Spanien und die amerikanische Unabhängigkeit: Verbündeter oder Bremse für Frankreich?

Die vereinigte Flotte stellte 1779 150 Schiffe gegen 30 englische auf und setzte nie Truppen an Land. War Spanien eine Last für Frankreich oder ein entscheidender Verbündeter?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien und die amerikanische Unabhängigkeit: Verbündeter oder Bremse für Frankreich?
Spanien im Unabhängigkeitskrieg der USA: entscheidender Verbündeter oder französische Bremse?

Die Eroberung Floridas, Louisianas und die Ablenkung britischer Truppen nach Zentralamerika brachten etwas, aber in europäischen Gewässern kam die spanische Armada zu spät, krank und mit einer eigenen Einkaufsliste an. Die Frage, die über der Debatte schwebt, ist unbequem: Hat sich für Frankreich das Bündnis mit Spanien im Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Staaten gelohnt, oder waren spanische Schiffe und Geld eine Last, die die französische Geschichtsschreibung seit Jahrzehnten betont?

Der zentrale Vorwurf ist nicht gering. 1779 wurde ein Plan zur Invasion Englands entworfen, vom Hof Floridablancas (Spaniens leitendem Ministers) vorangetrieben und von Paris nur widerwillig akzeptiert. Die vereinigte französisch-spanische Flotte versammelte **150 Schiffe aller Art** gegen die kaum **dreißig** englischen Schiffe, die im Sommer im Kanal verfügbar waren. Der Plan: die südlichen Häfen blockieren, die feindliche Flotte versenken und eine französische Armee von **40.000 Mann** eskortieren, die in der Bretagne, der Normandie und Flandern konzentriert war. Auf dem Papier eine überwältigende Überlegenheit.

Die Verzögerung, die die französische Geschichtsschreibung nie vergibt

Die französische Flotte unter d'Orvilliers lief im Juni aus und wartete wochenlang vor Galizien auf die spanische unter Córdova. Bis dahin war die Besatzung durch Skorbut und Typhus dezimiert, und sie erreichte den Kanal zu spät und krank. Diese Verzögerung ist das am häufigsten angeführte Argument für die These, dass Spanien im europäischen Kriegsschauplatz eher eine Last als ein Vorteil war. Die Landung fand nicht statt.

Manche fügen eine weitere Episode hinzu: Nach der Einnahme des doppelten englischen Geleitzugs bestand Córdova darauf, die französisch-spanische Überlegenheit zu nutzen und in England zu landen; das französische Kommando lehnte ab. Die Gelegenheit, so diese Lesart, ging durch mangelnde Koordination zwischen den Verbündeten verloren, nicht durch Mangel an Mitteln.

Was funktionierte: Florida, der Golf und das geheime Geld

Auf dem amerikanischen Kontinent sieht die Bilanz anders aus. Die Eroberung Floridas schnitt den Engländern einen Teil der Finanzierung von Süden ab und stärkte die eigene; Louisiana und die Feldzüge in Zentralamerika lenkten britische Truppen dorthin ab. Die Feldzüge von Guatemala aus — mit Matías de Gálvez, der die Festung von Roatán nahm und am Río San Juan kämpfte — trugen dazu bei, dass die Briten am Verhandlungstisch nachgaben.

Und es gibt ein Kapitel, das meist außerhalb der Rechnung bleibt: Ab **1776** schickten Spanien und Frankreich heimlich Geld und Waffen an die Rebellen, über die Tarnfirma Rodrigue Hortalez et Cie sowie von Havanna und New Orleans aus. Bevor der Krieg erklärt wurde, war ein Teil des Aufwands bereits bezahlt.

Gibraltar, Menorca und der Frieden von 1783

Das eigentliche Problem für die Franzosen war Gibraltar. Dort setzte Spanien den Großteil seiner Anstrengung und Ressourcen ein, mit einer Belagerung, die Männer und Schiffe verschlang, ohne ein entscheidendes Ergebnis. Im Frieden von Versailles 1783 verpflichteten sich die Briten zur Evakuierung der Moskitoküste, zogen es aber bis zur Konvention von London 1786 hin, im Gegenzug für eine Erweiterung der Erlaubnis, in Belize Färberholz und Mahagoni zu schlagen. Dieses Zugeständnis wurde schließlich der Ursprung des heutigen Britisch-Belize.

Die Diskussion kommt auch auf die Anerkennung zu sprechen. Washington marschierte bei der Siegesparade mit Gálvez zu seiner Rechten, eine Geste, die manche als Beweis anführen, dass die spanische Rolle nicht gering war. Andere erinnern daran, dass Spanien sich der Unabhängigkeit der Dreizehn Kolonien widersetzte, aus Angst vor Ansteckung in seinen Vizekönigreichen, und erst eintrat, als es die Gelegenheit sah, verlorene Plätze zurückzugewinnen.

War das spanische Bündnis also ein schlechtes Geschäft für Frankreich? Die Zahlen aus dem Kanal sagen das eine; die aus dem Golf und vom geheimen Geld das andere. Die Geschichtsschreibung ist sich seit zwei Jahrhunderten nicht einig.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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