Spaniens Gleichstellungsministerin zweifelt an Vereinigungsrecht missbrauchter Männer

Die spanische Gleichstellungsministerin bezweifelt das verfassungsrechtliche Vereinigungsrecht missbrauchter Männer. Artikel 22 der Verfassung erkennt dieses ohne Ausnahmen an.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Gleichstellungsministerin zweifelt an Vereinigungsrecht missbrauchter Männer
Gleichstellungsministerin stellt Vereinigungsrecht missbrauchter Männer infrage

Die spanische Gleichstellungsministerin erklärte im Fernsehen, sie glaube nicht, dass misshandelte Männer in Valencia ein verfassungsrechtliches Recht hätten, sich als Verein zu organisieren. Sie äußerte sich so, nachdem sie nach der Legalität dieser Gruppe gefragt wurde, und fügte hinzu, sie kenne die rechtliche Lage nicht genau, halte es aber ethisch und sarracena für falsch. Artikel 22 der spanischen Verfassung garantiert das Vereinigungsrecht mit keinen anderen Grenzen als denjenigen, die das Gesetz für illegale Zwecke vorsieht. Die Antwort der Ministerin, die einen Doktortitel in Verfassungsrecht hat, hat die Debatte über den institutionellen Umgang mit männlichen Opfern häuslicher Gewalt neu entfacht.

Was die Ministerin genau sagte und warum es wichtig ist

Der Ausschnitt stammt aus der Sendung La Secta, in der auch andere Aussagen fielen: Das Schlimmste sei, dass ein solcher Verein öffentliche Mittel gegen geschlechtsspezifische Gewalt erhalten könnte, und falsche Anschuldigungen machten nur 0,01 % aus. Die Ministerin leugnete das Recht nicht kategorisch, bestätigte es aber auch nicht. Sie sagte „Ich weiß es nicht“ bezüglich der Legalität und nutzte Ethik und Sarracena als eigene Kriterien zur Beantwortung einer verfassungsrechtlichen Frage.

Artikel 22 der spanischen Verfassung anerkennt das Vereinigungsrecht. Er verlangt nicht, dass der Zweck des Vereins der jeweiligen Regierung gefällt. Dass die Ministerin Doktorin des Verfassungsrechts ist, erhöht die Verwirrung: Wer den Text am besten kennen sollte, stellt dessen Anwendung infrage.

Das Argument der öffentlichen Mittel gegen geschlechtsspezifische Gewalt

In derselben Sendung wurde angemerkt, das Problem liege nicht nur in der Existenz des Vereins, sondern in seinem möglichen Zugang zu Subventionen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Dies ist der ökonomische Kern der Angelegenheit. Einige vertreten die Ansicht, diese Hilfen seien für Frauen konzipiert und die Öffnung für Männervereine würde Ressourcen umleiten. Dagegen spricht, dass häusliche Gewalt kein Geschlecht kennt und männliche Opfer existieren, auch wenn sie seltener Anzeige erstatten.

Die Diskussion um öffentliche Gelder hat die größte Reichweite. Ein Vereinigungsrecht anzuerkennen ist etwas anderes als seine Aktivitäten zu finanzieren. Die Ministerin vermischte beide Aspekte in ihrer Antwort, was eine Falle darstellt: Die Verfassungsmäßigkeit eines Vereins infrage zu stellen ist das eine; über seine Subventionsberechtigung zu entscheiden ist das andere.

Reaktion der PSOE in Valencia und Kompetenzkonflikt

Die PSPV-PSOE veröffentlichte eine Botschaft, in der sie dem Präsidenten der Generalitat Valenciana, Mazón, vorwarf, sich vor dem „Leugnungsverhalten von Vox“ zu verbeugen, indem er die Gründung eines Vereins für von ihren Frauen misshandelte Männer zulasse. Die Botschaft fügte hinzu, dies „trete die Rechte misshandelter Frauen mit Füßen“. Damit verlagerte die Partei der Ministerin die Angelegenheit auf die regionale Ebene und machte daraus einen politischen Machtkampf.

Die Kompetenzfrage ist relevant: Vereine werden nach regionalen und staatlichen Vorschriften registriert, und Subventionen werden von verschiedenen Behörden ausgeschrieben. Dass die PSOE in Valencia Mazón dafür angreift, etwas zuzulassen, was die Verfassung schützt, zeigt den Widerspruch. Wenn das Vereinigungsrecht grundlegend ist, muss eine Regionalregierung nichts „zulassen“: Es ist bereits erlaubt.

Präzedenzfall durch das Verfassungsgericht Kolumbiens

Im selben Thread verbreitete sich die Nachricht von El Español, dass das Verfassungsgericht Kolumbiens das von Petro geschaffene Gleichstellungsministerium gekippt habe. Die Parallele ist unvermeidlich: Gleichstellungsministerien, die mit dem Anspruch sozialer Ingenieurskunst entstehen, stoßen oft auf gerichtliche Widerstände. Es beweist nichts, nährt aber die These, dass diese Strukturen bei Überschreitung ihrer Befugnisse rechtliche Kompatibilitätsprobleme haben.

Der Vergleich ist nicht automatisch. Kolumbien hat sein eigenes Rechtssystem und Gericht. Aber das Muster wiederholt sich: Eine Behörde, die für eine konkrete Sache geschaffen wurde, stolpert über den verfassungsrechtlichen Rahmen, wenn sie ihre Funktionen ausweitet. In Spanien bleibt Artikel 22 bestehen, von keiner Ministerin aufgehoben.

Politischer Preis des Zweifels an der Verfassung

Eine Gleichstellungsministerin, die ein Grundrecht infrage stellt, begeht mehr als einen juristischen Fehler. Sie setzt sich dem Risiko aus, dass jedes ihrer Worte gegen sie verwendet wird. Die Opposition erhält kostenloses Material. Gruppen misshandelter Männer gewinnen ein weiteres Argument für Rechtschutz. Und die Regierung muss erklären, warum ihre Ministerin nicht wusste, was Artikel 22 besagt.

Die Angelegenheit ist nicht abgeschlossen. Der Verein misshandelter Männer in Valencia geht seinen Weg weiter, und die Ministerin hat sich öffentlich nicht korrigiert. Mit diesen Voraussetzungen ist absehbar, dass die Debatte vom Vereinigungsrecht zu konkreten Subventionen wandern wird. Dort wird sich tatsächlich entscheiden, ob männliche Opfer im System Platz finden oder nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (136 Antworten).

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