Gesiuris: Der Vermögensverwalter, der Wasser und Japan verspricht – belastet durch eine Sanktion
Es gibt einen katalanischen Vermögensverwalter, der seit Jahren zwei Narrative verkauft, die wie Prophezeiungen klingen: dass Wasser und Landwirtschaft das Geschäft des Jahrhunderts sind, und dass in Japan Unternehmen schlafen, die so günstig sind, dass jemand schließlich dafür zahlen wird. Er heißt Gesiuris Asset Management, hat seinen Sitz in Barcelona und vertreibt den Panda Agriculture and Water Fund sowie den Japan Deep Value. Den ersten verwaltet Marc Garrigasait, ein Name, der in der spanischen Value-Investing-Szene sowohl Zuspruch als auch Skepsis hervorruft. Der zweite ist ein japanischer Aktienfonds, der versteckten Wert in einem Markt verspricht, der seit Jahrzehnten nicht richtig abhebt.
Das Problem ist, dass die Diskussion über Gesiuris nie nur finanziell bleibt. Im Jahr 2017 verhängte die CNMV (Comisión Nacional del Mercado de Valores) eine Geldbuße, deren Details laut Berichten nicht allzu sehr bekannt wurden. Dieses Ereignis taucht jedes Mal wieder auf, wenn jemand nach dem Verwalter fragt, begleitet von schwerwiegenderen Anschuldigungen, die ohne sichtbare Dokumentation kursieren.
Was ist die CNMV-Sanktion gegen Gesiuris und warum bleibt sie unklar?
Die Sanktion der Aufsicht ist der unbequemste Punkt in der gesamten Akte. Sie erfolgte 2017, ist als Fakt dokumentiert, aber der konkrete Grund wurde nie klar kommuniziert. Wer fragt, erhält dieselbe Antwort: Es wurde sanktioniert, man weiß nicht genau warum, und danach war nichts mehr zu hören. Diese Intransparenz ist an sich schon Stoff für Misstrauen.
Von dort aus wird der Boden rutschig. Manche behaupten, Gesiuris sei ein Verwalter mit fragwürdigen Praktiken und Verbindungen zu wenig transparenten Personen. Das sind Behauptungen ohne vorgelegte Beweise, die man als das betrachten sollte, was sie sind: ungeprüfte Verdächtigungen, keine bewiesenen Tatsachen. Die Geldbuße ist ein Fakt. Der Rest ist vorerst Rauschen.
Der Panda Agriculture and Water Fund: Solide These, umstrittene Preise
Die These des Fonds ist leicht zusammenzufassen und inhaltlich schwer zu widerlegen: Die Weltbevölkerung wächst, der Kalorienverbrauch pro Kopf steigt, der Hunger sinkt, und daher kann die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Wasser – die Landwirtschaft ist der Sektor mit dem höchsten Wasserverbrauch – nur zunehmen. Der Fonds investiert mehr als 90 % in Aktien von Wasser-, Agrar- und Lebensmittelunternehmen weltweit: Entsalzung, Zuckerfabriken und Giganten wie McDonald's oder Bayer, Hersteller von Pflanzenschutzmitteln.
Der theoretische Reiz ist offensichtlich. Das Problem ist der Preis. Die häufigste Einwände lautet, dass diese Sektoren seit Jahren im Trend liegen und teuer bewertet sind, was eine gute Idee zu einem schlechten Einstieg macht. Die in der Diskussion genannten Renditedaten zeigen einen Fonds mit sehr unterschiedlichen Jahren: 18,6 % in einem Geschäftsjahr, -15,9 % in einem anderen, -20,3 % im schlechtesten Fall. Bei laufenden Kosten von 2,03 % zum Stand Januar 2019 schrumpft der Handlungsspielraum.
Marc Garrigasait: Der Manager, der die Gemüter spaltet
Garrigasait ist die zentrale Figur in dieser Angelegenheit. Seine Befürworter zählen ihn zu den besten Value-Managern des Landes, heben hervor, dass er seit Jahren kleine internationale Unternehmen identifiziert, die sonst unbemerkt blieben, und argumentieren, dass er Jahre im Voraus Firmen mit soliden Wettbewerbsvorteilen kauft, die später Ziel von Übernahmeangeboten werden, mit beneidenswerten Margen. Ein Narrativ, das, wenn es zutrifft, das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigen würde.
Seine Kritiker bestreiten ihm nicht den Instinkt, sondern die Ergebnisse. Der häufigste Vorwurf ist, dass er in den von ihm verwalteten Fonds nie herausragend performt habe und dass seine These zum Japan Deep Value sich niemals erfüllen werde. Der japanische Fonds zeigt jedenfalls einen langfristigen Trend, der zur Beobachtung einlädt, obwohl die Historie keine festen Schlussfolgerungen zulässt.
Das Kleingedruckte: Unterschriften in Blau und Papierkram
Abseits von These und Manager gibt es einen Aspekt, den kein Prospekt hervorhebt: die Abwicklung. Um in den Fonds zu investieren, müssen Dokumente ausgedruckt, handschriftlich unterschrieben und per Post verschickt werden. Die Unterschrift muss handschriftlich und in Blau sein; die auszufüllenden Felder dürfen hingegen computergeneriert sein. Digitale Unterschriften gelten nicht. Dies ist ein administratives Detail, das mit dem Bild eines modernen Verwalters kollidiert und für einen Online-Investor schwerer wiegt, als es scheint.
Die Orderausführung war jedoch nicht so langsam, wie manche befürchtet hatten. Die Website ist gut aufgebaut. Der Flaschenhals liegt beim Papierkram, nicht beim Broker.
Wasser, Nahrungsmittel und Schutz: Die These, die nicht verfällt
Über den Fonds hinaus hat die Grundidee – im wahrsten Sinne des Wortes – ihre eigene Berechtigung. Wasser-, Lebensmittel- und Agrarunternehmen, insbesondere solche, die in armen oder Schwellenländern tätig sind, wo das demografische Wachstum am stärksten ist, haben strukturellen Rückenwind. Wer dieses Thema spielen möchte, ohne über einen Fonds zu gehen, findet Namen wie Kellogg's, Nestlé, Danone, Bayer, ITT oder Hormel Foods auf dem Tisch.
Der jüngste Anstieg des Panda-Fonds wird der Inflation zugeschrieben: Wasser und Nahrungsmittel als Zufluchtsort. Das ist eine vernünftige Hypothese und gleichzeitig eine klassische Falle. Wenn ein Sektor steigt, weil das Geld einen Versteckplatz sucht, lautet die Frage nicht, ob die These gut ist, sondern wie viel davon These und wie viel Angst ist.
Was, wenn das Problem nicht der Verwalter wäre, sondern der Preis, zu dem man eine gute Idee kauft?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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