Ceausescu, null Schulden und der wirtschaftliche Mythos, der aufersteht
Rumänien erreichte unter Ceausescu null Auslandsschulden. Es ist die Zahl, auf die sich die Verteidigung des rumänischen Diktators stützt, und zugleich diejenige, mit der erklärt wird, warum er beseitigt wurde. Von da an spaltet sich die Debatte in zwei Lager: diejenigen, die im Conducător einen Führer sehen, der die nationalen Interessen gegen die internationalen Institutionen verteidigte, und diejenigen, die daran erinnern, dass der Preis dieser Schuldenfreiheit ein verarmtes Land war, mit einem Eckladen als Schaufenster und einer Bevölkerung, die Jahre auf ein Auto warten musste.
Über die Zahl wird nicht gestritten. Gestritten wird darüber, was sie bedeutet. Ein Land ohne Schulden ist für einen Teil der Analyse ein Land, das dem IWF unbequem ist; für den anderen einfach ein Land, das seinen Spielraum erschöpft und sein Volk verarmt ließ, um zu zahlen, was es schuldete.
Was mit den rumänischen Auslandsschulden geschah
Die am häufigsten wiederholte Erzählung besagt, dass Ceausescu die Schulden tilgte, die das Land zuvor beim IWF und anderen Gläubigern aufgenommen hatte, und dass Rumänien beim Sturz des Regimes bei null stand. Diese Anstrengung, so diese Lesart, ging mit einer brutalen Verarmung einher: Bilder eines Lebensmittelladens der späten Achtziger wirken wie die eines spanischen Ecksupermarkts der Sechzigerjahre, während die Hypermärkte in Westeuropa bereits ihre heutige Struktur hatten.
Manche behaupten, diese extreme Austerität sei eine souveräne Entscheidung gewesen und das Regime habe sich gegenüber der UdSSR unabhängig gegeben, nach jugoslawischem Vorbild. Dagegen steht das Argument, dass das Land vor dieser Anpassung bereits ernste wirtschaftliche und Schuldenprobleme hatte und dass die Null kein Sieg war, sondern das Ergebnis, den Kredit bis zum Äußersten ausgereizt zu haben.
Der kurze Prozess und der Verdacht gegen den IWF
Der Verdacht kursiert mit Nachdruck: Ein Land ohne Schulden ist ein gefährliches Land für den IWF, weshalb die Unruhen und der Sturz von außen begünstigt worden seien. Es ist eine Hypothese, kein bewiesener Fakt, und sollte auch so behandelt werden. Fakt ist dagegen der Schauprozess und die Erschießung des Ehepaars Ceausescu, die für einen Teil der Debatte eine Art war, die Sache vorsorglich abzuschließen.
Der Kontrast zum heutigen Rumänien ist die andere Achse. Es wird angeführt, dass das Land heute auf westeuropäischem Niveau liegt und dass die damalige Industrie, die alles mögliche herstellte, nicht mehr existiert. Manche sagen auch, dass die Rumänen, die sie kennen, positiv über den Diktator sprechen und die Sache mit den null Schulden wiederholen. Das ist Zeugnis, keine Statistik.
Der Vergleich mit Franco und Jugoslawien
Der am häufigsten gezogene Vergleich ist der mit einem Franco in rumänischer Version, oder einem Tito. Die These: Hätte Rumänien außerhalb des Sowjetblocks bleiben können, wie Jugoslawien oder Spanien unter ihren jeweiligen Caudillos, wäre es ein wohlhabendes Land geworden. Das Problem dieser Argumentation ist, dass sie Regime mit sehr unterschiedlichen Volkswirtschaften vermischt und voraussetzt, dass die Geopolitik die einzige relevante Variable war.
Der andere Einwand ist grundsätzlicher: Ein totalitäres kommunistisches Regime mit einer autoritären Militärherrschaft zu vergleichen, die in der Praxis viel Freiheit ließ, ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen, und wer das tut, hat meist ein Interesse daran, dass der Vergleich aufgeht.
Der Sprachfehler und die Figur
Das Gespräch sinkt ins Physikalische herab: der Sprachfehler des Conducător, der Vergleich mit einem Nerdy, der das Zungen-R nicht aussprechen kann, die Ähnlichkeit mit Fernando Romay. Es ist die Art Anekdote, die zur ökonomischen Analyse nichts beiträgt, aber erklärt, warum die Figur in bestimmten Kreisen Sympathien weckt: der Führer, der sich auf den Gipfeln von Angesicht zu Angesicht mit den anderen anlegte und der aus der Ferne betrachtet authentischer wirkt als die heutigen Manager.
Dort liegt der Kern der Sache. Die Nostalgie gilt nicht dem rumänischen Kommunismus, sondern der Figur des Führers, der das Seine verteidigt. Es ist eine Nostalgie für nie erlebte Zeiten, und das sollte uns gegenüber jeder Schlussfolgerung, die daraus gezogen wird, misstrauisch machen.
Was man schlussfolgern kann
Die Schuldenfreiheit ist als Zahl real und als Argument irreführend: Sie sagt viel über die Fiskaldisziplin aus und nichts darüber, wie die Menschen lebten. Das Land, das sie erreichte, war ein Land der Schlangen, mit einem Eckladen als Schaufenster und einer Bevölkerung, die Jahre auf ein Auto warten musste. Auch das sind Schulden, nur bezahlt haben sie andere.
Mit diesem Material wird die Verteidigung des Conducător in Foren und am Esstisch weiter wachsen. Wahrscheinlich festigt sich der Mythos bei denen, die nur die Zahl kennen, nicht den Preis. Weniger klar ist, ob jemand bereit sein wird, ihn erneut zu bezahlen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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