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Königliche Immunität und Armeebefehl: Grenzen der Sanktion
Der König ist unverletzlich, muss aber Gesetze sanktionieren. Analyse der Grenzen der königlichen Unterschrift in Spanien.
Unverletzlichkeit des Königs, aber Pflicht zur Gesetzesunterschrift
Der König von Spanien kann nicht festgenommen oder vor Gericht gestellt werden. Er ist auch Generalissimus der Streitkräfte. Trotz dieses Schutzes darf er die Unterzeichnung eines ihm vorgelegten Gesetzes nicht verweigern. Diese Paradoxie hat eine über tausend Tage andauernde Debatte genährt: Hat Felipe VI. echte Macht, das Amnestiegesetz zu blockieren, oder bleibt ihm nur Schweigen?
Ohne Umschweife lautet die Frage, ob das Staatsoberhaupt der Regierung trotzen und die Sanktionierung eines vom Parlament beschlossenen Gesetzes ablehnen kann. Die kurze Antwort der Verfassung lautet: Nein, es sei denn, man bricht mit dem System. Die lange Antwort hängt davon ab, wen man fragt und wie sehr man Unverletzlichkeit mit Handlungsfähigkeit verwechselt.
Was die spanische Verfassung zur Unverletzlichkeit sagt
Artikel 64 der Verfassung trägt das gesamte Gebäude: Die Person des Königs ist unverletzlich und unterliegt keiner Verantwortung; seine Handlungen müssen stets vom Präsidenten der Regierung oder den Ministern gegengezeichnet werden. Handlungen ohne Gegenzeichnung sind ungültig, außer bei der freien Ernennung und Entlassung ziviler und militärischer Mitglieder seines Haushalts (Artikel 65.2).
Hier liegt der Knackpunkt. Unverletzlichkeit bedeutet keine Straflosigkeit für willkürliches Handeln, sondern die Kehrseite dessen, dass ein anderer für ihn haftet. Die Gegenzeichnung ist kein dekorativer Akt, sondern das Bindeglied, das eine Handlung des Königs in eine Staatsakt umwandelt. Ohne dieses Bindeglied gibt es keinen gültigen Akt.
Der strafrechtliche Schutz steht separat. Artikel 487 des Strafgesetzbuches bestraft jeden, der den König, die Königin oder den Thronfolger der persönlichen Freiheit beraubt, mit 15 bis 20 Jahren Haft. Dies ist keine rhetorische Figur, sondern die Mauer, die erklärt, warum kein spanisches Gericht ihn auf die Anklagebank setzen kann.
Militärischer Eid: Auf den König, die Regierung oder die Verfassung?
Einige argumentieren, dass Militärs Loyalität gegenüber dem König und der Verfassung schwören – den Institutionen, die die historische Kontinuität des Staates verkörpern – und nicht gegenüber der temporären Regierung. Aus diesem Eid leiten manche ab, dass das Militärkommando der Exekutive gehorchen könnte, wenn diese gegen die Verfassung handelt.
Dieses Argument hat einen Fehler. Artikel 97 weist der Regierung die Leitung der Innen- und Außenpolitik, der Zivil- und Militärverwaltung sowie der Landesverteidigung zu. Dem Heer Befehle zu geben, die Regierungsanweisungen missachten, gehört nicht zu den verfassungsmäßigen Funktionen des Königs: Es fällt unter den Tatbestand des Hochverrats. Jeder Aufruf an Zarzuela, Generäle zu mobilisieren, kollidiert mit demselben Text, den sie angeblich verteidigen.
Amnestie und die Debatte um die königliche Sanktionierung
Artikel 91 ist eindeutig: Der König muss innerhalb von fünfzehn Tagen die vom Cortes Generales beschlossenen Gesetze sanktionieren, verkünden und ihre sofortige Veröffentlichung anordnen. Die Intervention des Monarchen ist zwingend vorgeschrieben. Es gibt keinen Spielraum für ein Veto.
Daher hat die Forderung, er solle die Amnestie eigenmächtig stoppen, ein Problem der Verfassungsarchitektur. Würde er sich weigern, würde das System in Neuland geraten. Manche sagen, ein solcher Schritt würde binnen Tagen die Republik erzwingen; andere erinnern daran, dass ein König, der aus der Rolle fällt, auch den Thron verlieren kann.
Wer den König auffordert, sich zu widersetzen und nicht zu unterschreiben, vergisst ein unbequemes Detail: Die Gegenzeichnung stammt vom Präsidenten der Regierung. Ohne Unterschrift gibt es kein veröffentlichtes Gesetz, aber auch keinen dem Monarchen zurechenbaren Akt. Die Blockade wäre real, die Urheberschaft jedoch nicht zuweisbar. Und genau dieses Vakuum will keine Seite öffnen.
Artikel 7 EUV und die Kleingedrucktes aus Brüssel
Parallel dazu die europäische Front. Ein Teil der Diskussion behauptet, die Europäische Kommission werde Spanien Mittel sperren, wenn die Amnestie durchgeht. Eine andere, technischere Position entgegnet, dass zwei Instrumente verwechselt werden: Artikel 7 des Vertrags, der aktiviert wird, wenn ein Mitgliedstaat die Rechtsstaatlichkeit verletzt, und die Verordnung über die Konditionalität im Haushalt, die das Geld betrifft.
Sie sind nicht identisch und werden nicht mit denselben Mehrheiten ausgelöst. Artikel 7 erfordert sehr hohe Mehrheiten im Rat. Die wirtschaftliche Konditionalität ist ein letztes Mittel, das Brüssel nicht leichtfertig einsetzt. Das Europäische Parlament konnte eine verurteilende Resolution debattieren und beschließen, aber eine Resolution friert keine Mittel ein: Sie erzeugt Druck, führt keine Sanktionen durch.
Mit diesem Bild ist es wahrscheinlich, dass die Auseinandersetzung vor Gericht und nicht in Zarzuela entschieden wird. Der König, unverletzlich und Generalissimus, bleibt dort, wo er ist: Er unterschreibt, was ihm vorgelegt wird, und schweigt. Wenn er dies eines Tages nicht tut, wird es kein Zeichen der Stärke sein, sondern die größte institutionelle Krise seit 1978. Und das will heute offenbar niemand riskieren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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