Ein Festgeld mit 3,5 % wird zu einem Realverlust von 5,39 %
Die 3,5 % eines Festgeldkontos klingen wie ein ruhiger Hafen, bis man sie neben die für September 2023 prognostizierte Inflation von 4,8 % und den Verlust von 4,09 %, den der Euro gegenüber dem Dollar seit dem 1. August hinnehmen musste, stellt. Addiert man diese Werte: 8,89 %. Zieht man den Zins ab: der reale Verlust liegt bei 5,39 %. Es ist kein Bankrott, kein Run auf die Banken und kein Betrug. Es ist schwerer zu verdauen: Nichts passiert, und trotzdem ist das Geld weniger wert.
Das ist der Ausgangspunkt einer Diskussion, die in Spanien immer wieder aufflammt, wenn die Inflation über die Zinsen steigt. Die Frage lautet nicht mehr, wo das Geld am meisten Rendite bringt, sondern was es jeden Monat kostet, nichts damit zu tun. Und die Antwort fällt bei klassischen Einlagen negativ aus.
Die Rechnung, die die Rentabilität des Festgelds entlarvt
Die Aufschlüsselung ist so einfach, dass sie wehtut. Prognostizierte Inflation für September 2023: 4,8 %. Abwertung des Euros gegenüber dem Dollar seit dem 1. August: −4,09 %. Gesamtsumme: −8,89 %. Die 3,5 % des Finanzprodukts reichen für mehr als fünf Punkte nicht aus. Hier liegt die Falle des ruhenden Cash: Der Zins wird einmal gezahlt, der Kaufkraftverlust jedoch täglich.
Es gibt einen berechtigten Einwand: Es ist nicht ganz korrekt, die Inflation zum Wechselkurs hinzuzurechnen, da ein Sparer, der in Euro lebt und konsumiert, nicht alles in Dollar kauft. Die Gegenargumente haben eine gewisse Berechtigung, ändern aber nichts am Kern der Sache. Die 3,5 % liegen weiterhin unter den prognostizierten 4,8 %, sodass der Verlust existiert, auch wenn die Endzahl schwankt.
Beachten Sie ein weiteres Detail: Der Euro hat sich nicht über ein Jahr hinweg geschwächt, sondern diesen Verlust von 4,09 % seit dem 1. August erlitten. Wenn eine Währung innerhalb von Wochen vier Punkte gegenüber dem Dollar verliert, merken die Preise für Energie, Reisen und alle importierten Güter dies früher als der offizielle Warenkorb.
Was tun mit Ersparnissen: Lebensmittel, Dividenden oder Immobilien von Notverkäufern
Die kursierenden Ratschläge richten sich nach der Höhe des Kapitals. Bei wenig Geld empfiehlt man den Kauf langlebiger Lebensmittel, die ohnehin verbraucht werden: Mehl, Reis, Nudeln und Öl. Wer Ende 2020 Vorräte angelegt und dies beim Ausbruch des Ukraine-Kriegs wiederholt hat, sparte die gesamte Preissteigerung dieser Produkte ein. Das ist keine Investition, sondern Vorziehen des Konsums zum alten Preis, und in einem Hochinflationsumfeld funktioniert das.
Bei mittleren Summen verteidigt man Aktien: etablierte Unternehmen, die zum falschen Zeitpunkt gekauft wurden, wobei die Dividende als Puffer dient, während man auf die Erholung wartet. Man nimmt Risiko in Kauf, ja, aber das Kapital bleibt nicht ruhig liegen, während die Inflation darüber hinwegfegt.
Ab 200.000 Euro ändert sich das Spektrum. Der angespannte Immobilienmarkt tritt in den Vordergrund, mit Eigentümern, die verkaufen müssen, und Käufern, die mit Liquidität antreten. Die Zahl ist kein Zufall: Sie markiert die Grenze zwischen Investieren und Verhandeln.
Gerichtliche Zwangsversteigerungen: 40 Werktage zur Zahlung und aufgeblähte Bewertungen
Der Star-Mechanismus dieses letzten Abschnitts sind Versteigerungen. Das Kleingedruckte ist wichtig: Es gibt 40 Werktage, um die Zahlung abzuschließen, und nicht jeder hat 50.000 Euro griffbereit für eine Wohnung, die zu diesem Preis versteigert, aber auf 300.000 Euro bewertet wurde. Die Versuchung besteht darin, mit dem Zuschlagsbescheid eine Hypothek zu beantragen; das Problem ist, dass die Bank nicht per Dekret unterschreibt.
Wer solche Transaktionen wiederholt, fasst es in Methode und Mut zusammen: Gebote mit langer Vorlaufzeit suchen, die Gegend persönlich besichtigen, verstehen, warum der Eigentümer die Immobilie verliert, und Fällen mit dubiosen Familiengeschichten misstrauen. Die Bewertungspreise sind zudem oft überhöht, sodass der scheinbare Schnäppchenpreis zu einem teuren Problem wird.
Die Warnung unter Kennern des Systems wiederholt sich: Man kann sich verbrennen und eine Immobilie übernehmen, auf der eine erklärte Vulnerabilitätssituation lastet. Die Ley de Enjuiciamiento Civil (Zivilprozessordnung) regelt Fristen und Kautionen, aber die vollständige Aufschlüsselung von Bürgschaften, Geboten und Kleingedrucktem passt nicht in vier Zeilen.
Gold, Fremdwährung und Geldmarktfonds mit 4 %
Außerhalb von Immobilien wiederholt sich das Handbuch: Aktien, Anleihen, Gold und Immobilien, manchmal über Crowd-Funding-Plattformen. Eine konservative Variante erinnert daran, dass man etwas mehr herausholen kann, ohne sichere Produkte zu verlassen, denn Geldmarktfonds zahlen derzeit rund 4 %, einen halben Punkt über dem Festgeld.
Auch die Option, außerhalb Spaniens zu investieren, gewinnt an Bedeutung. Befürworter führen rechtliche Unsicherheit und eine wenig schmeichelhafte Alterspyramide an. Andere bevorzugen Vermögenswerte, die in keinem Index gelistet sind: Gold, fruchtbares Land, sogar Waffen. Das Umfeld spielt nicht mit: Der MSCI World steht seit Tagen im Minus, und Zyklen des billigen Geldes dauern nach Erfahrungswerten etwa sieben Jahre im Durchschnitt.
Eine andere Lesart besagt, dass der Moment zum Handeln jetzt nicht gekommen ist. Er war in den fünfzehn Jahren nach der Subprime-Krise, als Liquidität kostenlos war. Jetzt zahlt alle die Rechnung, und wer spät kommt, zahlt doppelt.
Die unbequeme Antwort: Geld ist auch zum Ausgeben da
Unter allen Berechnungen taucht eine Strömung auf, die keine Investition vorschlägt. Sie schlägt vor, auszugeben. Ihr Argument ist, dass Sparen Ruhe und Optionen bietet, aber auch zu einem absurden Countdown werden kann: die verbleibende Zeit berechnen, durch das verfügbare Geld teilen und entsprechend handeln.
Der Bezug ist alt: Seneca tadelte, dass niemand sein Geld verschenkt, während alle ihre Zeit verschenken. Wer diesen Weg verteidigt, fügt eine unsympathische Note hinzu: Wenn man den Überschuss nicht selbst ausgibt, geben ihn andere aus und tanzen auf seinem Grab. In dieser Logik konkurriert Geld nicht mit der Inflation; es konkurriert mit der Zeit.
Es bleiben die üblichen Nuancen: Wie viel Wahrheit steckt in der Addition von Inflation und Abwertung, welches Risiko toleriert jeder Geldbeutel und was macht man mit den Werktagen der Versteigerungsfrist? Mit fallendem Euro und einer Inflationsrate über dem Festgeldzins ist auch Nichtstun eine Entscheidung. Wie lange hält jemand es aus, zuzusehen, wie sein Geld weniger abwirft, als es kostet, es zu halten?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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