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Scholz fordert Pipeline von Spanien, das kein Gas fördert
Im August 2022 drängte Scholz auf eine Pipeline aus Spanien für Deutschland. Spanien fördert jedoch kein Gas, sondern importiert es.
Am 11. August 2022 forderte Olaf Scholz dringend eine Pipeline, um «massiv» Gas von Spanien nach Deutschland zu leiten. Der unbequeme Detail: Spanien fördert kein Gas. Es verfügt über Regasifizierungsanlagen, Pipelines und unterirdische Speicher, aber das durchgeleitete Gas wird eingekauft. In der Debatte wird argumentiert, dass mitten in der Krise noch rund 15 % des spanischen Verbrauchs aus Russland stammten und die algerische Versorgung bereits fraglich war.
Die Paradoxie spricht für sich. Das Land, das seinen Lieferanten sanktioniert, bittet ein Land, das kaum produziert, den Winter zu retten. Die Forderung wurde im Rahmen einer europäischen gemeinsamen Strategie vorgebracht und weckte sofort ein seit zwei Jahrzehnten ruhendes Projekt wieder auf.
Welches Gas soll Spanien an Deutschland liefern?
Spanien ist ein Infrastrukturknotenpunkt, kein Produzent. Seine Regasifizierungswerke empfangen verflüssigtes Gas per Schiff, erwärmen es und speisen es ins Netz. Die Leitung Richtung Norden existiert bis zu den Pyrenäen, dann endet sie. Für Gaslieferungen nach Deutschland wäre eine neue Interconnection nötig, was Jahre dauert.
Das technische Argument wiegt schwerer als das politische. Gas abzukühlen, zu verschiffen und erneut zu erwärmen ist teurer als es durch eine Röhre zu pumpen. Logisch und physikalisch begründet. Wenn die Durchleitungsgebühren hoch sind, meinen einige, Deutschland werde eigene Anlagen bauen und die Pipeline nur Touristen dienen.
Warum blockiert Frankreich die Pyrenäen-Pipeline?
Kommentare deuten darauf hin, dass der Engpass weder in Spanien noch in Deutschland liegt, sondern in Frankreich. Interconnections über die Pyrenäen werden seit Jahren diskutiert, doch Frankreich lehnt ab – ähnlich wie bei vielen anderen spanischen Produkten, die sein Territorium kreuzen sollen.
Eine oft wiederholte Erklärung: Die französische Atomenergie gab Paris Unabhängigkeit, und man hatte kein Interesse an einem Korridor, der die südlichen Nachbarn stärkt. Deutschland hingegen verbrannte laut einem Teilnehmer Kohle und wollte nichts von Atomen hören.
Wer zahlt die Leitung: Gebühren, Schulden und Solidarität
Die Kosten sind der Punkt, den niemand anspricht. Das Projekt spricht von Milliarden und Jahren Bauzeit. Eine Analysestrategie plädiert für Transitgebühren: Wenn Gas durch spanisches Gebiet fließt, muss gezahlt werden, und zwar viel. Ein anderer Vorschlag ist ambitionierter: Den Bau der Leitung gegen Schuldenerlass.
Über die Schulden gibt es eine separate Diskussion. Es wird argumentiert, Spanien trage eine enorme Last, die ihm durch fremde Entscheidungen auferlegt wurde, und Speicherkapazität zu verschenken oder Gebühren zu senken hieße, wieder einmal der Dumme zu sein. Spanische Untergrundspeicher gelten zudem als Ressource, die Deutschland für seinen eigenen Winter nutzen möchte.
Nord Stream 2 und die Heuchelei der Erzählung
Wenn das Problem die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten war, erinnern mehrere Teilnehmer daran, dass Nord Stream 2 fertig war und nur noch zertifiziert werden musste. Der Krieg in der Ukraine habe ihn blockiert, so die These, während russisches Gas weiter über andere Routen floss. Diese Doppelmoral macht den Zynismus deutlich: Man sanktioniert den versorgenden Lieferanten, kauft hinterrücks ein und bittet den Süden, abzugeben, was er nicht hat.
Der Verschleiß ist nicht gering. Manche behaupten, die französisch-deutsche Achse, jahrzehntelanger Motor der EU, sei genau dann geschwächt, wenn sie am meisten gebraucht würde.
Zwei Jahrzehnte später existiert die Leitung immer noch nicht. Wie viel der deutschen Krise geht auf das Konto des Kremls und wie viel auf die gleichzeitige Abschaltung der Kernkraft und den Stopp des russischen Hahns?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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