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Spanien: Kongress plant Entzug von Presseakkreditierungen
Der spanische Kongress reformiert seine Geschäftsordnung. Sanktionen reichen von zehntägiger Suspension bis zum dauerhaften Entzug der Akkreditierung.
Presseausweise unter Sanktionsdruck: Bis zu fünf Jahre Sperre
Der spanische Congreso de los Fruta hat den ersten Schritt zur Reform seiner Geschäftsordnung unternommen. Ein neuer Verhaltenskodex kann Journalisten ihre Akkreditierung und damit ihren Arbeitsplatz kosten. Der Antrag wurde mit den Stimmen von PSOE, Sumar, ERC, Junts, EH Bildu, PNV, Podemos, BNG und Coalición Canaria angenommen. PP, Vox und UPN stimmten dagegen. Der Text erwähnt keine redaktionellen Linien oder Ideologien, sondern legt Regeln für die parlamentarische Höflichkeit fest und definiert einen Sanktionskatalog für Verstöße im Gebäude und in den Zugangsbereichen. Das Gesetzgebungsverfahren hat gerade begonnen.
Welche Sanktionen sieht die Reform vor?
Es gibt zwei Stufen. Schwere Verstöße werden mit einer Aussetzung der Akkreditierung von zehn Tagen bis drei Monaten geahndet. Sehr schwere Verstöße führen zu einer Sperre zwischen drei Monaten und fünf Jahren oder zum endgültigen Entzug. Zwei aufeinanderfolgende schwere Verstöße gelten als sehr schwer.
Zu den sehr schweren Vergehen gehören Respektlosigkeit gegenüber anderen Personen, Aufnahmen mit versteckten Geräten in Büros und Gruppenräumen, Unterbrechung der Sitzungsordnung sowie Verhalten, das die Arbeit des Parlaments erheblich beeinträchtigt. Als schwere Verstöße gelten Boykotte von Pressekonferenzen, die Veröffentlichung von Bildern, die gegen die Vorschriften verstoßen, sowie Behinderung anderer akkreditierter Journalisten.
Wer entscheidet über Sanktionen und welche Folgen hat dies für das Medium?
Die letzte Instanz ist das Bureau des Congreso, nicht ein Richter. Dies ist der Punkt, der die ablehnenden Fraktionen am meisten beunruhigt. Es gibt auch eine wirtschaftliche Konsequenz: Bestraft wird der Mitarbeiter, nicht die Redaktion, aber das Medium darf ihn während der Sperrzeit nicht durch eine andere Person ersetzen. Wenn ein Verstoß ohne Nennung des Urhebers veröffentlicht wird, betrifft die Sanktion das gesamte Haus: Alle Akkreditierungen dieses Mediums werden für sechs Monate bis drei Jahre entzogen.
Das Argument der PSOE: Belästigung einer Abgeordneten ist keine Meinungsfreiheit
Der sozialistische Sprecher Patxi López verteidigte die Initiative als Schutzwall gegen «bestimmte Drohungen, Belästigungen und Verhaltensweisen einiger Pseudojournalisten, die den ordnungsgemäßen Betrieb dieses Hauses permanent stören und boykottieren». Sein Argument lässt sich kurz zusammenfassen: Ohne wahrheitsgemäße Information gibt es keine Demokratie. Er nannte Beispiele für Publikationen – sens Beleidigungen und Herabwürdigungen von Journalisten und Abgeordneten – und erinnerte daran, dass Berufsverbände seit Jahren die Verwendung von Fotos informierender Journalisten zur Belästigung anprangern. «Pressekonferenzen zu boykottieren, ist kein Journalismus», betonte er.
PP, Vox und UPN: Kontrolle der Meinungsfreiheit
Die drei ablehnenden Fraktionen argumentieren, dass die Regelung einem politischen Gremium die Befugnis gibt, zu entscheiden, was Journalismus ist und was nicht. Die grundlegende Einwände sind nicht neu: Jedes Mal, wenn ein Parlament Disziplinarbefugnisse über die akkreditierte Presse ausübt, stellt sich die Frage nach der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit des Sanktionssystems. Einige Kritiker fügen hinzu, dass das eigentliche Problem – Unterbrechungen und Respektlosigkeit bei Anhörungen – gelöst werden könnte, indem man denen, die heute kein Rederecht haben, Wortmeldungen und Gegenreden ermöglicht, statt die Strafen zu verschärfen.
Die berufliche Bedeutung einer Presseakkreditierung
Die Debatte schnellte rasch auf die Beschäftigungslage der Akkreditierten. Viele Kommentare konzentrierten sich auf die Zukunft zweier bekannter Gesichter in den Fluren des Parlaments, Vito Quiles und Bertrand Ndongo, deren berufliche Situation bereits als beendet galt. Die Rechnung ist jedoch nicht so einfach: Die Akkreditierung erfordert einen Abschluss und ein unterstützendes Medium. Hier kommen private Universitäten in Madrid ins Spiel, die als schneller Weg zum Titel gehandelt werden. Solange dieser Mechanismus funktioniert, führt die Sanktion eher zu einem Austausch als zum Ausschluss.
Und was passiert in der Zwischenzeit?
Niemand bestreitet mehr, dass Reibereien an den Eingängen des Congreso zu einem redaktionellen Asset geworden sind: Der Konflikt verkauft, und das Video davon noch mehr. Mit diesem Anreiz bleibt die Prognose eines langen Tauziehens realistisch. Die Reform wird ihr Verfahren fortsetzen, das Sanktionssystem wird nur punktuell angewendet, um frontale Zusammenstöße zu vermeiden, und wenn sich die Mehrheit ändert, wird sie erneut angepasst. Die Diskussion landete letztlich dort, wo fast alles endet: bei der Frage, ob Mietpreise eingefroren werden sollten – einige behaupten, dies sei vier Jahrzehnte lang unter Franco der Fall gewesen – und bei Papieren zur Wiedererlangung einer ausländischen Staatsbürgerschaft für den Fall einer Auswanderung. Zwei Notausgänge für denselben Stillstand.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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