Silber steigt um 287 Prozent – Kleinsparer bleiben außen vor

Der Preis für eine Unze Silber ist in einem Jahrzehnt von 16 auf 62 Euro gestiegen. Kleinsparer bleiben außen vor, der Zweitmarkt für Gold und Silber leidet darunter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Silber von 16 auf 62 Euro – Kleinsparer bleiben außen vor

Eine Unze Silber kostete 2016 noch 16 Euro. Wer damals kaufte, hat seine Position vervierfacht gesehen. Wer jetzt einsteigen will, braucht jedoch 62 Euro pro Unze – und diese Hürde hat den Privatmarkt für An- und Verkauf völlig auf den Kopf gestellt. Verkäufer klagen, dass niemand mehr kauft; Käufer, dass das Geld zum Kaufen fehlt.

Die Verarmung, die sich im Edelmetallmarkt breitmacht

Die Zahl braucht keine Adjektive: In einem Jahrzehnt ist der Preis für eine Unze Silber auf dem Zweitmarkt von 16 auf 62 Euro gestiegen. Gleichzeitig sind die Löhne derjenigen, die sich an diesen Markt wenden, nicht im selben Maße gestiegen. Das Ergebnis ist eine Schere, die beide Seiten des Ladentischs auspresst. Ein häufiges Fazit: Während die einen beklagen, nichts verkaufen zu können, beklagen die anderen, nicht mehr sparen zu können, um zu kaufen.

Manche relativieren: Das eigentliche Problem seien die Margen. Wer billig kauft, wird später auch billiger verkaufen, und die Spirale der Abschläge entmutigt am Ende selbst attraktive Angebote. Die Preise werden auf Niveaus gedrückt, die die Kaufbereitschaft ersticken – denn wenn es ans Verkaufen geht, ist der Abstrich noch größer. Es ist nicht nur ein Problem der Kaufkraft, sondern auch der Struktur.

Schnäppchen unter Spotpreis und physische Prüfung

Der Markt ist nicht tot, hat aber sein Gesicht verändert. Geschäfte werden mit Abschlag auf den Spotpreis geschlossen: Es gibt 250-Gramm-Barren zu Spot -3 %, Silberunzen zu 48–50 Euro pro Stück in 20er-Losen und klassische Münzen, die mit Originalrechnung und persönlicher Übergabe angeboten werden. Vertrauen entsteht durch Terminvereinbarung, Goldtester beim Treffen und Barzahlung. Versand per Post kommt nicht infrage.

Im numismatischen Bereich halten Sammlerstücke ihre hohen Preise: Eine Libertad-Unze von 1998 wechselt für 850 Euro den Besitzer, gegenüber den über 1.000 Euro, die bei Auktionen verlangt werden, und ein kompletter 2-Unzen-Satz Queen's Beasts bewegt sich bei 2.300 Euro. Auch einfaches Anlagegold wird nicht verschenkt: Ein Maple Leaf in einer Unze wurde mit 3.800 Euro gehandelt, Krugerrands mit 3.820.

Das Ende der Anonymität im Ladengeschäft

Die regulatorische und kommerzielle Neuheit der Stunde stammt von einem Händler mit Sitz in Andorra, der gerade in Valencia, Spanien, eröffnet hat. Er arbeitet nur mit Termin, montags bis freitags und mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Das Kleingedruckte ist das Interessante: Käufe unter 1.000 Euro werden mit einem Beleg und ohne Rechnung abgewickelt; darüber hinaus ist eine Rechnung auf den Namen des Käufers Pflicht. Das Gesetz wird eingehalten, doch die Anonymität verschwindet.

Diese Grenze von 1.000 Euro hat die Diskussion darüber neu entfacht, wie weit die steuerliche Überwachung bei Edelmetallen geht. Die Händler wollen kein Risiko eingehen, und der kleine Käufer, der Diskretion suchte, trifft auf Bürozeiten und Terminpflicht. Der Spielraum für Bargeschäfte ohne Spuren ist auf einen sehr schmalen Bereich geschrumpft.

Der Betrug im Influencer-Gewand

Während die einen versuchen, physisches Gold zu verkaufen, versuchen andere, Nebel zu verkaufen. In den letzten Wochen sind Nachrichten eines Profils aufgetaucht, das sich als Anlageguru ausgibt und über Social-Media-Konten Depots im Wert von 38.000 Euro verspricht. Die Methode ist der klassische Trading-Betrug: sich als Experte ausgeben, Vertrauen aufbauen und Geld ohne Deckung einsammeln. Erfahrene Händler haben bereits Alarm geschlagen und raten, nicht zu reagieren.

Unter diesen Vorzeichen taumelt der Zweitmarkt für Edelmetalle voran. Während sich Privatleute um 48 oder 50 Euro pro Unze streiten, nimmt die Industrie weiterhin den Löwenanteil des Kuchens. Wer seit 2016 Silber hortet, sitzt auf einem Gewinn von 287 %. Wer einsteigen will, steht vor einer Tür, die immer schwerer zu öffnen ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (77 Antworten).

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