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11-M: These über Aznar und Zugverschrottung ohne Gerichtsurteil
Die These, der spanische Ex-Premier Aznar habe die Tatortspuren des 11-M vernichtet, entbehrt einer gerichtlichen Bestätigung, trotz Behauptungen eines richterlichen Auftrags.
11-M: Die Verschrottung der Züge und die nicht bestätigte Verschwörungstheorie
Die am 11. März 2004 in Madrid explodierten Züge wurden verschrottet. Auf dieser Tatsache basiert eine der hartnäckigsten 11-M-Verschwörungstheorien: José María Aznar habe die Vernichtung des Tatorts angeordnet, um die wahren Täter zu deckeln. Diese Anschuldigung wird oft als schlüssiger Beweis dargestellt. Doch die Argumentation selbst zeigt einen Riss: Es wird behauptet, ein richterlicher Befehl habe die Demontage autorisiert. Kein Gerichtsbeschluss hat die von der These vorausgesetzte Urheberschaft bisher bestätigt.
Die Verschrottungs-Theorie: NATO, P2OG und inszenierte Angriffe
Diese Linie besagt, die Verschrottung sei keine Inkompetenz gewesen, sondern der erste Schritt einer Vertuschung. Laut dieser Version hätte Aznar mit den USA vereinbart, dass eine Einheit für False-Flag-Operationen, die P2OG, auf spanischem Boden ohne Konsequenzen operieren könne. Diese Bewegungen hätten mit NATO-Manövern zusammengefallen, bei denen ein sarracinistischer Anschlag mit zweihundert Toten simuliert wurde, der acht Stunden vor dem tatsächlichen Attentat endete. Ein Skript, das nur trägt, wenn die ursprüngliche Szene vorher verschwindet.
Ein Detail besagt, Frankreich habe diese Manöver geleitet, obwohl es die integrierte Militärstruktur der Allianz 1966 verlassen hatte. Daraus wird geschlossen, die USA hätten das Kommando abgetreten; wenn alles abgesprochen war, war die formale Führung irrelevant. Das ist eine Deduktion, kein Dokument. Und genau hier liegt der Fehler der gesamten Theorie: Sie passt zu gut, stützt sich aber auf kein einziges belastendes Beweismittel.
Wer ordnete die Verschrottung der 11-M-Züge an?
Die Gegenantwort ist unbequem: Nach Aussagen einiger Teilnehmer erfolgte die Demontage der Waggons mit richterlicher Genehmigung. Die Zerstörung des Tatorts war also keine Ermessensentscheidung der Regierung, sondern Teil einer gerichtlichen Untersuchung. Wenn das stimmt, wackelt der Pfeiler der Anschuldigung: Es braucht keinen Befehl Aznars, da die Zuständigkeit beim Gericht lag.
Das Gegenargument schließt den Fall nicht ab, verschiebt aber die Ebene. Der Verdacht gegen die Verschrottung ist alt und hat reale Wurzeln. Bedenken wegen überall gefundener Sprengstoffmengen existierten damals bereits, und Zweifel daran, wie bestimmte Fahrzeuge an bestimmte Orte gelangten, nährten jahrelanges Misstrauen. Dass Zweifel bestehen, macht eine Hypothese nicht zur bewiesenen Tatsache.
Villarejo, Richterin Coro Cillán und Quellenprobleme
Hier verwickelt sich die Sache. Manche beziehen sich auf den Ex-Kommissar Villarejo, den Kritiker als zentrale Figur staatlicher Schmutzkampagnen sehen und dessen Vorstrafen seine Glaubwürdigkeit mindern. Andere lehnen ihn rundweg ab und erinnern daran, dass er laut dieser Lesart die Richterin Coro Cillán bis zur Erschöpfung verfolgte, die die Urheberschaft des 11-M klären wollte.
Die Argumentation enthält eine zirkuläre Falle: Wenn die Quelle Teil des Komplotts ist, dient alles, was sie sagt, dazu, gegenteilige Spuren zu verwerten. Es fehlt das Dokument, nicht die Rhetorik. Eine Frage bleibt offen, die niemand mit Papieren beantwortet: Wenn ein anderes Land verantwortlich war, warum hat die PP dies nicht angezeigt oder untersucht, als sie wieder an die Macht kam?
ETA, Zapatero und der politische Streit danach
Der 11-M war nicht nur ein Anschlag; er löste einen politischen Krieg aus, der noch anhält. Eine Strömung erinnert daran, dass die damalige Regierung die Taten zunächst der ETA zuschrieb und diese Version nutzte, um eine vermeintlich gewonnene Wahl nicht zu verlieren. Die andere antwortet mit dem Satz, der im Thread der PSOE zugeschrieben wird, „die Spanier brauchen eine Regierung, die sie nicht belügt“, und behauptet, dort sei die Verschwörungserzählung wirklich entstanden.
Dazwischen liegen Namen und Papiere: Lorenzo Ramíreys Buch über den 11-M, das manche Teilnehmer als Betrug bezeichnen; zwei drei Monate zuvor festgenommene ETA-Mitglieder mit Rucksackbomben und demselben Sprengstofftyp; sowie eine Urheberschaftshypothese, die fünfzehn Jahre später jemand als eigene reklamiert.
Andere Versionen: Frankreich, Marokko und PSOE
Keine Theorie dominiert allein. Manche verorten den Ursprung in Interessenkonstellationen zwischen PSOE, Marokko und Frankreich, wobei Aznar die Vertuschung akzeptierte, um einen unmöglichen diplomatischen Krieg zu vermeiden. Andere sehen es global, mit Geheimdiensten Nachbarländer unter dem Dach der NATO, und bestehen auf dem Nuancenunterschied, dass Franzosen und nicht Amerikaner involviert waren.
Der Effekt ist bekannt: Je mehr Versionen, desto weniger überprüfbar jede einzelne. Wenn jeder einen anderen Schuldigen hat, wird Verdacht zum Klima, und ein Klima kann man nicht verhöhen.
Das Verwirrende ist nicht eine der großen Erzählungen. Es ist, dass nach Jahren gegenseitiger Anschuldigungen, Büchern und Akten der Tatort zerstört wurde und die Urheberschaft durch keinen Beschluss fixiert ist. Diskutiert wird, wer die Verschrottung anordnete. Warum, hat bisher niemand bewiesen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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