Spaniens Ciudadanos tritt bei der 29N-Wahl als Democracia 21 an

Ciudadanos wird bei der Parlamentswahl am 29. November in Spanien unter dem Label Democracia 21 antreten. Die Ankündigung wurde von manchen gefeiert, von anderen im Debate mit Häme aufgenommen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Ciudadanos tritt bei der 29N-Wahl als Democracia 21 an
Spaniens Ciudadanos tritt bei der 29N-Wahl als Democracia 21 an

Die Nachricht wurde von der Parteiführung selbst bestätigt: Ciudadanos tritt unter dem Label Democracia 21 bei der Wahl am 29. November an. Die Ankündigung, von manchen gefeiert und von anderen mit Häme aufgenommen, öffnet die Debatte über den Raum, den die Orange-Partei einst besetzte, und darüber, wer von dem Manöver wirklich profitiert. Das ist keine Fusion im üblichen Sinne: Es ist eine Übernahme mit Wechsel von Name, Farbe und Erzählung.

Was ist Democracia 21 und wer steckt dahinter

Die Partei, die Ciudadanos aufnimmt, präsentiert sich als neue Plattform, doch ihr Name weckt bereits Misstrauen. Manche behaupten, die „21“ sei kein Zufall und der Verweis auf die Freimaurerei ein bewusster Augenzwinker; andere sehen darin schlichtes Marketing. Was aber durchdringt, ist die persönliche Verbindung: Der Ehemann der Vorsitzenden ist ein britischer Politiker, eine Tatsache, die manche als Beleg für ausländische Einmischung anführen. Die freimaurerische Verschwörungstheorie zieht sich durch die Analyse, stärker als die Fakten.

Die Wahlrechnung, die niemand laut anstellen will

Das erklärte Ziel ist, die taktische Stimme zu bündeln, doch die tatsächliche Wirkung könnte die gegenteilige sein. Ein Teil der Analyse vertritt die Auffassung, das Manöver solle verhindern, dass PP und VOX auf 210 Sitze im Kongress kommen, was zentrale Reformen in Justiz, Wahlgesetz, Einwanderung und Einbürgerung blockieren würde. Alvises Präsenz in den Massenmedien wird in derselben Schlüssel gelesen: spalten statt sammeln. Die vollständige Rechnung, Sitz für Sitz aufgeschlüsselt, liefert ein überraschendes Ergebnis.

Das Geld hinter dem Manöver

Wer bezahlt den Wahlkampf? Die Antwort, die kursiert, zeigt auf Bankaktionäre, mit der Santander im Visier. Erinnert wird an Frau Botíns Verstrickung mit Ciudadanos, und der Schachzug wird als verdeckte Rettung der PSOE gedeutet, um das Szenario der PP zu sprengen. Der Druck der PSOE auf die BBVA wegen des Übernahmeangebots für die Sabadell wird als Schutz verflochtener Interessen gelesen. Ohne Beweise, aber mit Erinnerung.

Der Rivera-Faktor und die Stimme, die zu Hause bleibt

Albert Rivera betrat die Bühne, um dazu aufzurufen, die Stimme auf regierungsfähige Parteien zu bündeln – eine Botschaft, die wie der Abschied vom eigenen Projekt klingt. Manche glauben, Democracia 21 werde sozialistische Wählerinnen und Wähler anziehen, die die PSOE nie geschluckt hätten; andere warnen, sobald sie sich mit der PSOE arrangiere, würden sich diese Wähler verraten fühlen. Die Enthaltung wird derweil in bestimmten Foren ungeniert beworben.

Gelb bringt Pech

Der Wechsel von Orange zu Gelb ist nicht unbemerkt geblieben. Ciudadanos und Democracia 21 sind Politik einer anderen Zeit, ebenso wie Podemos; die Welt hat anderes im Sinn, und die patriotischen Parteien stehen, so diese Lesart, kurz vor der Machtübernahme. Die Ironie über die Farbe und über das Recyceln alter Namen (Toni Cantó, UPyD, CDS, UCD) beherrscht die Analyse. Niemand erwartet, dass die Marke an der Urne etwas reißt.

Unter diesen Vorzeichen lautet die vernünftigste Prognose: Democracia 21 wird keinen einzigen Sitz holen. Sollte sie doch welche gewinnen, werden es Abgeordnete sein, die mit dem Block marschieren, den sie angeblich bekämpfen will. Die Geschichte schreiben, wie immer, die Wähler am 29N.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (44 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver