Spanien: Nordküste ohne ebenerdige Häuser

Über 1.000 Inserate analysiert: Im Norden Spaniens dominieren zweistöckige Häuser wegen Feuchte und Stallungen, während Küstenpreise stark angezogen haben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Nordküste ohne ebenerdige Häuser
Warum gibt es in Asturien und Kantabrien keine ebenerdigen Häuser?

Warum ist es so schwierig, ein ebenerdiges Haus mit großem Grundstück in den spanischen Regionen Asturien und Kantabrien zu finden? Nach der Durchsicht von über tausend Anzeigen lautet die unbequeme Antwort: Solche Häuser existieren kaum. Der Gebäudebestand im Norden wurde aufgrund der Feuchtigkeit, der früheren Stallhaltung und statischer Gründe meist zweigeschossig errichtet. Was heute noch ebenerdig steht, ist oft eine Ruine oder wird zu Preisen eines großen Herrenhauses (Caserón) angeboten. Die Enttäuschung hält seit fast drei Jahren an.

Warum sind Häuser in Asturien und Kantabrien zweistöckig?

Früher befand sich das Vieh im Erdgeschoss, während die Menschen oben schliefen. Das Muster war immer gleich: unten Ställe und Geräte, oben Wohnraum und ein Dachboden, der sogenannte sobrao, zur Lagerung. Dies war kein ästhetischer Zufall. In alten Häusern stieg die Wärme der Tiere nach oben und heizte die Wohnetage. Zudem lag das Obergeschoss weiter entfernt von der Bodenfeuchtigkeit. Das begehrte ebenerdige Haus gehört schlicht nicht zur lokalen Baugeschichte.

Hier zeigt sich auch die versteckte Rechnung. Seit dem Verschwinden der Viehwirtschaft sind diese unrenovierten Häuser im Winter praktisch unbewohnbar. Selbst bei Renovierung hat die Dämmung ihre Grenzen: Wer Erfahrung damit hat, warnt, dass ohne Fußbodenheizung das Raumklima weiterhin problematisch bleibt. Auch in neueren Projekten sind Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede zwischen Erd- und Obergeschoss deutlich. Daher lautet der häufigste Rat, das Hauptschlafzimmer unten einzurichten und das Obergeschoss als Lager oder Gästezimmer zu nutzen.

Was ist ein Txoko und warum taucht er in so vielen Anzeigen auf?

Ein Txoko, ins Spanische als Choco übernommen. Es handelt sich um einen Raum zum Kochen, Essen und geselligen Beisammensein; ursprünglich ein baskischer Sozialraum, der nun auch in den Anzeigen der nordspanischen Küstenregion auftaucht. Auswärtige wunderten sich, dass fast jedes Haus einen solchen Raum hatte… bis ein langjähriger Bewohner gestand, das Wort nie zuvor gehört zu haben. Vierzig Jahre in Asturien und regelmäßige Besuche in Kantabrien hatten ihn nie damit konfrontiert. In vielen nördlichen Häusern ist dies kein moderner Zusatz, sondern ein umgebauter alter Stall, der nun für Mahlzeiten und Feiern dient.

Die Diskrepanz zwischen Erzählung und Realität zeigt sich auch bei den Zahlen. Eine Anzeige für 8.000 Euro mag zunächst lächerlich wirken, doch man muss bedenken, dass die Steuerbehörde (Hacienda) die Grunderwerbsteuer (Impuesto de Transmisiones Patrimoniales) auf Basis des Katasterwerts berechnet, der oft nichts mit dem Angebotspreis zu tun hat. Der Scherz über die „Magie“ der Steuern erklärt sich von selbst.

Millionen-Caserones oder Ruinen: Kein Mittelweg

Die Diagnose ist hart: Entweder zerfallende Bauruinen oder überteuerte große Landhäuser. Das einzige passende Objekt lag neben einer Müllsammelstelle, umgeben von Hochspannungsleitungen in einer wenig attraktiven Gegend. Dieses Muster wiederholt sich an der Küste. Comillas wird als überhitzter Markt beschrieben, getrieben durch Käufer aus Madrid; die östliche Region ab Noja verteuert sich durch Geld aus dem Baskenland; in Llanes sind die Preise jeder Logik entflohen. Manche behaupten augenzwinkernd, dass eine winzige Wohnung auf Ibiza zum gleichen Preis rentabler sei. Wer ein Haus in Asturien sucht, hat jedoch ein anderes Profil als jemand, der auf Ibiza kauft.

Das billige Hinterland, das niemand kaufen will

Abseits des Küstenstreifens ist der Großteil Kantabriens dünn besiedelt, was die niedrigen Preise erklärt. Investitionen im ländlichen Raum verlieren schnell an Wert, da die Nachfrage gering ist: Kaufen ist einfach, Verkaufen dauert Jahre. Von Stadtmenschen renovierte traditionelle Hütten (Cabañas pasiegas) werden, wie ein Einheimischer prophezeit, bald wieder dem Verfall preisgegeben sein. In einem anderen Abschnitt des Themas, ohne konkrete Daten, tauchen Klagen über das Zusammenleben und die Sicherheit in bestimmten städtischen Gebieten auf; sie werden als Wahrnehmung, nicht als Fakt dargestellt.

Lohnt sich der Kauf eines Grundstücks zum Neubau?

Dies ist die Alternative, die zunehmend Befürworter findet, wenn vom Altbau abgeraten wird. Den Kauf eines Grundstücks und die Errichtung eines Bungalows durch eine seriöse Firma oder die Nutzung von Fertigbau-Häusern (Schlüsselfertig) wird als Weg gesehen, um ein ebenerdiges Haus mit guter Ausrichtung und moderner Dämmung in noch günstigen Gegenden zu erhalten. Die Antwort von denen, die bereits ein Bauprojekt durchlitten haben, ist eindeutig: Niemals wieder. Die Qualen des Selbstbaus werden durch einen schönen Plan nicht ausgeglichen.

Infrastruktur, Klima und Hunde: Das Kleingedruckte

Isolation ist nicht immer das Hauptproblem. In Kantabrien deckt eine halbstündige Autofahrt fast die gesamte Provinz ab: Es gibt Orte nur zehn Minuten von Torrelavega und 25 Minuten von Santander entfernt, verbunden durch Autobahnen, die das Gefühl der Abgeschiedenheit mindern. Ein Bewohner ironisiert über die Klagen der Unerreichbarkeit: Vor hundert Jahren war die Reise nach Bilbao eine tagelange Odyssee mit der Kutsche; heute dauert sie fünfzehn Minuten. Das Klima ist ebenfalls ein Pluspunkt für jene, die vor der extremen Hitze im Süden und am Levante fliehen: weniger kalt als auf der Hochebene (Meseta), weniger heiß als am Mittelmeer.

Dann ist da noch der Alltag. In den Dörfern gibt es viele Hunde, und damit Kot auf den Straßen sowie Geruch; die Wiesen wachsen so schnell, dass sie ständig gemäht werden müssen; und die Feuchtigkeit dringt überall ein. Niemand sollte überrascht sein: Das idyllische Landleben erfordert Pflege.

Angesichts dieser Lage kann sich der Suchende nach einem ebenerdigen Haus mit Grundstück damit trösten, dass ihm, falls er keines findet, zumindest mehr Freizeit bleibt. Wenn auch nur zum Mähen der Wiese.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (204 Antworten).

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