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Gen Z in Spanien: Wohntraum wird zur Utopie
Studie zeigt, dass Spaniens unter 27-Jährige weder kaufen noch mieten können. Fehlendes Angebot und prekäre Jobs blockieren die Selbstständigkeit.
Gen Z in Spanien verliert den Zugang zum Wohnungsmarkt
Unter 27 zu sein und sich verselbstständigen zu wollen ist in Spanien eine Hürdenlauf geworden. Der Bericht „Vier Generationen, eine Wohnung“ des Portals pisos.com stellt fest, dass junge Spanier am längsten im Elternhaus bleiben, am häufigsten WG-Wohnungen teilen und den Kauf als unerreichbares Ziel betrachten. „Für die Jüngsten ist der Hauskauf vom Traum zur Utopie geworden. Sie werden nicht wie ihre Großeltern leben“, fasst Ferrán Font, Leiter der Studienabteilung des Portals, zusammen. Das knappe Angebot und die prekären Arbeitsbedingungen der Jugend sind die zwei großen Mauern, die den Weg zum eigenen Dach versperren.
Baukosten und Bodenpreise als Vorwand
Der erste Streitpunkt sind die Kosten. Eine Branchenanalyse beziffert die Baukosten auf 800 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter; diese Summe explodiert jedoch durch Grundstückspreise, Gewinnmargen der Bauträger und Steuerlast. In Madrid oder Barcelona kosten anständige Neubauprojekte oft eine Million Euro pro Wohnung und sind schon vor dem ersten Spatenstich verkauft. In einfacheren Stadtvierteln liegt der Verkaufspreis bei rund 2.800 Euro pro Quadratmeter, in Premiumlagen übersteigt er 6.000 Euro. Die Schlussfolgerung lautet: Das Problem ist nicht nur die Nachfrage, sondern ein Angebot, das nicht gebaut wird, weil potenzielle Käufer es sich schlicht nicht leisten können.
Warum wird kaum sozialer Wohnungsbau realisiert?
Laut Branchendaten hat Spanien seit 2011 keinen sozialen Wohnungsbau mehr errichtet. Die OECD sieht das Land bei Sozialmieten am Ende der europäischen Rangliste. Die gängigste Erklärung ist, dass Rentenerhöhungen politisch rentabler seien als geförderter Wohnungsbau. Manche argumentieren, der Staat halte das Bodenmonopol und bevorzuge ein knappes Angebot, um Preise und Steuereinnahmen zu treiben. Andere führen Bürokratie und regulatorische Hürden an, die jedes Projekt so verteuern, dass es unwirtschaftlich wird. Das Ergebnis bleibt gleich: Millionen junger Menschen warten auf Wohnungen, die nie kommen.
Steuern und Finanzierung: Bis zu 50 % des Endpreises
Eine kritische Strömung betont, dass etwa 50 % der Wohnkosten künstlich durch Abgaben aufgebläht seien. Mehrwertsteuer, Baugenehmigungen, Grunderwerbsteuer – die allein in Valencia 10 % betragen kann – sowie weitere Gebühren addieren sich zu einem ohnehin hohen Preis. Immer lauter wird die Forderung, den Ersterwerb steuerfrei zu stellen, damit junge Sparer mit 15.000 oder 20.000 Euro Eigenkapital eine 150.000-Euro-Wohnung beziehen können, ohne dass der Fiskus einen unverhältnismäßigen Anteil nimmt. Auch die Kreditvergabe steht in der Kritik: Erleichterte Hypotheken treiben die Preise, restriktive schließen den Zugang aus.
Migration und die Debatte um die Nachfrage
Im demografischen Abschnitt behauptet ein Teil der Analyse, der massive Zuzug ausländischer Bevölkerung erhöhe den Druck auf den Wohnungsmarkt. Es wird argumentiert, dass viele ausländische Käufer mit höheren Einkommen oder verfügbarem Kapital die lokale Jugend verdrängen. Eine andere Gegenposition lehnt dies ab und führt strukturelle Gründe an: Baustopp, Bodenhortung und Investmentfonds, die ganze Projekte aufkaufen. Die Diskussion driftet oft ins Politische ab, mit gegenseitigen Schuldzuweisungen daran, wer in den letzten fünfzehn Jahren nicht genug gebaut habe.
Lösungen, die nie umgesetzt werden: Modulbau, Flächenfreigabe, Mietpreisbremse
Die Vorschläge häufen sich. Einige befürworten Container-Modulbauten auf kostenlosen öffentlichen Flächen, was die Kosten pro Familie auf unter 30.000 Euro senken könnte. Das Problem sei jedoch, so Kritiker, dass dies die Nachfrage nach privatem Wohnraum kollapsieren ließe – ein Risiko, das keine Regierung eingeht. Ein anderer Ansatz wäre die Freigabe von Bauland zur Angebotsausweitung und Preissenkung, doch Bürokratie und vested interests blockieren dies. Auch die Begrenzung von Fonds-Käufen und die Regulierung von Ferienwohnungen werden gefordert. Keine dieser Maßnahmen hat je die Planungsphase verlassen.
Beunruhigende Zahlen
Während die Debatten weiterlaufen, bewegen sich die Fakten nicht. Sozialer Wohnungsbau fehlt seit über zehn Jahren, Bodenpreise sinken nicht, und junge Menschen teilen weiterhin WGs oder wohnen bei den Eltern. Die Generation, die eigentlich besser leben sollte als ihre Großeltern, stößt auf einen Markt, der ihr die Tür verschließt. Und noch beunruhigender: Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich dieser Trend kurzfristig umkehrt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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