Marine bestellt 37 Schiffe und prüft zwei weitere U-Boote
Die Aufrüstung der spanischen Streitkräfte ist von Absichtserklärungen zu konkreten Vertragskalendern übergegangen. Die Armada Española (spanische Marine) hat den Kauf von acht MH-60R Seahawk Anti-U-Boot-Hubschraubern bestätigt, den ersten H135 P3H „Nival“ erhalten und bereitet die Übergabe des U-Boots S-81 Isaac Peral vor, die für den 30. November geplant ist. Auf dieser Grundlage wurde ein deutlich ehrgeizigerer Plan skizziert: 37 Schiffe – 23 Neubauten und 14 modernisierte Einheiten – bis Mitte der 2030er Jahre.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob gekauft wird, sondern von wem, zu welchem Preis und unter welchen Bedingungen. Hier beginnt die offizielle Darstellung zu bröckeln.
Acht MH-60R und drei Zahlen für dieselbe Rechnung
Lockheed Martin gab am 12. Oktober bekannt, dass das Unternehmen von der US Navy beauftragt wurde, acht MH-60R an die spanische Marine zu liefern, sieben Monate nachdem Washington die Operation genehmigt hatte. Die Meldung des US-Verteidigungsministeriums beziffert den Vertrag auf 379,6 Millionen Dollar, gültig bis März 2027. Die vorherige Genehmigung vom 15. März sprach von einem Gesamtpaket – Ausrüstung, Waffen und Dienstleistungen – in Höhe von 950 Millionen Dollar. Spanische Medien schätzten die Transaktion auf 820 Millionen Euro.
Drei Zahlen für denselben Kauf. Der Unterschied ist kein Rechenfehler: Er zeigt, was in welche Kalkulation einfließt und was außerhalb bleibt. Ein Fertigungsauftrag ist nicht dasselbe wie eine Genehmigung für ausländische Militärverkäufe, und keiner der beiden Werte entspricht den endgültigen Kosten für den Steuerzahler.
Laut der US-Agentur für Sicherheitszusammenarbeit bietet der MH-60R Fähigkeiten gegen Überwasser- und Unterwasserziele sowie vertikale Betankung, Such- und Rettungsdienste und Kommunikationsrelais. All dies „stärkt die Fähigkeit der spanischen Marine, die NATO zu unterstützen und mit den USA interoperabel zu bleiben“. Dies ist ein Zitat aus dem offiziellen Communiqué, nicht aus einer Analyse: Die Interoperabilität mit Washington ist das Argument, das den Kauf rechtfertigt und gleichzeitig am meisten Unbehagen verursacht.
Das U-Boot, das fast nicht fertig wird
In den Gewässern vor Cartagena werden die letzten Seetests beschleunigt, um die volle Funktionsfähigkeit des S-81 vor der Übergabe an die Marine zu zertifizieren. Das Programm hat eine Vorgeschichte, die man nicht vergessen sollte: Der S-80 litt laut Kritikern an einem Gewichtsproblem, das eine Neukonstruktion und Verlängerung des Rumpfes erforderte, einschließlich Arbeiten im Dock aufgrund von Platzmangel. Aus diesem Kapitel resultieren eine industrielle Lehre und eine Rechnung, die nie öffentlich aufgeschlüsselt wurde.
Die Serie geht weiter. Der S-82 wird dieses Jahr getauft, und der S-83, bereits im Bau, verfügt über ein luftunabhängiges Antriebssystem (AIP). Die zweite Charge, die sogenannten S-85 und S-86 „Block II“, befindet sich in den vorläufigen Designarbeiten, mit dem Ziel, die militärische Schiffbauindustrie fortzuführen.
Die grundlegende Diskussion ist nicht technischer Natur, sondern betrifft die Ambition. Befürworter argumentieren, dass die Wiederherstellung real sei und vier Einheiten zu wenige waren; Gegner verweisen auf die Erinnerung an eine U-Boot-Waffe, die fast verschwunden wäre, und den Verdacht, dass jede neue Einheit lange vor ihrer Erprobung angekündigt wird.
37 Schiffe und wer überwacht die Küste
Der Plan der Marine sieht zwei Patrouillenboote (BAM), fünf Fregatten F-110 – mit zwei weiteren in Planung, stärker auf Luftabwehr ausgelegt – und zwei Vermessungsschiffe vor, zusätzlich zur Modernisierung bestehender Einheiten. Dahinter liegt eine wiederkehrende Debatte: Die Küstenüberwachung ist heute auf Guardia Civil, Sasemar, Marine und Zollverwaltung verteilt, während die Seenotrettung von der Luftwaffe abhängt.
Die häufigste These besagt, dass diese Zersplitterung Skaleneffekte verhindert. Kleine Patrouillenboote decken mehr ausschließliche Wirtschaftszone ab als eine Fregatte und sind viel günstiger: Es ist nicht dasselbe, ein Patrouillenboot einzusetzen oder 5.000 Tonnen zu mobilisieren. Mehrere spanische Werften haben Erfahrung im Bau solcher Boote, auch für den Export.
Es muss noch entschieden werden, wo sie stationiert werden. Die Fortsetzung des U-Boot-Programms erfordert einen Blick über Cartagena hinaus, und Ferrol sowie eine Basis in Granadilla de Abona stehen zur Diskussion, die die Schließung der Werft Las Palmas ermöglichen könnten.
Ein Flugzeugträger ohne Datum und ohne klares Flugzeug
Das Szenario für die nächsten drei bis vier Jahre hat eine offensichtliche Lücke: die Bordflugzeuge. Die Harrier können bis 2035 fliegen, und das europäische FCAS kommt nicht vor 2040. Ein CATOBAR-Flugzeugträger – mit Katapulten – würde den Betrieb der F-35C oder Rafale M ermöglichen und die Abhängigkeit von Washington reduzieren, erfordert aber eine frühzeitige Entscheidung über das Modell.
Wird die Version B mit Senkrechtstart gewählt, liegt die Versuchung nahe, einen Träger ohne Katapulte zu bauen und das Design zu vereinfachen, wie es die Briten getan haben. Dabei geht jedoch ein Großteil der gewünschten Kapazität verloren. Die andere Seite ist finanziell: Damit alles passt, ohne frühere Ausgaben zu kürzen, müsste das Verteidigungsbudget nach Schätzungen im öffentlichen Diskurs mehr als verdoppelt werden, was nur sinnvoll ist, wenn das BIP entsprechend wächst.
Munition, Panzerung und wiederauferstandene Fabriken
Kleinere Verträge vervollständigen das Bild. Das Heer hat Munitionsverträge im Wert von 12,6 Millionen Euro für Centauro und Alcotán unterzeichnet, verteilt auf Instalaza (5,5 Millionen) und FMG (7,1 Millionen). Die Artillerie setzt zunehmend Excalibur-Geschosse mit erweiterter Reichweite ein, und das neue Raketenwerfersystem zielt auf 12 Werfer mit Raketen bis 300 Kilometer Reichweite, unterstützt durch Drohnen und Radare.
Parallel ordnet die Industrie ihre Positionen neu. Airbus Helicopters hat in Albacete ein 50.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum eröffnet; die alte Santana-Fabrik entsteht in Linares als Technologiezentrum für Verteidigungszwecke neu; und vier spanische Unternehmen – Indra, Sener, Sapa und Escribano – haben sich mit Leonardo, SAAB, Rheinmetall und KNDS im europäischen Projekt Marte für Kampfpanzer zusammengeschlossen, unterstützt durch fast 20 Millionen Euro EU-Mittel.
Ein Vorfall illustriert die Abhängigkeit besser als jeder andere: Ein Vamtac von Urovesa rettete seine Insassen bei einer Aufklärungsmission in Afrika, und das Unternehmen erhielt Dank von den Überlebenden. Die Panzerung funktionierte. Das Geschäft läuft weiter, aber die Lehre ist, dass der Mehrwert fast immer im Waffensystem liegt, nicht in der Plattform, die es transportiert.
1,24 % des BIP und die buchhalterische Versuchung
Spanien gibt etwa 1,24 % des BIP für Verteidigung aus und diskutiert, wie das mit der NATO vereinbarte Ziel von 2 % erreicht werden kann, ohne die narrative Kohärenz zu brechen. Ein großer Teil der Debatte konzentriert sich darauf, was angerechnet werden kann: Ob bestimmte Industrieprogramme zählen, ob Cybersicherheit einbezogen wird, ob bestimmte Formen der polizeilichen Zusammenarbeit anerkannt werden. Die begründete Vermutung ist, dass das Ziel eher durch buchhalterische Umklassifizierung als durch echte zusätzliche Anstrengungen erreicht wird.
Die erklärte Ambition geht jedoch weiter. In industriellen Foren wird oft der Satz zitiert: „Wir müssen die Flaggen anderer Länder entfernen und unsere eigene hissen.“ Übersetzt: Weniger fertige Importe, mehr lokale Integration, auch wenn kritische Komponenten weiterhin aus Drittländern stammen. Es ist das klassische Dilemma – Souveränität versus Zeitplan – und es lässt sich nicht mit einem Budget lösen, sondern nur mit einem Jahrzehnt der Beständigkeit.
Unterdessen wartet der internationale Kalender nicht: Auf den Kanarischen Inseln fand die Übung Ocean Sky mit F-15-, F-16-, F-18-, Eurofighter- und Su-30MKI-Jets statt, und erstmals übten Schiffe aus Indien, Spanien, Frankreich und Italien vor der Westküste Afrikas.
Souveränität, Bündnisse und Hintergrundgeräusche
Eine Strömung in der Analyse stellt nicht die Fähigkeiten infrage, sondern fragt, für wen sie aufgebaut werden. Sie argumentiert, dass eine Armee, die Systeme kauft, deren Nutzung der Anbieter verbieten kann, nicht vollständig souverän ist, und dass die Verwendung der Ausgaben eher der Agenda des Bündnisses folgt als nationalen Prioritäten. Der Vorwurf – fremde Interessen mit eigenem Geld zu bedienen – taucht in verschiedenen Tönen und mit Beispielen auf, die meist mit den USA und der NATO verbunden sind.
Diese These ist weder neu noch exklusiv für Spanien. Sie ist auch schwer mit Daten zu widerlegen, da die relevanten Informationen – welche tatsächlichen Einschränkungen jedem Vertrag beigefügt sind – selten veröffentlicht werden. Und wenn sie doch durchsickern, wie bei den Verkaufsbedingungen der F-35, entzündet sich die Debatte.
Wenn der Zeitplan eingehalten wird, wird die spanische Marine Mitte des nächsten Jahrzehnts mehr Schiffe haben als seit den Achtzigern und eine wiederhergestellte U-Boot-Kapazität besitzen. Wenn etwas schiefgeht – eine Verzögerung beim FCAS, ein Vetos des Lieferanten, ein Regierungswechsel –, bleibt der Plan auf dem Papier und die Rümpfe in der Werft. Es lohnt sich, die Liefertermine zu überwachen, nicht die Ankündigungen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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