Silberpreis steigt um 33 % auf 16,89 € pro Unze

Der Silberpreis fiel im Januar 2016 auf 12,72 € und stieg bis September auf 16,89 €, während der Glencore-Crash Rohstoffe erschütterte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Silberpreis steigt um 33 % auf 16,89 € pro Unze
Silberpreis fällt im Januar 2016 auf 12,72 € und steigt bis September um 33 %

Wer 1994 die erste Ausgabe der 2.000-Peseta-Silbermünzen kaufte, müsste heute jedes Stück für etwa 20,50 Euro verkaufen, nur um inflationsbereinigt mit dem INE-Daten gleichauf zu liegen. Zwei Jahrzehnte, um nichts zu gewinnen. Das ist der unbequeme Spiegel jeder Investition in geprägtes Metall. Und doch tat die Unze zwischen August 2015 und September 2016 das Gegenteil dessen, was die Logik versprach: Sie fiel zuerst und erlebte dann eine Rallye, die Gold neidisch machte. Der Preis für Silber sank von 13,73 Euro pro Unze auf 12,72 Euro im Januar 2016 und stieg dann auf 16,89 Euro im September, ein Anstieg von 32,8 % in nur acht Monaten.

Von 15,24 auf 18,95 Dollar: Die Rallye überraschte den Markt

Am 15. August 2015 notierte die Unze bei 13,73 Euro (15,24 Dollar). Fünf Monate später, am 18. Januar 2016, fiel der Preis auf 12,72 Euro (13,91 Dollar). In diesem Zeitraum war der Konsens bequem: schlechtes Umfeld für Rohstoffe, schwache Industrienachfrage und ein starker Dollar. Jeder, der sich kurzfristig festlegte, sah nach unten.

Dann kam September und die Unze erreichte 16,89 Euro und 18,95 Dollar. Wer im Januar-Tief kaufte und im September-Hoch verkaufte, erzielte 33 % Gewinn in acht Monaten. Wer über gehebelte Instrumente investierte und den richtigen Zeitpunkt erwischte, sprach buchstäblich von 100 % Rendite seit Jahresbeginn.

Der 29,4%-Einbruch, der die gesamte Branche mitriss

Am 28. September 2015 verlor der Schweizer Rohstoffriese Glencore an einem einzigen Handelstag 29,4% an der Börse. Silber schloss an diesem Tag mit einem Rückgang von 3,68 %. Kein Zufall: Die Gruppe handelt nicht nur mit Metallen, sie ist einer der weltweit größten Vermittler für Öl, Mais, Kupfer und praktisch jede handelbare Ware. Wenn ihre Überlebensfähigkeit infrage gestellt wird, wackelt der Boden der gesamten Branche.

Die damals offene Frage – die bis heute keine klare Antwort hat – lautet: Warum beeinflusst eine Mine, die kaum Silber fördert, den Unzenpreis? Die unbequeme Wahrheit: Der Metallmarkt bewegt sich nicht durch physische Fundamentaldaten, sondern durch Nerven bezüglich Bilanz und Liquidität.

Warum steigt Silber, wenn Rohstoffe fallen?

Auf dem Papier sollte ein Metall mit hohem industriellen Einsatz zusammen mit der Industrie fallen. Das geschah nicht. Die gängige Erklärung besagt, dass im Aufwärtstrend der monetäre Charakter stärker gewichtet wurde als der industrielle: Starke Hände suchten Schutz vor einem unruhigen Finanzsommer. Daten zu Lagerbeständen an der Shanghai Futures Exchange, mit dramatischen Bestandsabbauten in einzelnen Sitzungen, stützten diese These.

Das bärische Szenario, ebenso verteidigbar, behauptet, ohne echte industrielle Erholung sei die Rallye eine Illusion und das Metall bewege sich jahrelang seitwärts. Beide Lesarten koexistierten im selben Preisintervall. Und beide hatten recht.

Wie viele Gramm Silber passen in 1.000 Euro?

Hier sprechen die Zahlen und wo die detaillierte Berechnung Überraschungen birgt. Mit 1.000 Euro konnte man 50 kanadische 20-Dollar-Münzen kaufen und 398 Gramm Silber sammeln. Bei spanischen Nominalmünzen ergaben 78 Stücke 1.298,70 Gramm. Und bei Koala- oder Kookaburra-Unzen, die auf deutschen Websites für 18 Euro gekauft wurden, brachte dieselbe Geldmenge 1.727,60 Gramm.

Die Schlussfolgerung ist offensichtlich und deshalb ärgerlich: Wenn das Ziel ist, Metall anzuhäufen, liefern Münzen mit großzügigem Nominalwert nur ein Viertel davon. Der Karlillo (spanische historische Silbermünze) macht Sinn als Stop-Loss, wenn das Metall billig ist; er verliert seinen Reiz, wenn die Unze unter 17 Euro gehandelt wird.

Bullion, Premium und der Aufschlag, der nie zurückkommt

Der American Eagle von 2015 stieg von 17,25 Euro auf 23,40 Euro in wenigen Monaten, während der von 2016 gerade erst bei 16,35 Euro startete. Die Arca-Serie tat dasselbe. Und private Markenvarianten der Lunar-Serie lagen unter 20 Euro, während Standardversionen über 24 Euro kosteten.

Der Schlüssel, oft wiederholt, ist die Auflagenhöhe. Eine unbegrenzte Prägung nach Nachfrage kann fünf Millionen oder zweihunderttausend Stück ergeben. Dieses Risiko deckt kein schönes Design ab. Und reines Sammlertum – Stücke in exzellenter Erhaltung – ist ein anderer Markt: Manche sagen, eine gute historische Unze falle nie unter 3.000 Euro, andere erinnern daran, dass der Markt so eng ist, dass man länger braucht, um ein Juwel zu verkaufen als ein Standardstück.

Silber dümpelt vor sich hin, während Bitcoin Rekorde bricht

Jahre nach der Rallye änderte sich das Bild: Silberwerte wurden als lächerlich beschrieben, der Münzhandel lag im Tief, und Bitcoin brach einen Rekord nach dem anderen. Auf dieser Grundlage stellte man die Million-Dollar-Frage: Ist dies nicht der beste Contrarian-Indikator zum Einstieg? Die lauwarme Antwort: Zuerst muss Angst in den Märkten sichtbar sein, und der Nasdaq auf Höchstständen sendet solche Signale nicht.



Im November 2012 prophezeite eine britische Zeitung, Silber werde im Oktober 2015 bei 165 Dollar pro Unze stehen. Am besagten Tag notierte die Unze bei 15,24 Dollar. Niemand, der diese Schlagzeile unterschrieb, gab jemals Geld zurück.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (556 Antworten).

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