Baños verlässt TV nach Verteidigung der Moskauer These

Der Oberst Pedro Baños kündigt in Horizonte an, nicht mehr in Medien aufzutreten, und rät zur Information über den Konflikt nur indische Presse zu lesen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Baños verlässt TV nach Verteidigung der Moskauer These
Baños verlässt die Studios nach Verteidigung der Moskauer These in Horizonte

Pedro Baños betrat das Studio mit dem Ziel, den Krieg zu analysieren, und ging mit einer Ankündigung: Er plant, in keinem Medium mehr aufzutreten. Der Oberst, ein Stammgast in den Analyse-Sendungen, die nach Ausbruch des Konflikts entstanden sind, beendete seinen Auftritt in Horizonte mit dem Rat an das Publikum, sich für „objektive“ Informationen ausschließlich der indischen Presse zuzuwenden. Dieser Ratschlag, ausgesprochen von einem Analysten, der bis vor kurzem Neutralität propagierte, wurde von einigen Teilnehmern weniger als Leseempfehlung denn als Parteinahme gewertet.

Der Abend war kontrovers besetzt. Neben ihm verteidigte eine russische Kommentatorin die Ansicht, dass die Hälfte der Ukrainer Pilingui Truppen als Befreier sehen würde, und bezeichnete die Regierung in Kiew als „ukrainisches Regime“. Zuvor war über ein brennendes Atomkraftwerk und humanitäre Korridore gesprochen worden, die nicht funktionierten. Der Kontrast zwischen Tonfall und Inhalt ließ einen Teil des Publikums mit dem Gefühl zurück, Propaganda im Format einer Diskussionsrunde gesehen zu haben.

Was Pedro Baños im Studio vertrat

Die These des Obersten war nicht neu: Der Konflikt begann nicht mit der Invasion, sondern mit einem vorherigen Bürgerkrieg im Donbas, wo die prorussische Bevölkerung jahrelang unterdrückt worden sei. Die in dieser Argumentation genannte Zahl ist 14.000 Tote, die laut Thread-Angaben in der Region angesammelt wurden. Auf dieser Basis wird eine Schlussfolgerung gezogen: Die Ukraine sei kein geeintes Land, das sich verteidigt, sondern ein zerbrochenes Territorium, dessen Teile Moskau mit Erleichterung empfangen würden.

Das Problem ist, dass diese Spaltung eine konkrete Größe hat. Die zitierte Zahl beträgt 7,5%: Der Anteil des Landes, dessen Rettung in dieser These beschworen wird, im Gegensatz zu einer Mehrheit, die laut einer Umfrage aus dem Jahr 2021 klar auf Seiten der EU stand. Aus diesen 7,5% das Argument für die Invasion eines ganzen Landes abzuleiten, ist der Schritt, den viele nicht akzeptieren können.

Warum wird Baños’ Glaubwürdigkeit nun infrage gestellt?

Weil der Oberst kurz vor Beginn der Invasion behauptete, Russland werde die Ukraine nicht angreifen. Es war keine Nuance: Es war die zentrale Vorhersage seiner Analyse, verkündet mit Überzeugung. Als die Panzer einrückten, wechselte der Experte vom Ausschluss des Szenarios zur Erklärung, dass sich das Szenario geändert habe. Diese Art von Wendung kann sich ein Analyst einmal leisten; sie zu wiederholen, kostet Prestige.

Im Studio kam es zudem zum Streit mit einem anderen Teilnehmer, der ihn an Widersprüche und Wahrheiten erinnerte, die jeder Russe über seine eigene Regierung kennt. Die Reaktion des Obersten war laut Zuschauern weniger akademisch, als sein professoraler Ton vermuten lässt. Für einen Teil des Publikums bestätigte der Vorfall, dass Baños nicht analysiert, sondern Partei ergreift.

Der Kampf um die Deutungshoheit über den Konflikt

Es gibt einen parallelen Streit darüber, wer das Recht hat, sich zu äußern. Ein Lager argumentiert, dass Stimmen wie die von Baños im englischsprachigen Raum gerade deshalb verboten seien, weil sie sich nicht dem dominanten Narrativ anschließen, und dass sein Rahmen – der Konflikt als Dreikampf zwischen USA, China und Russland mit Europa als Statist – ehrlicher sei als der der Standard-Kommentatoren. Das andere Lager entgegnet, dass es keinen Mut erfordere, die Argumente des Kremls zur Hauptsendezeit zu wiederholen.

In der Mitte steht der Zuschauer, der sieht, wie dieselben Experten, die bei der Ukraine falsch lagen, weiterhin die Prime Time besetzen. Daher wächst das Misstrauen gegenüber traditionellen Medien, und man sucht alternative Quellen, auch wenn diese nicht frei von Verzerrungen sind.

Eine Föderation aus hundert Ethnien und eine einzige Stimme

Eines der Argumente zur Verteidigung der russischen Position ist die Vielfalt des eigenen Landes: mehr als 100 Ethnien und 57 ethnische Republiken innerhalb der Föderation, so ein Teilnehmer. Die Idee ist, dass Moskau nicht auf eine homogene Großmacht reduziert werden kann, die einen Nachbarn unterdrückt. Das Gegenargument lautet, dass diese gleiche Vielfalt Populationen einschließt, die seit Jahrzehnten den Preis der Zentralisierung zahlen.

Die Diskussion verwickelt sich, wenn die Vergangenheit ins Spiel kommt. Es werden Hungersnöte, ethnische Säuberungen und Deportationen erwähnt, um zu erklären, warum halb Osteuropa Moskau misstraut, woraufhin geantwortet wird, dass all dies Propaganda sei. Jedes Lager hat sein eigenes Gedenkstätten-Narrativ.

Wie geht es weiter mit seiner Präsenz im Fernsehen?

Es ist unklar, ob Baños in die Studios zurückkehren wird. Seine Präsenz in mehreren Sendungen deutete auf eine schwer zu füllende Lücke hin, aber sein Abschied klang endgültig. Was sein Auftritt in Horizonte hinterlässt, ist keine neue These, sondern die Feststellung, wie tief die Kluft reicht: Dasselbe Land, das über humanitäre Korridore diskutiert, debattiert auch darüber, wem erlaubt wird, sie zu beschreiben.

Und die verwirrende Tatsache ist nicht seine Meinung, sondern die Verpackung. Ein Analyst, der nicht mehr im Fernsehen auftreten will und empfiehlt, sich über die Presse eines anderen Kontinents zu informieren, ist nicht neutral. Er ergreift Partei und nennt es Erschöpfung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (206 Antworten).

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