wenn die Ausgaben sinken, warum gibt es Warteschlangen an der Küste? Wenn es Warteschlangen gibt, warum sind Cocktailbars samstagabends leer? Niemand hat die Bilanz bisher geschlossen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (135 Antworten).
Die Baby-Boom-Generation geht in Rente, während die spanische Staatsverschuldung fast 100 % des BIP erreicht. Die Pensionskassen sind im Ungleichgewicht.
Berichten zufolge leiten die USA Schweizer F-35-Zahlungen auf Patriot-Systeme um und verschieben die Lieferung bis 2030. Europa überdenkt seine Abhängigkeit von US-Waffen.
Ein Kopfstoß-Vorfall in einer S-Bahn in Barcelona hat die Debatte über Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr, Migration und wirtschaftliche Belastung wieder entfacht.
Ein Feuerwehrbewerber in Madrid stieg vom Rang 201 auf 101 durch Anwendung weiblicher Fitnessstandards. Der Stadtrat ermittelt wegen möglicher Gesetzesumgehung.
Ein von der BBC verbreitetes Video zeigt Demonstranten, die Touristen in Barcelona mit Wasserpistolen bespritzen und die Debatte um Massentourismus neu entfachen.