Castillón behauptet: Zapatero und Sánchez kommen ins Gefängnis

Albert Castillón behauptet, Zapatero und Sánchez kämen «zu 100 Prozent» ins Gefängnis. Wir analysieren die rechtlichen Hürden und die Skepsis, die die Aussage auslöst.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Castillón behauptet: Zapatero und Sánchez kommen ins Gefängnis
Castillón behauptet: Zapatero und Sánchez kommen ins Gefängnis

Der Fernsehkommentator Albert Castillón hat in einem Video erklärt, «Zapatero und Sánchez werden zu 100 Prozent ins Gefängnis kommen». Die in sozialen Medien verbreitete Aussage hat die Debatte über die strafrechtliche Verantwortung ehemaliger Ministerpräsidenten und die institutionellen Hürden für ein Verfahren gegen sie neu entfacht. Es ist nicht das erste Mal, dass Castillón eine solche Vorhersage trifft: Seine Anhänger halten ihn für einen treffsicheren Analysten, während Kritiker daran erinnern, dass er mit früheren Prognosen danebenlag.

Wer ist Albert Castillón und warum sorgt er für so viel Aufsehen?

Albert Castillón ist ein Journalist und Fernsehkommentator, der für seine Auftritte in politischen Talkshows bekannt ist. In dem Video behauptet er, dass sowohl José Luis Rodríguez Zapatero als auch Pedro Sánchez am Ende im Gefängnis landen werden. Die Aussage stützt sich auf angeblich handfeste Beweise, die sich nach seinen Worten in den Händen der Justiz befinden. Belege oder konkrete Namen nennt er jedoch nicht.

Die Reaktion in den sozialen Medien ist geteilt. Manche behaupten, Castillón «liege meist richtig» und seine Quellen seien zuverlässig. Andere wiederum erinnern daran, dass er mehrfach unmittelbar bevorstehende Verhaftungen vorhergesagt hat, die nie stattfanden. Die Diskussion verlagert sich rasch in juristisches Terrain.

Die rechtlichen Hürden, um einen Ex-Regierungschef vor Gericht zu stellen

Einer der meistdiskutierten Punkte ist, ob Zapatero und Sánchez überhaupt vor Gericht gestellt werden können. Zapatero bekleidet kein öffentliches Amt mehr und ist strafrechtlich ein ganz normaler Bürger. Sánchez genießt als Abgeordneter Immunität und kann nur vom Obersten Gerichtshof verurteilt werden – und auch das nur nach einer Genehmigung des Kongresses durch ein sogenanntes suplicatorio (ein förmliches Ersuchen um Aufhebung der Immunität). Diese Genehmigung erfordert nur eine einfache Mehrheit, keine qualifizierten Mehrheiten.

Der häufigste Fehler in der Debatte ist die Annahme, dass eine Dreifünftelmehrheit im Senat nötig sei, um einen Regierungschef zu verurteilen oder ihm Ämter zu entziehen. Das stimmt nicht: Der Senat bestätigt keine Strafen und kann ein Gerichtsverfahren nicht verhindern. Dreifünftelmehrheiten sind für nicht vertiefte Verfassungsreformen und für Ernennungen in Gremien wie dem Verfassungsgericht oder der Justiz erforderlich – nicht dafür, jemanden vor Gericht zu stellen.

Die Rolle des Verfassungsgerichts und der Amnestie

Ein weiterer Diskussionsstrang dreht sich um das Verfassungsgericht. Es wird behauptet, dank des Verfassungsgerichts «seien all diese Kriminellen auf freiem Fuß», in Anspielung auf die Verurteilten des procés und die Anwendung der Amnestie. Tatsächlich hat das Verfassungsgericht die Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs jedoch zunehmend korrigiert: Kürzlich gab es der Verfassungsbeschwerde von Dolors Bassa statt, die sich gegen Bescheide gewandt hatte, die ihr die Amnestie wegen Untreue verweigerten.

Die Neubesetzung von vier Verfassungsrichtern steht noch aus und erfordert eine Dreifünftelmehrheit im Senat. Das ist der einzige Punkt, an dem diese Zahl relevant ist: Ohne diese Mehrheit können die vier der zweiten Kammer zustehenden Mitglieder nicht ersetzt werden. Das hat jedoch nichts mit der Fähigkeit zu tun, einen Ex-Regierungschef vor Gericht zu stellen.

Gibt es eine Grundlage für eine Verurteilung? Was die Fakten sagen

Bislang wurde weder gegen Zapatero noch gegen Sánchez in einem Verfahren Anklage erhoben, das mit den ihnen im Video zugeschriebenen Straftaten zusammenhängt. Die in sozialen Medien kursierenden Beschuldigungen wurden von keinem Gericht bestätigt. Castillóns Aussage ist also eine Prognose, kein nachgewiesener Fakt.

Politisch bräuchten PP und VOX eine Dreifünftelmehrheit im Senat, um Gesetze wie das Gesetz zum historischen Gedächtnis oder das «Nur-ja-heißt-ja»-Gesetz zu ändern – das berührt jedoch nicht die Möglichkeit, einen Ex-Regierungschef vor Gericht zu stellen. Die Verwechslung dieser beiden Ebenen ist häufig und speist irreführende Schlagzeilen.



Castillóns Vorhersage reiht sich in eine lange Liste unerfüllter Prophezeiungen über Verhaftungen hochrangiger Amtsträger ein. Ob Zapatero und Sánchez am Ende ins Gefängnis kommen, hängt davon ab, ob es Beweise gibt, ob ein Richter sie zulässt und ob die Verfahrenshürden überwunden werden. Bis dahin bleibt das Gefängnis eine Hypothese, keine Gewissheit.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (44 Antworten).

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