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Richter fragt Errejón nach seiner Haltung zum 'Nur Ja ist Ja'-Gesetz
Der Richter hinterfragt die Glaubwürdigkeit von Errejóns Partei im Fall Mouliaá. Die Ermittlungen dauern an.
Richter nutzt Errejóns eigene Aussagen gegen ihn in laufenden Ermittlungen
Die Befragung im Verfahren zwischen Íñigo Errejón und der Anzeigeerstatterin Elisa Mouliaá hat eine Szene hervorgebracht, die den Zustand der öffentlichen Debatte in Spanien widerspiegelt: Ein Richter fragt den Beschuldigten, warum seine Partei stets das Wort von Frauen glaubt, nun aber behauptet, die Anzeige gegen ihn sei falsch. Diese Frage, dokumentiert in den Akten des Falls, spaltet die Beobachter des Verfahrens: Einige sehen eine legitime Befragungslinie, andere werfen dem Richter vor, über das Ziel hinausgeschossen zu haben.
Errejón, ehemaliger Anführer von Podemos und Ex-Abgeordneter, wird als Beschuldigter wegen eines vermeintlichen Sensual aufgrund der Anzeige von Mouliaá vernommen. Laut Berichten soll der Richter gefragt haben, ob sein Sinneswandel bezüglich der Glaubwürdigkeit von Anzeigen darauf zurückzuführen ist, dass er nun selbst am Pranger steht. Die Verteidigung hat nicht klargestellt, ob sie plant, den ermittelnden Richter abzulehnen.
Was dem Richter bei der Befragung vorgeworfen wird
Die häufigste Kritik lautet, dass der Richter zwei Dinge vermischt: Errejóns ideologische Kohärenz und die Wahrheit der untersuchten Fakten. Ein Richter sei nicht da, um Pointen zu setzen oder die Heuchelei eines Angeklagten zu debattieren, so ein Teil der Analyse. Seine Aufgabe sei es, die Glaubwürdigkeit der Aussage der Anzeigeerstatterin zu bewerten, nicht ob der Beschuldigte konsistent mit seinen politischen Reden gehandelt habe.
Manche gehen weiter und beschreiben die Befragung als prozessuale Schlamperei. Es wird bezweifelt, dass der Richter die Version der Zeugin infrage stellt, indem er gezielte Fragen an den Beschuldigten richtet, oder ihn sogar dazu bringt, die Erzählung der Anzeigeerstatterin zu rekonstruieren. An diesem Punkt vermischen sich juristische und politische Debatten: Manche empfinden die Ermittlungen als Abrechnung mit jemandem, der das Gesetz „Nur Ja ist Ja“ (ley del solo sí es sí) vorantrieb.
Auf der anderen Seite stützt sich die Verteidigung des Richters auf ein technisches Argument: Die Bewertung der Glaubwürdigkeit der Beteiligten ist Teil der richterlichen Arbeit. Wenn Errejón öffentlich behauptete, jede Anzeige entspreche der Wahrheit, und dann, als er selbst angezeigt wurde, seine Meinung ändert, darf der Richter fragen. Der Widerspruch wäre kein Beiwerk, sondern relevantes Material zur Einschätzung der Zuverlässigkeit seiner Aussage.
Der politische Kontext, der den Fall belastet
Der Fall Errejón ist ohne den politischen Rahmen, der ihn umgibt, nicht zu verstehen. Der Beschuldigte war einer der Hauptinitiatoren des Gesetzes zur sens Freiheit, bekannt als „Nur Ja ist Ja“-Gesetz, und seine Partei verteidigte jahrelang, dass Anzeigen wegen sens Gewalt grundsätzlich geglaubt werden müssen. Nun kehrt diese Doktrin in Form einer richterlichen Frage gegen ihn zurück.
Dieses Paradoxon wurde von allen Seiten ausgenutzt. Von rechts wird die Heuchelei eines Politikers betont, der früher dies vertrat und nun Prozessgarantien anführt. Von links wird gewarnt, dass ein Richter einen Fall nicht in einen Prozess gegen die Ideen des Beschuldigten verwandeln dürfe. In der Mitte steht die Anzeigeerstatterin, Elisa Mouliaá, deren Glaubwürdigkeit das eigentliche Objekt des Verfahrens ist.
Das Thema hat zudem eine wirtschaftliche Komponente, die nicht unbemerkt bleibt: die Kosten der Ermittlungen, eine mögliche Entschädigung bei Einstellung des Verfahrens und der institutionelle Verschleiß eines Justizsystems, das zunehmend als politischer Tummelplatz wahrgenommen wird. Wer auch immer die Rechnung zahlt, es wird der Steuerzahler sein.
Was passiert, wenn der Richter hart bleibt
Das Verfahren befindet sich noch in der Ermittlungsphase; es gibt keine rechtskräftige Entscheidung. Jede Spekulation über Verurteilung oder Freispruch ist derzeit hinfällig. Das Einzige, was feststeht, ist, dass die Befragung das Gefühl erzeugt hat, das Verfahren sei zu einem Schlachtfeld geworden, auf dem jede Geste des Richters politisch gedeutet wird.
Sollte der ermittelnde Richter die Linie beibehalten, den Beschuldigten nach seinen öffentlichen Äußerungen zu fragen, könnte die Verteidigung Errejóns versuchen, ihn wegen Befangenheit abzulehnen. Korrigiert der Richter seinen Kurs und beschränkt sich auf die Fakten, kehrt der Fall in die reine Beweisführung zurück, wo Mouliaás Anzeige mehr tragen muss als nur ihre Worte.
Währenddessen steckt die öffentliche Debatte immer noch in derselben Frage fest, die der Richter Errejón stellte: Warum muss man Frauen immer glauben, wenn die angezeigte Person das Opfer ist, aber nicht, wenn der Angezeigte ein Verbündeter ist?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Iñigo Errejón reagiert auf die Anzeige von Elisa Mouliáa mit dem Vorwurf der falschen Beschuldigung und bösen Absicht. Der Streit um die Unschuldsvermutung flammt erneut auf.