Spaniens innere Abwertung: Die Sanierung rettet die Schulden und killt die Zukunft

2012 entschied sich Spanien für die innere Abwertung, um seine Auslandsschulden zu bedienen. Die Sanierung funktioniert, doch sie vertreibt Fachkräfte und senkt die Produktivität des Landes.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens innere Abwertung: Die Sanierung rettet die Schulden und killt die Zukunft
Spanien bezahlte die Krise mit eingefrorenen Löhnen und Schulden, nicht mit Reformen

Spanien ging 2012 nicht bankrott, weil Europa es nicht wollte. Faktisch bankrott ging es 2008, als der europäische Interbankenkredit nach Jahren der Finanzierung der 2002 begonnenen Immobilienblase schlagartig versiegte. Was folgte, war keine Rettung unter Flagge, sondern ein Dreiecksgeschäft: Die EZB griff in den Markt für Staatsanleihen ein, der Norden der Währungsunion bürgte faktisch für spanische Schulden, und für die ehemaligen öffentlichen Sparkassen wurde eine Bankenrettung organisiert. Im Gegenzug verpflichtete sich Spanien, sich aus laufenden Einnahmen zu finanzieren und nicht mehr auszugeben, als es einnimmt. Die Sanierung wurde durchgeführt. Und da beginnt das Problem.

Die drei Auswege und der, den sich die Elite wählte

Es gab drei Wege. Der erste, die klassische Währungsabwertung, schied aus: Ohne Souveränität über die Währung ist keine Abwertung möglich. Der zweite, die innere Abwertung —Senkung der Reallöhne, um außenwirtschaftlich wettbewerbsfähiger zu werden—, war auf lange Sicht der schädlichste. Der dritte, der Umbau der institutionellen Architektur zur Steigerung der Produktivität, war anfangs der härteste und der einzige, der künftiges Einkommen sicherte.

Gewählt wurde der zweite. Seit 2012 lebt die spanische Wirtschaft von laufenden Einnahmen, mit positiver Leistungsbilanz und Zahlungsbilanz, aber um den Preis eines anhaltenden Kaufkraftverlusts und einer Wirtschaft, die sich zunehmend aufs untere Preissegment ausrichtet. Der private Sektor hat seine Hausaufgaben gemacht —Pleiten, Entlassungen, Kreditstopp—, während der öffentliche Sektor sich weiter über Schulden finanzierte. Die Netto-Auslandsverschuldung sank von fast 100 % des BIP auf 60 %, doch das Geld kehrte nicht in die Wirtschaft zurück: Es floss in die Tilgung von Verbindlichkeiten, die mit niedrigen Zinsen eingefroren wurden.

Tourismus, Automobilbau und eine Produktivität, die nicht in Schwung kommt

Das Modell steht auf zwei Beinen. Die Automobilbranche hält sich unter Unsicherheit durch, und der Tourismus zieht die Karre mit reichlich Beschäftigung und geringer Produktivität. Die zusätzlichen Einnahmen kommen daher, nicht aus Sektoren mit hohem Mehrwert. Das Ergebnis ist ein Land, das über Kosten konkurriert, nicht über Innovation, und einen Produktivitätsstau mit sich schleppt, der nicht aus dem Jahr 2012 stammt: Er reicht viel weiter zurück.

Manche halten die innere Abwertung selbst nicht für das Problem, sondern die politische Klasse, die sie perpetuiert. Verwiesen wird darauf, dass geschlossene Wahllisten und Klientelismus verhindern, dass neue, besser angepasste Eliten die heutigen ablösen. Das Ergebnis: ein extraktiver Zirkel, der seinen Status schützt und jede Reform blockiert, die seine Position bedroht.

Die KI als Spiegel des Rückstands

Künstliche Intelligenz könnte das technologische Paradigma sein, das Länder, die auf Wissen setzen, endgültig von denen trennt, die weiter um niedrige Löhne konkurrieren. Mit einer Unternehmerklasse, die billige und schlecht ausgebildete Arbeitskräfte gewohnt ist, und einem engstirnigen Staat hat Spanien alle Anreize, auf der falschen Seite der Geschichte zu landen. Die wenigen gut ausgebildeten Fachkräfte wandern aus. Wer bleibt, passt sich einem Markt an, der Qualifikation nicht belohnt.

Die verstörende Zahl: Mehrere Länder mit kleiner Bevölkerung haben Spanien beim Pro-Kopf-Einkommen in Kaufkraftparität bereits überholt. Wenn Polen das schafft, ist das das endgültige Signal, dass die innere Abwertung ihr ursprüngliches Ziel erreicht hat —die Verantwortlichen für den Bankrott zu retten—, um den Preis, die Zukunft des Landes zu töten.

Die Sanierung, die den öffentlichen Sektor nie erreichte

Während der private Sektor durch Schließungen und Entlassungen entschuldete, wuchsen die öffentlichen Schulden weiter. Die Kommunen sind die Ausnahme; der Rest lebt davon, Schulden aufzunehmen, um zu überleben. Der Vergleich beider Sanierungen ist das schärfste Bild des Modells: Wer nicht drucken kann, spart; wer drucken kann, wartet.

Die Frage, die über der gesamten Analyse schwebt, ist nicht, ob Spanien seine Netto-Auslandsschulden innerhalb der Währungsunion bedienen kann —solange es drin bleibt, ist das kein kritisches Problem—, sondern wie lange es eine innere Abwertung noch tragen kann, die Fachkräfte vertreibt und das Produktionsgefüge verschlechtert. Die vernünftigste Prognose, mit Vorbehalt: Die Sanierung wird weiter funktionieren, solange Europa nicht Druck macht, und die Rechnung werden diejenigen bezahlen, die noch nicht geboren sind.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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