Solaria: Vom Penny-Stock bei 0,27 Euro zur Rally der Erneuerbaren
Anfang 2019 notierte Solaria um die 4,3 Euro. Das Unternehmen hatte gerade eine Partnerschaft mit Repsol geschlossen, was den Kurs in einer einzigen Sitzung um 7,8% steigen ließ, und kam aus einem Quartal, in dem der Gewinn um 214% auf 18,52 Millionen Euro in neun Monaten explodiert war. Wer heute hinsieht, erkennt eine Erfolgsgeschichte im Bereich erneuerbare Energien. Wer 2013 hinsah, erkannte einen Penny-Stock (Aktie unter 1 Euro) mit einem Preis von 0,70 Euro und ein Unternehmen, das kurz vor dem Aus stand.
Die Distanz zwischen diesen beiden Punkten — von 0,27 auf fast 7 Euro — ist das eigentliche Material des Falls Solaria. Und auch der Grund, warum fast niemand, der unten eingestiegen war, bis oben durchhielt.
Das technische Signal, das auf 0,70 Euro hindeutete
Das Einstiegsargument war Lehrbuchmäßig: Ein Akkumulationsdreieck, das sich über Monate gebildet hatte, und ein bevorstehender Aufwärtsimpuls. Das Ziel: Die Marke von 1 Euro überschreiten. Die erste Sitzung brachte ein Plus von 8% und die These schien sich wie von selbst zu bestätigen.
Aber dieselbe Analyse warnte vor einer vorherigen Korrektur, einer Flaggenformation über zwei Tage mit Boden bei 0,70 Euro, und schlug vor, diese Chance zu nutzen, um Kapital in andere Werte zu rotieren, die gerade starteten. Dort begann das Spiel der Musikstühle: Eine halbe Handvoll Investoren verkaufte Solaria mit Verlusten von 1%, um Codere zu kaufen, das stärker stieg. Diejenigen, die seit 0,97 Euro dabei blieben, erinnern sich an die Operation anders. Für die Käufer bei 2,4 oder 2,8 Euro reichte es, laut darüber nachzudenken, um sofort die offensichtliche Antwort zu erhalten: Verkauf jetzt.
Der Fehler der runden Kursziele
Hier liegt die am häufigsten wiederholte Lektion. Das Ziel von 4,16 Euro wurde zur Falle: Als der Wert die Hälfte der Strecke erreichte, verkaufte niemand, weil die andere Hälfte noch fehlte. Man kaufte bei 1,18 Euro und lud weiter auf, von oben nach unten, bis der Durchschnittspreis über dem letzten Kurs lag. Das Ergebnis war, dass die am wenigsten informierte Person am Tisch — diejenige, die nicht wusste, was ein Stop-Loss ist — recht hatte. An der Börse ist das keine Anekdote: Es ist die Diagnose eines manipulierten Werts.
Die Zahlen der Transaktion bleiben vage. Wer bei 1,95 ausstieg, nachdem er bei 1,2 gekauft hatte, machte Geld. Wer zwischen 1,15 und 1,40 Euro einstiegen war, hatte Puffer für die Position. Wer spät kam, nicht.
Von 24 Euro auf 0,27: Der Absturz, der sie fast tötete
Man sollte die lange Geschichte nicht vergessen. Solaria debütierte 2007 bei 9 Euro, schoss am ersten Tag um 25% hoch, erreichte zeitweise rund 24 Euro und fiel innerhalb weniger Jahre auf 0,27 Euro ab. Das Unternehmen entging der Insolvenz und stabilisierte sich bei 0,75 Euro, bevor es sein Geschäftsmodell änderte. Diese Daten entkräften jede epische Erzählung: Dieselbe Firma, die heute als multinationaler Konzern verkauft wird, notierte vor langer Zeit in Cent-Bereichen.
Die Erholung kam nicht aus dem Nichts. Manche führen sie auf sechs Faktoren zurück, vier davon unabhängig vom Management: Den Rückgang der Baukosten, die Abschaffung der Sonne-Steuer (Impuesto al sol), die lockere Geldpolitik der EZB und die Refinanzierung von Vermögenswerten. Die zwei hausgemachten Entscheidungen waren eine Kapitalerhöhung in einer hohen Preisspanne und die Schließung der Panel-Fabrik.
Die Zahlen, die Solaria von seinen Wettbewerbern trennen
Der Vergleich von Marktkapitalisierung zu Gewinnen positioniert das Unternehmen gut. Mit 18,52 Millionen Euro Gewinn in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 und einer Marktkapitalisierung von 537 Millionen Euro hält Solaria Schritt mit Solarpack — 5,4 Millionen Euro Gewinn 2017 und 400 Millionen Euro Wert — und Audax, 4,18 Millionen Euro in sechs Monaten bei 228 Millionen Euro. Der Markt zahlt für Erwartungen, nicht für Cashflow.
Dort kommen die Analysehäuser ins Spiel: GVC Gaesco Beta und JB Capital empfahlen Kaufempfehlungen mit Kurszielen bis zu 7,50 und 8,50 Euro. Die Aktie hatte sich im Jahr um 163% verteuert und allein seit Oktober um mehr als 40%. Die gesamte Branche bewegte sich: Grenergy schloss Kraftwerke in Chile mit Daelim, Greenalia legte in einer Sitzung weitere 10% zu und Amper sprang auf den Zug auf.
Die Kurzarbeit, die das Gehalt um 16% kürzte
Mitten in der Rally unterzeichnete Solaria eine Vereinbarung über Kurzarbeit (ERTE) für neun Monate und eine Lohnkürzung von 16% für ein Jahr. Die Vereinbarung vermied Entlassungen von 71 Mitarbeitern und stoppte eine geplante Massenentlassung (ERE) von weiteren 110 Personen. Die Lesart war unmittelbar: Die Kürzung einer der schwersten Kostenstellen verbessert die Gewinn- und Verlustrechnung. Der eigentliche Schlüssel lag jedoch weiterhin außerhalb: Internationale Verträge — 90% der Projekte und Nachfrage laut damaliger Veröffentlichung — und ein regulatorischer Rahmen, der erneuerbare Energien in Spanien wieder begünstigt.
Wo die Analyse ins Stocken gerät
Bei einem Kurs von 4,3 Euro, der erneut Widerstände testet, spaltete sich die Meinung zwischen denen, die 700 MW installierte Leistung Ende 2019 und Kursziele von 9 oder 10 Euro für 2021 sahen, und denen, die darauf bestanden, dass wenige Werte so manipuliert sind wie dieser. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Das Unternehmen, das eines Tages 0,27 Euro wert war und an einem anderen 24 Euro, gibt immer noch keine klare Antwort darauf, was man genau kauft: Ein Solargeschäft mit Rückenwind oder das Pferd, das jedes Quartal als erstes im Hippodrom einläuft.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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