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FNMT storniert Silbermünzen: Kritik an Design und Preisen
Die FNMT stornierte bezahlte Bestellungen für Silbermünzen, erhöhte die Preise um 140 % und veröffentlichte Designs, die scharf kritisiert werden.
FNMT storniert Silberbestellungen und strapaziert das Vertrauen der Anleger
Zuerst zahlten die Käufer. Dann stornierte die FNMT (Fábrica Nacional de Moneda y Timbre) die Silberbestellungen mit Verweis auf eine angebliche Anweisung des Banco de España. Die Realität ist prosaischer und besorgniserregend für Metallanleger: bürokratisches Management, hohe Preise und Designs, die eher an Wachsfigurenkabinette erinnern.
Stornierungen, die nach Improvisation riechen
Ende Januar 2025 erhielten mehrere Käufer E-Mails, in denen die Rückerstattung des Geldes für erworbene Silbermünzen angekündigt wurde. Die Begründung: Der Banco de España habe den Online-Verkauf von Silber ausgesetzt. Doch der Bestand war bereits verkauft, die Website aktiv und die Preise akzeptiert. Die FNMT stornierte sogar bereits bezahlte Bestellungen. Manche erinnern daran, dass dies im privaten Sektor vor Gericht landen würde. Die mangelnde Seriosität steht im Kontrast zu Münzstätten wie der australischen, die Online-Shops professionell betreiben, ohne nach der Zahlung abzusagen.
Design: Von der „Ecce Homo“-Großmutter zur wiederkehrenden Beschwerde
Das zweite Problem ist ästhetischer Natur. Die modernen Münzen der FNMT gelten weithin als die hässlichsten auf dem Markt. Die Serie der Provinzhauptstädte versucht, Kathedralen und Statuen auf engem Raum unterzubringen, was an schlechte Collagen erinnert. Der Graveur Alfonso Sarracena behauptet in Interviews, sie seien international ausgezeichnet, doch ein Vergleich mit Frankreich, Österreich oder sogar Portugal (mit ebenfalls diskutablen Designs) zeigt die Distanz. Sammlermünzen haben kaum numismatisches Interesse: riesige Auflagen, hohe Aufschläge beim Erstverkauf und geringe Wertsteigerung. Ihr realer Wert entspricht dem enthaltenen Silber, fast schon Schrottwert.
Preise, die nicht zum Markt passen
Eine 27-Gramm-Silbermünze mit Feingehalt 925 (24,975 g Feinsilber) kostet 72,60 Euro inkl. MwSt. Zum Kilopreis von Silber (damals ca. 2.906 Euro) liegt der Materialwert bei etwa 72 Euro. Aber die tatsächlichen Metallkosten sind niedriger; der Aufschlag ist enorm. Die 8-Reales-Münzen erreichten 140 Euro für nur 27 Gramm Silber 925, während echte mexikanische Acht-Reales-Stücke günstiger zu bekommen sind. Die FNMT hat die Preise drastisch erhöht: Münzen, die 30 Euro kosteten, werden nun für 73 Euro verkauft, und die 8-Reales-Serie sprang von 60 auf 140 Euro. Der einzige Vorwand ist die Erhöhung des Nominalwerts, was Einzahlungen bei der EZB erfordert, rechtfertigt aber keinen 100 %-Aufschlag über dem Metallwert für die Kunden.
Gesetzliches Zahlungsmittel, aber kein Zwangskurs: steuerliches Chaos
Diese Münzen sind gesetzliches Zahlungsmittel, aber es gibt keinen Zwangskurs: Niemand ist verpflichtet, sie als Zahlung anzunehmen. Die erste Ausgabe hatte zwar Zwangskurs, ihre Nutzung blieb jedoch anecdotal. Für Anleger stellt sich die Frage, wie der Verkauf steuerlich zu erklären ist. Der Nominalwert stimmt nicht mit dem Kaufpreis überein; bei gewichtsbasierten Verkäufe wird das Finanzamt Nachweise verlangen. Einige argumentieren, der Nominalwert sollte als Anschaffungskosten gelten, aber die Steuerpraxis orientiert sich meist am tatsächlich gezahlten Preis. Es fehlt eine klare Richtlinie, was Unsicherheit schafft.
Der Kern des Problems: Eine Münzstätte, die keine Kunden will
Der wiederkehrende Eindruck ist, dass die FNMT nach bürokratischer Logik handelt: hohe Preise, schlampige Designs, willkürliche Stornierungen und fehlende Professionalität. Andere Münzstätten wie die Royal Australian Mint haben eine globale Kundenbasis mit gut gestalteten Produkten und wettbewerbsfähigen Preisen aufgebaut. Die FNMT scheint hingegen entschlossen, ihre schrumpfende Kundschaft nostalgischer oder uninformierter Käufer auszubeuten. Das Ergebnis ist, dass die meisten jüngsten Ausgaben – abgesehen von einzelnen Erfolgen wie Jubiläumsserien aus früheren Jahrzehnten – eine schlechte Investition sind. Die Daten sind hart: Wer früher Silber-Bullion anderer Münzstätten (ohne Aufschlag) für 14 Euro pro Unze kaufte, erzielte deutlich höhere Renditen.
Offen bleibt, ob der Banco de España als Eigentümer und Aufsichtsrat einen Kurswechsel erzwingen wird oder ob die FNMT weiterhin kompromisslos ihren eigenen Ruf prägt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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