P2P-Kredite: Ertrag steigt auf 964 €, Mintos führt Gebühr ein

Ein P2P-Portfolio wuchs von 261 € (2023) auf einen Rekordwert von 964 €. Gleichzeitig führte die Plattform Mintos eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,29 % ein.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

P2P-Kredite: Ertrag steigt auf 964 €, Mintos führt Gebühr ein
Crowdlending: Von 261 € auf 964 € monatlich und die neue Mintos-Gebühr

Der beste Monat dieses Portfolios war zugleich der schlechteste. Im Juni 2025 schnellten die Einnahmen aus P2P-Krediten auf 964,27 Euro, weit über den Durchschnitt. Der Grund war jedoch keine außergewöhnliche Rendite: Eine Plattform hatte alle Kredite aus zwei Märkten zurückgekauft und das Kapital samt anteiligen Zinsen ausgezahlt. In den übrigen Monaten des Jahres lag der Ertrag zwischen 693 und 895 Euro. Zum Vergleich: Im August 2023 waren es noch 261,55 Euro.

Hinter dieser Entwicklung steht Crowdlending bzw. P2P: Der Kauf von Krediten oder Kreditfragmenten bei einem Originator gegen einen vorab festgelegten festen Zinssatz. Die These des Autors dieser Bilanzen lautet, dass der Erfolg nicht von der Plattform abhängt, sondern von der richtigen Auswahl der Originatoren. Die häufigste Gegenfrage ist eine andere: Man möge Bankauszüge zeigen, um zu beweisen, dass das Geld tatsächlich eingeht.

Was ist Crowdlending und welche Rendite verspricht es?

Ähnlich wie ein Fonds das Geld vieler Anleger auf viele Unternehmen verteilt, streut eine Crowdlending-Plattform das Kapital auf Kredite. Der Anleger stellt das Kapital bereit, der Kreditnehmer zahlt Zinsen, und die Plattform behält eine Gebühr. Die üblichen Spannen liegen bei 4,5 % bis 8 % im Factoring (Vorfinanzierung von Rechnungen für Unternehmen und Behörden) sowie bei rund 10–11 % für Konsumkredite mit Rückkaufverpflichtung oder Hypothekensicherheit. Das Risiko wird als mittel bis hoch eingestuft.

Die wiederkehrende Empfehlung rät davon ab, mehr als 15–20 % des Vermögens zu investieren oder sich auf weniger als zehn Originatoren zu konzentrieren. Hier zeigt sich auch eine wichtige technische Unterscheidung, die kaum jemand beachtet: Mintos ist ein Marktplatz, auf dem viele unabhängige Originatoren Kredite anbieten. Robocash hingegen präsentiert mehrere Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern, die alle zur selben Gruppe gehören. Fällt eine aus, können die anderen mitgerissen werden.

Warum ist Mintos nicht mehr das, was es einmal war?

Mintos ist der größte Marktplatz der Branche, reguliert und behält bei Einwohnern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) an der Quelle 5 % ein. Seine Kredite sind 'Notes' mit ISIN-Code, was sie für spanische Steuerzahler potenziell meldepflichtig im Modell 720 macht. Trotz allem gibt es eine ständige Beschwerde: Die Plattform filtert zugelassene Originatoren nicht streng genug. Daher empfiehlt es sich, für jeden Originator einen eigenen Autoinvest zu konfigurieren und die Exposition manuell zu steuern.

Im Jahr 2025 kam die Ankündigung, die die Diskussion veränderte: Ab dem 16. Mai gilt eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,29 %, die auch für Autoinvests gilt, die der Investor selbst für einen einzelnen Originator erstellt hat. Das Argument des Kontoführers ist, dass dieser Prozentsatz höher ist als die Gebühren der meisten Indexfonds und ETFs und dass bei einem vom Kunden aufgebauten Portfolio keine aktive Verwaltung stattfindet. Es gibt Indexfonds, die günstiger sind.

Vom Ziel von 300 € monatlich hin zu 693 €

Die Serie beginnt im August 2023 mit 261,55 Euro, verteilt auf Mintos, Robocash, Peerberry, Esketit, Twino und ViaInvest. Im September sinkt der Wert auf 255,77, im Oktober steigt er auf 286,29. Das erklärte Ziel war, unabhängig von der Arbeit 300 Euro monatlich zu erzielen. Dies wurde im Dezember erreicht, als verspätete Zahlungen von Peerberry das Ziel überschritten ließen. Im Mai 2025 lag der Gesamtbetrag bereits bei 895,15 Euro, im Juni – dem künstlichen Rekordmonat – bei 964,27 Euro.

Danach folgt der Abwärtstrend: 777,12 im Juli, 736,19 im August und 693,27 im September 2025. In diesem Monat wurden Screenshots der einzelnen Webseiten durch direkte Tabellen aus der Kalkulationssoftware ersetzt. Die Aufschlüsselung nach Plattform mit ihren monatlichen Schwankungen zeigt, dass der Rückgang kein Zahlungsausfall ist, sondern eine bewusste Kapitalentnahme.

Originatoren verschwinden vom Markt

Ava Fin, der älteste und bestbewertete Originator auf Esketit, wurde von einer Bank übernommen und benötigt daher keine Finanzierung durch Privatpersonen mehr. Esketit kaufte daraufhin die Kredite aus Spanien und Tschechien zurück und zahlte im Juli 2025 nur noch 3,86 Euro aus: praktisch null. Die verbleibenden Originatoren – einer aus Jordanien und ein anderer, der notleidende Kredite verkauft – überzeugen nicht, sodass das Kapital die Plattform verlässt.

Twino hat Probleme im Vietnam-Geschäft; die verbreitete Empfehlung lautet, sogar polnische Kredite am Sekundärmarkt zu verkaufen. Bei Stikcredit wird alles zurückgezogen, sobald die Kredite fällig werden. Afranga, wo man Nachfolger erwartet hatte, deutet auf eine noch zu prüfende Quellensteuer von 10 % hin und bietet kaum neue Kredite an. Jeder Ausfall zwingt dazu, Kapital neu anzulegen oder stillzulegen.

Betrugsverdacht und der Streit um Beweise

Die Branche sei weder ein Betrug noch ein Schneeballsystem, so der Autor, genau wie es auch normale Websites oder Unternehmen gebe. Er nennt jedoch Projekte, die schiefgingen: Kuetzal, Envestio und Housers. Demgegenüber steht das Argument, dass eine fast fixe Rendite von 10 % dokumentarische Beweise erfordert und dass die Forderung nach einem Bank-Screenshot nichts Ungewöhnliches ist.

Die Spannung eskaliert, als der Autor sich weigert, Transaktionen offenzulegen, und erklärt, er müsse nichts legitimieren. Kritiker vermuten, dass das eigentliche Ziel Affiliate-Provisionen (Referrals) seien. Die Verteidigung lautet, dass es eine Telegram-Investorencommunity gibt, die sich auf diese Methode konzentriert, und dass der Autor zusätzlich ein indexiertes Portfolio und Dividendenaktien hält.

Swaper, 16 % bei Afranga und die Index-Alternative

Swaper verspricht 14 %; Nutzer geben jedoch an, dass es sich um eine Blackbox handelt: intransparente Konten und ein Cash-Drag von 10–15 %, also Geld, das uninvestiert wartet. Bei Afranga tauchten Kredite von Stikcredit mit 16 % auf, später dann 12 % über zwölf Monate. Hohe Renditen locken immer mit denselben Kosten.

Am anderen Ende steht das unbequeme Argument eines anderen Forum-Nutzers: Ein Index wie der S&P 500 bietet vergleichbare Renditen bei deutlich geringerem Risiko. Viermal so viel Risiko einzugehen, um gleich zu bleiben, lohnt sich nicht. Der P2P-Befürworter leugnet dies nicht ganz: Er bestätigt, dass er auch Indexfonds besitzt, und sieht Crowdlending als ein Standbein neben vielen, nicht als das gesamte Gebäude. Mit sieben aktiven Plattformen, einem schrumpfenden Markt und einer neuen Gebühr ist die Frage nicht, ob die 10 % existieren. Die Frage ist, wie viel davon echte Rendite ist und wie viel davon bedeutet, dass die Musik noch nicht aufgehört hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (120 Antworten).

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