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Novo Nordisk und UnitedHealth: Zwei Abstürze, zwei Thesen
Novo Nordisk bricht ein, UnitedHealth steht vor Gerichtsverfahren. Steuerliche Folgen des dänischen Dividenden.
Novo Nordisk und UnitedHealth: Das fallende Messer kaufen
Wie stark muss eine Aktie fallen, damit sie aufhört, eine Chance zu sein, und zur Falle wird? Diese Frage bestimmt die Börsenbeobachtung zweier Riesen im freien Fall: der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk und der US-Versicherer UnitedHealth. Der eine verlor das, was ihn groß machte; der andere lebt im Schatten mehrerer Gerichtsverfahren. Und mittendrin Käufer, die zukaufen, während alles fällt.
Warum Novo Nordisk und UnitedHealth nicht vergleichbar sind
Die häufigste Diagnose trennt die beiden Fälle scharf. Novo Nordisk verlor das Monopol, das den Kurs einst in die Höhe trieb: Ohne ein neues erfolgreiches Patent ist eine Rückkehr zu Höchstständen Illusion. UnitedHealth hingegen leidet unter den Folgen eines Angriffs auf seinen CEO und umstrittener Führung, bleibt aber laut Analysten der größte Krankenversicherer der USA mit soliden Zahlen.
Der Größenunterschied zeigt sich in der Bilanz: Der Buchwert pro Aktie von Novo liegt bei rund 4 Euro, gegenüber 103 Dollar beim Versicherer. Mit diesem Ausgangspunkt gibt es Investoren, die die dänische Aktie gar nicht erst in Betracht ziehen.
Wo liegt der Boden für Novo Nordisk?
Hier beginnt das eigentliche Problem. Laut Thread-Verlauf fiel die Aktie an einem Tag um 23% und ging am nächsten weiter runter. Das Jahrestief lag bei 36 Euro, Käufe erfolgten bei 43; danach folgte der Absturz auf 37 und später auf die genannten 31 Euro. Der Boden, so die Vorsichtigen, „muss unter 30 liegen“. Übersetzung: Niemand hat das Netz gefunden.
Die Strafe trifft nicht nur die Dänen. In einer einzigen Sitzung verlor Eli Lilly 14,15%, der direkte Konkurrent im GLP-1-Geschäft. Wenn die gesamte Branche bestraft wird, Signal vom Rauschen zu unterscheiden, wird zum Risikosport.
Die dänische Dividende, die auf dem Weg verloren geht
Ein oft übersehenes steuerliches Detail verändert die Renditeberechnung. Dänemark erhebt eine Quellensteuer von 27%; Spanien von 19%. Zwischen beiden Ländern besteht kein Doppelbesteuerungsabkommen, sodass die üblichen 15% nicht angerechnet oder zurückgefordert werden können. Eine Dividende von 4% reduziert sich netto auf 2%.
Die Lösung erfahrener Anleger: Kaufen Sie die deutsche Variante, notiert in Euro, und umgehen Sie so den Währungstausch. Die Quellensteuer bleibt dann bei den spanischen 19%. Weniger Volumen, aber die Dividende kommt vollständig an.
UnitedHealth und der ausstehende Betrugsverdacht
Die Geschichte des Versicherers ist anders. Die Fundamentalanalyse liest sich positiv, doch belasten mehrere Gerichtsverfahren wegen angeblichen Betrugs gegenüber der Bundesregierung das Bild. Zudem notiert die Aktie möglicherweise noch über ihren Vergleichswerten. Das Rechtsrisiko ist nicht abgeschlossen und wiegt schwerer als jeder Chart.
Gegen diese Angst spricht ein anderer Fakt: Sowohl US-Kongressabgeordnete beider großer Parteien als auch mit dem Unternehmen verbundene Manager haben kräftig nachgekauft. Eine Dividendenrendite von 3% zu diesen Preisen ist für geduldige Anleger nicht zu verachten.
Als Novo mehr wert war als der gesamte Ibex
Das Archiv hilft, den Absturz einzuordnen. Im Jahr 2024 überstieg die Marktkapitalisierung von Novo Nordisk den Gesamtwert der 35 größten spanischen börsennotierten Unternehmen, ein im Thread kursierender Datenpunkt. Damals galt dies als unaufhaltsam. Heute ist dasselbe Unternehmen für manche Teilnehmer das Paradebeispiel dafür, wie ein Abwärtstrend jede Erholung zerquetscht und zum perfekten Köder für frisches Kapital wird.
Der Fokus des Marktes hat sich inzwischen auf Künstliche Intelligenz und Halbleiter verschoben. Die Gesundheitsriesen wurden vom Radar genommen.
Manche kaufen nach, andere warten ab. Wieder andere sind bereits ausgestiegen. Bei diesen Preisen könnte man meinen, der Boden sei gleich da.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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