Spanien: 92 % der Ausgaben von Cruz Roja gingen 2023 an Personal

Cruz Roja Española erhielt 2023 Subventionen in Höhe von 514 Millionen Euro, wovon 475 Millionen für Personalkosten verwendet wurden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: 92 % der Ausgaben von Cruz Roja gingen 2023 an Personal
Cruz Roja Española: 92 % der Ausgaben im Jahr 2023 flossen in das Personal

Wofür wird das Geld verwendet, das Sie an Cruz Roja spenden? Laut Daten, die auf Basis der konsolidierten Jahresabschlüsse 2023 in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, erhielt die Organisation fast 514 Millionen Euro an Subventionen und gab 475 Millionen Euro für Personalkosten aus, was 92 % der öffentlichen Mittel entspricht. Weitere 146 Millionen Euro wurden für externe Dienstleistungen aufgewendet. Diese Zahlen haben die Debatte über die tatsächliche Verwendung öffentlicher Gelder für große NGOs erneut entfacht.

Aufschlüsselung der Konten: Gehälter, Führungsebene und medizinisches Personal

Die Daten für 2023 zeigen eine Ausgabenstruktur, die stark auf Lohnzahlungen konzentriert ist. Von den 475 Millionen Euro für Personal entfallen 359 Millionen auf Gehälter und Löhne und 115 Millionen auf die Sozialversicherung, die von der Organisation getragen wird. Bei einer Belegschaft von etwa 15.000 Mitarbeitern umfasst die Verteilung 150 Führungskräfte und Provinzsekretäre, 9.800 Akademiker und Techniker, 1.000 Verwaltungsangestellte, 1.100 klinische Hilfskräfte und medizinisches Personal sowie 3.000 Hilfskräfte. Der Posten für die Geschäftsführung beläuft sich auf über 4 Millionen Euro für 64 Personen, was einem Durchschnitt von 64.000 Euro pro Kopf entspricht.

Der Anteil an medizinischem Personal ist einer der am stärksten kritisierten Punkte: Nur 7,5 % der Belegschaft fallen in diese Kategorie. Kritiker behaupten, dass die eigentliche Hilfsarbeit von unbezahlten Freiwilligen geleistet wird, während die professionelle Struktur den Großteil des Budgets absorbiert. Im Jahr 2022 war der Anteil der Personalkosten am Umsatz mit 97,61 % sogar noch höher, so Berechnungen, die auf den Excel-Tabellen der „Grandes Beneficiarios de Ayudas“ (Hauptempfänger von Hilfen) basieren.

Was macht Cruz Roja mit 514 Millionen Euro an Subventionen?

Die Frage nach dem Verbleib dieser enormen öffentlichen Gelder steht im Zentrum der Analyse. Zwischen 2017 und 2022 erhielt die Organisation laut denselben Quellen mehr als 1,5 Milliarden Euro an Hilfen. Der Vergleich zwischen Einnahmen und Personalausgaben lässt nur einen geringen Spielraum für direkte Hilfsmaßnahmen abseits externer Dienstleistungen. Es gibt Berechnungen, die darauf hindeuten, dass der Anteil für soziale Programme im Vergleich zur Gehaltsstruktur verschwindend gering ist.

Die Kontroverse erstreckt sich auch auf die Rechtsform der Organisation. Obwohl sie sich als nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation präsentiert, gibt es kritische Stimmen, die behaupten, dass ihre Abhängigkeit von öffentlichen Mitteln sie zu einer Art Arbeitsvermittlung innerhalb des staatlichen Klientelnetzwerks mache. Andere verteidigen die Arbeit von Cruz Roja als seriös und betonen, dass ein Teil der Belegschaft unverzichtbare technische und medizinische Funktionen ausübt.

Historie von Unregelmäßigkeiten und der Schatten der Korruption

Dies ist nicht das erste Mal, dass Cruz Roja Española im Zentrum einer Kontroverse steht. 1994 trat Carmen Mestre als Präsidentin zurück, erzwungen durch Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten und Missmanagement. 1998 unterbrachen die Roten Kreuze von Spanien und Deutschland ihre Hilfe für Chiapas aufgrund von Zweckentfremdung von Geldern. 2014 setzte die Organisation ihren Präsidenten in Madrid wegen Korruptionsverdachts ab. Und 2017 deckte der Verband Justicia por la Sanidad weitere Korruptionsfälle im Zusammenhang mit dem SAS (Gesundheitsdienst der Region Andalusien) bei Kooperationen mit Krankenhäusern von ASISA, Cruz Roja und der Orden de San Juan de Dios auf.

Diese Episoden nähren das Misstrauen gegenüber der Mittelverwaltung. Die Ausgabenstruktur, bei der über 90 % in das Personal fließen, lässt kaum Spielraum für Unvorhergesehenes oder direkte Hilfe. Kritiker werfen der Organisation vor, ein finanzielles Monster geworden zu sein, das von öffentlichen Geldern lebt und dessen Hauptziel die Selbsterhaltung ist. Befürworter argumentieren hingegen, dass humanitäre Arbeit qualifiziertes Personal erfordert und die Transparenz der Konten vollständig gegeben sei.

Profil der Führungskräfte und Drehtüreffekte

Auch die Zusammensetzung der Führungsorgane sorgt für Misstrauen. Die Präsidentin von Cruz Roja Castilla y León, Rosa Urbón, ist die Ehefrau des Bürgermeisters der PP (Partido Popular) in Valladolid und war eine ehemalige hochrangige Beamtin der Junta de Castilla y León als Direktorin des Instituto de la Mujer. Der Präsident der Provinzversammlung von Valladolid, Juan José Zancada, war ein Provinzabgeordneter der PSOE (Partido Socialista Obrero Español). Diese politischen Verbindungen stützen die These, dass die Organisation als verlängerter Arm der Parteien fungiert.

Auch die Verbindung zur Regierung wurde thematisiert, etwa im Fall der Partnerin des Außenministers Albares, die Vizepräsidentin der Fundación Cruz Roja ist und kürzlich zur Vizepräsidentin für strategische Allianzen bei Openchip & Software Technologies ernannt wurde – einem Unternehmen, das eine Finanzspritze von 111 Millionen Euro erhielt. Diese Daten sind zwar kein Beweis für Unregelmäßigkeiten, zeichnen aber ein Geflecht von Interessen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor nach.

Die Auswirkungen auf der Straße: Fundraiser und Freiwillige

Im Alltag sind die sichtbaren Gesichter von Cruz Roja die Fundraiser, die auf der Straße um Spenden bitten, und die Freiwilligen, die Hilfe verteilen. Ihre Situation steht im krassen Gegensatz zur Führungsebene. Die Fundraiser erhalten niedrige Löhne und sind gesellschaftlicher Ablehnung ausgesetzt; die Freiwilligen, die die eigentliche Hilfsarbeit leisten, erhalten keinerlei Vergütung. Währenddessen beansprucht die professionelle Struktur den Großteil des Budgets.

Das Paradoxon ist: Je mehr die Organisation kritisiert wird, desto mehr werden diejenigen bestraft, die an der Basis stehen. Die Debatte über den Verbleib öffentlicher Gelder für NGOs bleibt offen, und die Daten von 2023 scheinen diese Diskussion nicht beendet zu haben.



Letztlich geht es nicht darum, ob Cruz Roja hilft oder nicht. Die Frage ist, wem sie wirklich hilft: den Bedürftigen oder denen, die dafür bezahlt werden, die Hilfe zu verwalten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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