Spanien: Debatte über 39-jährigen Faulenzer und Schuld der Eltern

Ein Forenbeitrag über einen arbeitslosen 39-Jährigen in Spanien löst eine Diskussion über Erziehung und Abhängigkeit aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Debatte über 39-jährigen Faulenzer und Schuld der Eltern
Der 39-Jährige, der weder arbeitet noch hilft: Parasit oder Opfer der Erziehung?

Er ist 39 Jahre alt, lebt bei seinen Eltern, arbeitet nicht, studiert nicht und leistet keinen finanziellen Beitrag. Er kocht nur gelegentlich und verbringt den Tag mit dem Handy oder Laptop. Der Fall, aufgeworfen in einem Investitionsforum, löst einen Sturm der Meinungen aus: von denen, die einen Parasiten sehen, der vor die Tür gesetzt werden sollte, bis zu denen, die behaupten, der wahre Schuldige sei derjenige, der ihn unterstützt. Die Diskussion entwickelt sich zu einer unangenehmeren Frage: Was passiert, wenn individuelles Versagen zum sozialen Phänomen wird?

Der Fall, der die Debatte eröffnete: 39 Jahre, null Beitrag, Eltern, die ihn durchfüttern

Der anfängliche Bericht ist konkret: ein 39-jähriger Verwandter, der bei seinen Eltern wohnt, nicht arbeitet, nicht studiert und nicht im Haushalt hilft. Sein einziger Beitrag ist gelegentliches Kochen. Wirtschaftlich trägt er nichts bei und bittet um Geld für Ausgaben, von Vapes bis zu Amazon-Einkäufen. Die Person, die dies erzählt, fragt sich, wie man jemanden so finanziell unterstützen kann. Die am häufigsten wiederholte Antwort zu Beginn der Debatte lautet: die Schuld liegt bei den Eltern, die es zulassen.

Manche differenzieren, dass das Problem nicht nur wirtschaftlicher Natur ist. Ein Teilnehmer weist darauf hin, dass ein solches Kind nicht aus dem Nichts kommt: "Kinder kommen nicht als Parasiten zur Welt, auch nicht klug oder dumm; alles hängt vom Umfeld ab." Von klein auf, argumentiert er, müsse man sie zu Hausarbeit und einer Kultur der Anstrengung erziehen. Ein anderer fügt hinzu, dass gerade bestandene Noten nicht existieren sollten und dass man mit 16 Jahren bereits arbeiten könne. Eine gemeinsame Schlussfolgerung: Eltern haben die Kinder, die sie verdienen.

Ist er ein Parasit oder ein Produkt des Systems? Zwei Seiten der Argumentation

Das Etikett "Parasit" ist nicht einstimmig. Gegenüber denen, die es ohne Nuancen verwenden, antworten andere mit einem unbequemen Argument: Es ist besser, ihn zu Hause zu haben, als ihn verwahrlosen oder auf der Straße landen zu sehen. Ein Teilnehmer vergleicht es mit anderen Situationen: Manche geben die Rente der Großmutter für Drogen aus und verkaufen am Ende die Möbel. Andere behaupten, viele junge Leute seien so, und die Eltern seien froh darüber, weil sie es vorziehen, dass ihr Kind nicht mit schlechter Gesellschaft geht oder obdachlos wird.

Die Diskussion kreuzt sich mit einer Generationendebatte. Eine Nachricht verteidigt, dass die heutigen 39-Jährigen sind wie die 9-Jährigen früher, weil sich das Leben in den letzten 25 Jahren stark verändert hat. Ein anderer antwortet, dass nicht alles gleich ist: Es gibt Fälle von Menschen, die arbeiten und bei ihren Eltern leben, um keine Hypothek aufzunehmen, und Fälle von Erwachsenen, die nie gearbeitet haben. "Jede Situation ist eine eigene Welt", fasst zusammen. Die Linie zwischen vernünftiger Hilfe und Parasitismus ist niemandem klar.

Was passiert, wenn das Kind schon 40 ist? Angst vor dauerhafter Abhängigkeit

Der Fall des 39-jährigen Verwandten ist kein Einzelfall. In der Debatte tauchen andere Profile auf: Kinder, die ausziehen, aber weiterhin monatliche Überweisungen von der Elternrente erhalten, oder Erwachsene, die nach einer Scheidung zurückkehren. Ein Teilnehmer beschreibt es als ein Unglück, das sich mit der Zeit verschlimmert, weil das Kind für die Gesellschaft völlig nutzlos wird und es fast unmöglich ist, es aus dem Haus zu bekommen. Die Warnung ist deutlich: Wenn nicht rechtzeitig korrigiert, wird die Abhängigkeit chronisch.

Die härteste Antwort kommt aus einer anderen Perspektive: "Ich würde ihn vor die Tür setzen." Aber dieser Ausweg hat Kosten. Mehrere Nachrichten erinnern daran, dass das Leben schon hart genug ist, um weiteres Leid hinzuzufügen, und dass das Hinauswerfen eines mittellosen Kindes in einer Tragödie enden könnte. Das Gleichgewicht zwischen Verantwortlichkeit fordern und nicht im Stich lassen ist der Knoten, den niemand löst.

Wie vermeidet man die Erziehung eines parasitären Kindes? Bildung, Grenzen und Geld

Das am häufigsten wiederholte Rezept in der Debatte ist Prävention. Hausarbeiten von klein auf beibringen, kein Taschengeld ohne Gegenleistung geben und konkrete Arbeiten entlohnen wie Rasenmähen oder Autowaschen, auch wenn es wenig Geld ist. Ein Teilnehmer erzählt, dass in seinem Haus die Kinder seit klein an den Tisch decken und abräumen, und dass Lernen und gute Noten vorausgesetzt werden. Ein anderer besteht darauf, dass der größte Fehler, den er sieht, darin besteht, Teenagern nicht zu erlauben, einen Job zu finden, um etwas Geld zu verdienen: Wenn man mit 16 oder 17 einen frustrierenden Job annimmt, schätzt man mehr, was die Eltern tun.

Das Gegenargument taucht ebenfalls auf: Zu viel Druck auf Kinder kann Denkweisen erzeugen, die sie ein Leben lang begleiten. Eine Nachricht warnt, dass der Druck zu lernen und zu arbeiten kontraproduktiv sein kann. Und eine andere erinnert daran, dass der erste Einfluss meist von den Eltern kommt, aber manchmal das Kind aufgrund von Umständen verloren geht, die niemand kontrollieren kann: geringes Selbstwertgefühl, fehlende Unterstützung, schlechte Gewohnheiten oder einfach Orientierungslosigkeit.

Die verwirrende Zahl: Niemand weiß, wie viele solche Fälle es in Spanien gibt

Die Debatte liefert keine offiziellen Statistiken. Es gibt keine Zahl darüber, wie viele Erwachsene in Spanien von ihren Eltern leben, noch ein Verzeichnis darüber, wie viele nie gearbeitet haben. Was es gibt, sind Zeugnisse und gegensätzliche Meinungen. Ein Teilnehmer weist darauf hin, dass es fünfzigtausend verschiedene Fälle gibt und alle in einen Topf zu werfen, ein Fehler ist. Ein anderer antwortet, dass die Ausnahme die Regel nicht ungültig macht: Die meisten Kinder, die so enden, hatten eine Erziehung, die es ermöglichte.

Die Diskussion endet ohne Konsens. Einige fordern strenge Maßnahmen, andere Verständnis, und eine dritte Gruppe zeigt auf die Eltern. Währenddessen bleibt der 39-jährige Verwandte zu Hause, das Handy in der Hand, ohne etwas beizutragen. Und die Anfangsfrage bleibt unbeantwortet: Was tun, wenn der Parasit schon graue Haare hat?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

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