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Spaniens Franco-Ära: Mythos der zehnten Wirtschaftsmacht
Der Mythos von Vollbeschäftigung und Rang zehn basiert auf realen Zahlen ohne Kontext. Pro-Kopf-Einkommen und Emigration widerlegen die Nostalgie.
Zehnte Wirtschaftsmacht und Vollbeschäftigung: Der Mythos zerbricht an den Fakten
Die Behauptung, es habe während des Franquismus «viel Arbeit» gegeben und Spanien sei zur «zehntgrößten Volkswirtschaft der Welt» aufgestiegen, ist eine halbe Wahrheit und ein Trick zugleich. Die Daten existieren; der Kontext, der sie ehrlich machen würde, fehlt. Die Debatte flammte neu auf durch eine Liste von Nuancen, die die Nostalgie entkräftete, sowie durch eine Antwort, die nicht kapituliert, sondern das spanische Wachstum zwischen 1955 und 1975 hervorhebt.
Es geht um mehr als nur Statistik: Davon hängt ab, wie man ein halbes Jahrhundert Wirtschaftsgeschichte liest – von der autarken Nachkriegszeit bis zum Developmentalismus – und inwieweit das damalige BIP das heutige Lebensniveau erklärt.
Wie viel Beschäftigung gab es wirklich und zu welchem Preis?
Die offizielle Arbeitslosigkeit war in den Jahren des sogenannten «spanischen Wirtschaftswunders» niedrig. Der Haken daran: Ein großer Teil dieser Beschäftigung basierte auf massiver Emigration nach Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Lateinamerika sowie auf schlecht bezahlter Arbeit ohne solide Arbeitnehmerrechte. Frauen waren vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen aufgrund rechtlicher und sozialer Restriktionen, was die Statistiken beschönigte.
Gegenargumente kommen aus anderen Quellen: Mehrfachbeschäftigung war in den Entwicklungsplänen nicht so verbreitet, und man verwechselt oft die Nachkriegszeit mit dem Spanien, das 1955 begann. Es gibt Berichte über Familienväter, die acht Kinder ernährten und ihr Haus in fünf oder zehn Jahren abbezahlt hatten. Und ein Detail, das niemand bestreitet: Das Gehalt eines einzigen Jobs ging vollständig für Wohnraum drauf; zum Sparen brauchte man einen zweiten Job.
Die zehnte Macht: Achter, Neunter oder Pappmaché?
Hier liegt das Problem bei den Rankings. Eine Titelseite im April 1969 behauptete, Spanien sei die achte Weltmacht; andere Erinnerungen sprechen von Platz neun. Eine dritte Lesart dreht den Spieß um: Spanien war bereits vor dem Krieg die zehntgrößte Wirtschaft nach nominalem BIP, fiel durch den Konflikt aus der Liste und erholte sich erst in den 80er Jahren wieder.
Das Gesamt-BIP verschleiert das Wesentliche. Das Pro-Kopf-Einkommen lag weit unter dem von Frankreich, Deutschland oder Großbritannien: Das Land war aggregiert reich, aber pro Kopf arm. Der Aufschwung stützte sich auf den Stabilisierungsplan von 1959, Tourismus, Überweisungen der Emigranten und eine konzentrierte Industrialisierung – SEAT, Bauwesen –, die das ländliche Spanien zurückließ.
Steuern gab es auch vor 1978
Einer der härtesten Punkte. Es wurde behauptet, im Franquismus gäbe es keine Einkommensteuererklärung und keine Mehrwertsteuer. Doppelt falsch: Es gab die ITE (Impuesto sobre el Tráfico de Empresas), eine mehrstufige indirekte Steuer auf Verkäufe, Arbeiten und Dienstleistungen, sowie eine allgemeine Personensteuer, die dem IRPF vorausging. Die Steuerreform ersetzte diese 1978 durch den IRPF, und die IVA (Mehrwertsteuer) kam erst 1986, mit geschätzten Anpassungskosten von 60.000 Millionen Peseten.
Emigration: 1,5 Millionen gegenüber 500.000
Die am häufigsten zitierte Zahl: 1.500.000 Spanier emigrierten in 40 Jahren während des Franquismus, viele kehrten zurück. Demgegenüber stehen 500.000, die seit 2008 allein gegangen sind, in nur 17 Jahren. Dieser Vergleich wird als Angriff gegen die demokratische Ära genutzt.
Die Gegenposition relativiert die erste Zahl: Da die Migration ein Arbeitsvisum erforderte, wäre sie perfekt registriert gewesen und hätte 200.000 Personen kaum überschritten. Welche Zählweise man wählt, ändert die Schlussfolgerung komplett. Auch wird angemerkt, dass die heutigen Auswanderer besser ausgebildet sind, obwohl dieses Detail das Gesamtvolumen nicht verändert.
Der letzte Dreh: Von der Ökonomie zur Repression
Im Laufe der Tage sprang der Fokus vom BIP zu den Hinrichtungen. Man nannte Fuentes de Andalucía, wo der Bürgermeister von 117 Ermordeten in drei Monaten spricht und von fünf bis acht Frauen auf dem Anwesen Aguaucho. Dagegen argumentiert die andere Seite, alles sei ein Gerücht, basierend auf einem später aufgeblähten Artikel, das Massengrab bleibe unberührt und niemand fordere die Leichen heraus.
Fünfundzwanzig oder dreißig Jahre Elend und Hunger gegenüber einer langen Dekade des Wohlstands. Jede Seite hat eine Zahl, die ihr passt, und eine, die ihr schadet, und die Analyse steckt genau dort fest: Bei der Frage, ob eine Diktatur, die Wachstum produzierte, nur am BIP gemessen werden kann.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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