468.661 irreguläre Einreisen seit 2018 und 537 Verhaftungen wegen Dschihadismus
Das Innenministerium (Ministerio del Interior) zählt seit Juni 2018 383.661 irreguläre Einreisen. Eine in Fachkreisen kursierende alternative Berechnung steigt auf 468.661: Der Unterschied liegt in den beiden Masseneinreisen nach Ceuta mit rund 85.000 Personen, die das Innenministerium in seiner Statistik mit einer einfachen Fußnote ausschließt. Im selben Zeitraum kommt es zu 537 Verhaftungen wegen Dschihadismus, ein Jahresrekord wie zuletzt bei den Anschlägen vom 11-M. Ceuta und Melilla konzentrieren mit 0,35 % der Bevölkerung 16,8 % dieser Verhaftungen.
Die Debatte über Immigration in Spanien hält seit 1.564 Tagen unverändert stark an. Sie begann mit einem Vergleich von Todesfällen auf Migrationsrouten – 224 Tote im Jahr 2017 gegenüber fast 850 in den letzten Jahren – und hat sich zu einem Datenkorpus entwickelt, das Häfen, Flughäfen, Aufnahmeeinrichtungen, öffentliche Haushalte, Hochschulverträge und Gefängnisstatistiken umfasst. Es geht nicht um einzelne Schlagzeilen. Es handelt sich um eine parallele Buchführung, die die Regierung nicht veröffentlicht und die Analysten mühsam rekonstruieren.
Wie viele irreguläre Einreisen gibt es seit 2018 tatsächlich?
Die offizielle Zahl des Innenministeriums lautet 383.661. Die in alternativen Analysen kursierende Zahl ist 468.661. Der Unterschied ist kein Additionsfehler: Es sind die beiden Masseneinreisen nach Ceuta mit rund 85.000 Personen, die das Ministerium in seinen Berichten mit einer Fußnote ausklammert. Ein Teilnehmer fasste es so zusammen: „Das Innenministerium zählt nur 383.661: Die zwei Invasionen von Ceuta (rund 85.000 Eindringlinge) werden mit einer simplen Fußnote aus den Statistiken gestrichen.“
Die Aufschlüsselung nach Routen erhöht den Druck. Laut zitierten Daten erreichten mehr als 70 Personen innerhalb von 24 Stunden Murcia und Almería aus Algerien. Die Kanarischen Inseln verzeichnen Ankünfte aus von Marokko kontrollierten Gebieten, die argumentativ weniger Medienaufmerksamkeit erhalten als die algerischen Routen. Bisher in diesem Monat hat El Hierro 10 Cayucos mit 923 Personen empfangen. Gran Canaria hat Einsätze der Küstenwache (Salvamento Marítimo) aktiviert, um 50 Personen auf einem Schlauchboot zu bergen.
Öffentliche Kosten: 69,9 Millionen für Unterkunft und 51 Euro pro Kit
Die Rechnung wird präzise aufgeschlüsselt. 69,9 Millionen Euro zur Erweiterung der Unterbringung von Migranten auf den Kanaren: Teneriffa (Las Raíces, 26,3 Mio.; Las Canteras, 23,2; Granadilla, 7,4), El Hierro (Echedo, 10) und Fuerteventura (El Matorral, 3). Jedes Kit, das das Rote Kreuz an Neuankömmlinge verteilt, kostet 51 Euro. In anderthalb Monaten wurden über 3.800 Kits verteilt: mehr als 193.800 Euro. Die Comarca Valdejalón in Aragón schreibt einen Dienst für interkulturelle Mediation über 150.000 Euro aus. Der Technologiepark von Fuerteventura vergibt ein Projekt namens AGAMENON über eine Million Euro, das Drohnen zur Früherkennung von Booten und zum Management irregulärer Migration betrifft.
Manche behaupten, diese Ausgaben seien der Beweis für eine bewusste Politik der unkontrollierten Aufnahme. Andere entgegnen, dass die Kosten für die Nichtversorgung der Ankommenden humanitär und ordnungspolitisch höher wären. Unbestritten ist, dass das Geld aus dem allgemeinen Staatshaushalt stammt und dass öffentlicher Wohnraum für Einwohner nicht im gleichen Maße wächst.
Umverteilung: Flüge, Transporter und die 95 %, die die Kanaren verlassen
Der Mechanismus der Umverteilung von den Kanaren aufs Festland ist der Punkt, der in der Debatte am stärksten eskaliert ist. Den vorliegenden Daten zufolge verlassen mehr als 95 % der auf den Kanaren ankommenden Personen die Inseln in ständigen Flügen Richtung Festland, organisiert von der Regierung und NGOs mit öffentlichen Mitteln. Migrationsministerin Elma Saiz bezeichnete die Existenz von Flugzeugen voller Migranten Richtung Festland als „Fake News“. Die Antwort war deutlich: Man solle erklären, worin dieser „Fake“ bestehe, und dabei, so die Analyse, sicherstellen, dass die Ministerin weiß, was in ihrem Ressort passiert.
Die Nationale Polizei hat nach der Ankündigung der Regularisierung von 500.000 Personen ab April drei neue Migrationsrouten nach Spanien identifiziert. Eine Route führt über Großbritannien, durch den Ärmelkanal nach Frankreich und über die Pyrenäen nach Spanien. Genannte Profile sind pakistanische, afghanische und indische Staatsbürger, die ihre Präsenz in Europa legalisieren wollen. Am Flughafen Lanzarote warten Migranten auf Flüge nach Teneriffa. Im Hafen von Valencia ist das Entladen der Umsiedlungs-Fähren zur wiederkehrenden Szene geworden.
Unbegleitete Minderjährige: Altersprüfungen und Millionenverträge
Der Umgang mit unbegleiteten Minderjährigen (MENAs) steht im Zentrum einer hochtechnischen Debatte. Die Regierung der Kanaren hat bis Juni 2027 einen Vertrag über 30.000 Euro mit der Universität La Laguna verlängert, um die Aufnahme von MENAs zu untersuchen. Das Projekt „SALAM“ verzeichnet Verzögerungen bei der Feldarbeit und dehnt seine Ausführungsfrist aus. Der Präsident der Kanaren, von der Partei Coalición Canaria, lächelt beim Hinweis auf die Verschiebung von MENAs aufs Festland ohne Altersverifizierung. Alle Fraktionen, einschließlich PP, PSOE und Coalición Canaria, stimmten gegen den Vorschlag der VOX, Altersprüfungen zu verschärfen und zu verbessern.
Die aufgezeigte Paradoxie ist doppelt: Ein Studie zur Aufnahme wird verlängert, während gleichzeitig Drohnen zur Erkennung von Booten mit Fokus auf MENAs ausgeschrieben werden, und Millionen fließen in Unterkünfte, während es für Spanier keinen Wohnraum gibt. Die Beziehung zwischen NGOs, Schlepperbanden und Behörden, die deren Dienste einkaufen, ist laut Argumentation „offensichtlich“: NGOs wissen, wie viele Menschen kommen werden, und erhalten anschließend Millionen Euro Steuergelder jährlich.
Kriminalität und Terrorismus: Zahlen, die das Innenministerium nicht hervorhebt
Ausländer stellen mehr als ein Drittel der Gefangenen in Spanien. Jeder Zehnte ist marokkanischer Herkunft. Marokkaner kaufen auch am meisten Wohnraum unter Ausländern: Fast 5.000 Transaktionen im ersten Halbjahr. Der Stadtrat von Murcia, geführt von der PP, widmet fast die Hälfte der Hilfen für sozialen Wohnungsbau NGOs, die angeblich irreguläre Migration fördern.
Im Bereich dschihadistischer Terrorismus lauten die Daten: 537 Verhaftungen seit 2018. Das Jahr 2025 schloss mit einem Rekord von 100 Festnahmen, dem höchsten Wert seit dem 11-M. 2026 zählt bereits 86. Ceuta und Melilla konzentrieren mit kaum 0,35 % der Bevölkerung 16,8 % der Festnahmen. Die Karte des Innenministeriums ist, wie beschrieben, eindeutig. Das Cover der französischen Zeitschrift Frontières titelte: „Migrationsinvasion: NGOs, Anwälte, Richter, Journalisten, Händler. Die Schuldigen.“ Ein Teilnehmer kommentierte: „Undenkbar in Spanien, wo selbst jene, die das Thema manchmal kritisch betrachten, es nicht wagen würden, so etwas zu veröffentlichen.“
Gesellschaftliche Reaktion: Von „die NGOs sollen sich bewegen“ bis „Europa nutzt uns als Stopfen“
Die konträren Positionen reichen von zynischer Härte bis zu Geopolitik. Eine Stimme meinte, „es macht nichts, wenn sie sterben, die Überfahrt haben sie schon bezahlt“. Eine andere verteidigte Geburtenkontrolle als „einzige Lösung der Weltprobleme: Kinderzahl auf eins pro Person in Entwicklungsländern und zwei anderswo begrenzen“. Am anderen Ende ordnete eine Analyse Spanien als „die Hure Europas“ ein: Die EU, insbesondere Frankreich, habe Spanien als Anti-Migrations-Stopfen genutzt, indem Milliarden an ein Land gezahlt wurden, das gezwungen wurde, seine Industrie abzubauen. „Migration will nach Frankreich, nicht nach Spanien. Aber da die Franzosen keine Lust haben, so viele Idioten aufzunehmen, schieben sie es Spanien zu“, fasste man zusammen.
Dazwischen herrscht Misstrauen gegenüber dem Vereinswesen: „ProActiva hat jahrzehntelang öffentliches Geld durch Rettungsschwimmer-Verträge an Stränden und Pools abgeschöpft, bevor es mit dem kleinen Boot zu größeren Firmen aufstieg.“ Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die Ausgaben, sondern gegen die Anreizstruktur: Wer die Aufnahme verwaltet, hat Interesse daran, dass die Aufnahme wächst. Und die schwebende Frage ist, ob jemand den Return on Investment jener 69,9 Millionen oder der 51 Euro pro Kit misst.
Was kann bei der Regularisierung von 500.000 Personen passieren?
Die Ankündigung der Regularisierung von 500.000 Personen ab April hat Routen aktiviert, die zuvor nicht existierten. Die Route über Großbritannien nach Frankreich und dann über die Pyrenäen nach Spanien ist die neueste. Experten für Ausländerrecht betonen, dass pakistanische, afghanische und indische Profile ihre Präsenz in Europa legalisieren wollen, nicht unbedingt in Spanien bleiben möchten. Wenn die Berechnung stimmt, wird der Druck auf Sozialdienste, Wohnraum und Arbeitsmarkt in denselben autonomen Gemeinschaften lasten, die bereits die höchsten Aufnahme-Kosten tragen.
Die vorsichtige Prognose ist einfach: Wenn die Regularisierung ohne Verstärkung der Grenzkontrolle und ohne Auditierung der Aufnahme-Ausgaben durchgeführt wird, sinkt das Volumen der Ankünfte nicht. Wenn die Kontrolle verstärkt wird, ohne legale Wege anzubieten, verschiebt sich das Volumen auf gefährlichere Routen und die Todesfälle auf See steigen. Keine der Optionen ist kostenlos. Und die Rechnung zahlt in jedem Fall derselbe Steuerzahler, der sieht, wie der Spielplatz in seinem Viertel über Nacht besetzt wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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