Spanien fällt auf Platz 53 von 184 im Index für wirtschaftliche Freiheit

Der Index für wirtschaftliche Freiheit 2026 wirft Spanien auf Platz 53 von 184 zurück, während der Konflikt um die Puerta del Sol und Ceuta die Diagnose einer „Anarcho-Tyrannis“ befeuert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien fällt auf Platz 53 von 184 im Index für wirtschaftliche Freiheit
Spanien rutscht auf Platz 53 von 184 bei der wirtschaftlichen Freiheit

Spanien ist kein Staat mehr, der die Ordnung auf der Straße oder die wirtschaftliche Freiheit derjenigen garantiert, die dort leben. Die Behauptung klingt nach Stammtischparole, doch dahinter stehen zwei konkrete Fakten: Das Land ist im Index für wirtschaftliche Freiheit 2026 auf Platz 53 von 184 abgestürzt, und die Regierungsdelegation in Madrid weigert sich, den Platz Puerta del Sol zu räumen, mit Verweis auf das Versammlungsrecht. Von da an eskaliert die Diagnose. Von der Anarcho-Tyrannis bis zum gescheiterten Staat – jeder sucht sich sein Etikett selbst aus.

Auf welchem Platz steht Spanien im Index für wirtschaftliche Freiheit 2026?

Auf Platz 53 von 184, laut dem Bericht der Heritage Foundation, der vom Instituto de Estudios Económicos veröffentlicht und von Libre Mercado aufgegriffen wird. Spanien galt einst als eine der 25 freiesten Volkswirtschaften der Welt; heute schleift es Nachteile bei der fiskalischen Gesundheit, der Investitionsfreiheit und der Integrität der Regierung mit. Ein Ranking ist ein Schnappschuss, kein Film, und Schnappschüsse sind umstritten.

Umstritten ist nicht die Bewegungsrichtung. Manche lesen die Zahl als direkte Folge des Interventionismus der Regierung; auf der anderen Seite steht das Argument, dass solche Indizes regulatorische Wahrnehmungen messen und Steuermodelle bestrafen, die andere Länder ohne Drama tragen. Keine der beiden Lesarten erklärt für sich allein einen derartigen Absturz, und die genaue Größenordnung des Falls sollte man sich ansehen, bevor man Schlüsse zieht.

Warum wird die Puerta del Sol nicht geräumt?

Weil die Regierungsdelegation davon ausgeht, dass auf dem Platz ein Versammlungsrecht besteht, das gegenüber der Räumungsforderung der Stadt Madrid und der Region Madrid Vorrang hat. Die Entscheidung hat die Doppelmoral-Debatte entfacht: Es wird behauptet, die Versammelten am Sol dürften bleiben, während andere Kundgebungen, etwa jene an der Ferraz, mit Schlagstöcken empfangen wurden. Zudem wird eingewandt, dass dieselbe Verwaltung in Ceuta rechtliche Hürden geltend macht, um Personen, die irregulär eingereist sind, zurückzuführen.

Der Kontrast ist nicht nur politisch, sondern eine Frage der Maßstäbe. Zwei Fälle der Besetzung öffentlicher Räume, zwei gegensätzliche Antworten. Wer die Regierung verteidigt, entgegnet, dass sich eine politische Kundgebung und ein Migrationsstrom nicht vergleichen lassen und dass ihre Vermischung ein Argumentationstrick sei. Das Problem: Der Trick, wenn er einer ist, bringt politisch Stimmen.

Wie viel legislative Souveränität bleibt Spanien?

Weniger, als das Parlament vermuten lässt. Eine in der Debatte wiederholte Rechnung beziffert den Anteil der Regelungen, die das Alltagsleben betreffen und von der Europäischen Kommission ausgehen, auf 70 %. Es ist eine kursierende Schätzung, keine offizielle Statistik, aber sie verortet die Unzufriedenheit: Die Klage richtet sich nicht nur gegen Madrid, sondern gegen Brüssel. Der Vergleich mit Ungarn liegt nahe. Wenn Orbán die Grenzen ausreizen kann, ist das Kräfteverhältnis keine Ausrede mehr.

Die Rechnung für die Migrantenbetreuung: 700 Millionen

Eine in der Debatte verbreitete Rechnung beziffert die Kosten für Unterbringung und Verfahren auf fast 700 Millionen Euro pro Jahr. Ein anderer Teil der Debatte hält diese Summe angesichts der gesamten öffentlichen Ausgaben für marginal und sieht das Problem nicht in der Rechnung, sondern im Management. Ohne offizielle Aufschlüsselung funktioniert die Zahl eher als Parole denn als Buchhaltung – und so sollte man sie auch lesen.



Mit diesem Material wird das Etikett der Anarcho-Tyrannis weiter Schlagzeilen machen: Es vereint zwei mobilisierende Grollthemen, die wahrgenommene Unordnung und die fehlende wirtschaftliche Freiheit. Verschlechtert sich der Index erneut und bleibt der Platz geräumt, landet das Thema mit Sicherheit in den Wahlprogrammen. Allerdings sollte man seinen Lohn nicht darauf verwetten: Apokalyptische Diagnosen werden seit Jahrzehnten verkündet, ohne dass ein Verfallsdatum in Sicht ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (44 Antworten).

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