Ibex 35 fällt Richtung 7.500 ohne auf neue Regierung zu warten
Während viele Marktteilnehmer davon ausgingen, dass die Börsen bis zur Amtsübernahme der neuen Regierung stabil bleiben würden, zog der Ibex 35 seine eigenen Schlüsse. Drei aufeinanderfolgende Handelstage mit Schlusskursen auf neuen Tiefständen – ein Detail, das im Wochenvergleich keine positive Interpretation zulässt – ließen den Index um die 7.700 Punkte schwanken. Der Konsens, der während des Herbstes geherrscht hatte, brach abrupt zusammen: Der Abfall beschleunigte sich genau dann, als die Mehrheit Ruhe erwartete, und der Boden des Index wurde zur Frage, die niemand zeitlich einordnen konnte.
Der Ibex 35 preiste ein, was die Regierung noch nicht gesagt hatte
Die dominante These Anfang November war, dass der Markt eine Atempause bis zum Amtsantritt der neuen Exekutive gewähren würde. Es wurde argumentiert, dass Ratingagenturen keine Schritte unternehmen würden, ohne die Pläne des neuen Teams zu kennen, und dass nach Abschluss des Wahlkalenders eine Waffenruhe eintreten würde. Diese kam nicht. Der Markt kennt weder Weihnachten noch lokale Bräuche: Er will Nachrichten und Veränderungen sofort, und wenn es sie nicht gibt, antizipiert er eigenständig die Verschlechterung, die für das kommende Jahr erwartet wird. Die sich durchsetzende Schlussfolgerung war für alle unangenehm: Selbst der Regierungswechsel kaufte keine Zeit.
Wo liegt der Boden des Ibex 35?
Die kursierenden Bandbreiten könnten unterschiedlicher kaum sein. Ein Teilnehmer verortete einen Einbruch in die Zone von 7.490 Punkten „in sehr kurzer Zeit“ und warnte, dass der Bruch dieser Unterstützung den Weg für einen schnellen Absturz auf 6.670 Punkte öffnen würde. Andere zeichneten ein milderes Jahresende: Eine Prognose nannte den 21. Dezember als Datum für das Erreichen von 7.500 Punkten, und es fehlten auch nicht jene, die 6.900 Punkte vor Neujahr sahen. Am anderen Ende behauptete eine Analyse, der Rückgang sei bereits übertrieben – „obszön“, hieß es – und ab hier sei es vernünftig, wieder Richtung neuntausend Punkte zu blicken. Zwischen dem oberen und unteren Rand der Prognosen lag eine Differenz von mehr als 2.300 Punkten.
Das heißt, niemand wusste etwas. Und wer es mit Sicherheit behauptete, log.
Santander und BBVA: Ziel unter 5 Euro
Die beiden großen Banken dominierten fast die gesamte Diskussion, mit der Besonderheit, dass beide bereits auf Niveaus notierten, die viele als kritisch ansahen. Die am meisten beachtete Langfristanalyse war eindeutig: „Sie sehen SCHLECHT aus, und das ist nichts Neues“. Die technische Lesart besagte, dass der Trend leicht zu identifizieren sei, solange er nicht gebrochen werde, und sah das Hauptszenario darin, Santander mindestens unter fünf Euro zu sehen. BBVA schnitt nicht besser ab. Veteranen warnten, dass die Manie, immer nur diese zwei Werte im Blick zu haben, daran hindere, das Problem des gesamten Sektors zu erkennen.
Ein Nuance, die damals hervorgehoben wurde: Wer den Stop-Loss beim Minimum von Santander platzierte, musste daran denken, dass dieses Minimum nach der Dividendenausschüttung nicht bei 5,15 Euro, sondern bei 5,047 lag. Ein paar Cent, die bei eng gesetzten Stops über Bleiben oder Ausstieg im schlechtesten Moment entscheiden. Die Hauptversammlung der Bank war wochenlang der wiederkehrende Witz: Manche scherzten, man solle hingehen, um einen Regenschirm geschenkt zu bekommen, um die Verluste auszugleichen.
Zentralbank-Intervention und der 'Jahresendrally'
Ende des Monats kam die Wendung. Die wichtigsten Zentralbanken der Welt kündigten eine koordinierte Intervention an, um Dollar-Liquidität bereitzustellen, und kurz zuvor war ein schwer verdaulicher Datenpunkt bekannt geworden: Die Rendite deutscher Staatsanleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr lag erstmals im negativen Bereich, bei [-0,05%]. Übersetzt: Investoren akzeptierten einen kleinen Geldverlust, um sich im als risikofrei geltenden Asset zu verstecken. Parallel dazu genehmigte der IWF eine Ansteckungspräventions-Kreditlinie, auf die Spanien bis zu 46,65 Milliarden zugreifen konnte, ein Polster, das manche als Versicherung und andere als Warnung vor Kommendem lasen.
Der Ibex feierte das Manna mit Kursgewinnen, die viele mit offenen Short-Positionen im S&P-Future bei 1.163 erwischten, und die Charts begannen, Tageshochs nacheinander zu pulverisieren. Die ausgesprochene Warnung ging in zwei Richtungen. Einerseits, dass ein großer Teil der Erholung der Jahresendrally im Schlepptau der Zentralbanken war und dass das Aufspringen auf den letzten Zug oft teuer wurde. Andererseits, dass die Widerstandsniveaus – 8.350, 8.440 – weiterhin gefährliches Terrain blieben und dass es ratsam wäre, vor einem erneuten Einstieg einen Rücksetzer abzuwarten. Für jene, die Shorts aufgebaut hatten, weil sie glaubten, dass alles unaufhaltsam fallen würde, ließ der Anstieg ihre Konten zittern.
Die Disziplin des 'Stop Loss' und der Investor, der sie ignoriert
Hier wird das Material nützlicher als jedes Handbuch. Es wurde bis zum Überdruss wiederholt, dass private Anleger nur handeln sollten, was sie verstehen, mit vorher definiertem Einstieg, Ausstieg und maximal tragfähigem Verlust. Und unmittelbar danach wurde die Sünde eingeräumt: „Ich verkaufe nichts, und so verliere ich kein Geld... und mit den Dividenden zahlen sich die Aktien in einigen Jahren selbst zurück, außerdem weiß man ja, dass man an der Börse langfristig immer gewinnt.“ Der Satz, halb im Scherz, ist das exakte Porträt davon, wie ein schlechter Einstieg unbeabsichtigt zur Anlagestrategie wird.
Die Debatte über Stops erreichte ihren Höhepunkt bei der Diskussion darüber, was zu tun sei, wenn der Fall in der Eröffnung passiert und der Markt sich dann dreht. Ein Teilnehmer fragte sich, ob ein Rückgang von 3% nicht bereits ein Fehlsignal sei und ob es Zeit wäre, loszulassen. Das Problem ist, wie immer, dass der Markt nicht ankündigt, bevor er dreht.
Die Beobachteten: DAX, S&P 500, MTS, Telefónica und Ebro
Neben dem Ibex richtete sich der Fokus auf mehrere Fronten. Im S&P 500 öffnete der Verlust der Fibonacci-61%-Retracement-Level des Impulses und der Marke von 1.130 Punkten die Tür für einen Blick auf 1.040, eine Zone, die durch mehrere Trendlinien verstärkt wurde. Der deutsche DAX bewegte sich dicht an einem Widerstand von erheblicher Schwierigkeit zwischen 6.130 und 6.180 Punkten, der nur gebrochen wurde, wenn der Markt in Euphorie-Modus schaltete. Auf dem spanischen Markt wurden konkrete Niveaus beobachtet: Bei MTS war die Zone von 11,40 mit einem zusätzlichen 4%-Rückgang erreicht worden, mit Unterstützungen bis hinab zu 11,05; bei Ebro hatte eine Gegen-Trend-Strategie 13,50 als Boden und 14,10-14,25 als optimalen Verkaufs-Punkt. Bei Telefónica wurde ein Long bei 12,87 markiert.
Auch die sehr hohe Korrelation zwischen den Indizes, dem Euro-Dollar-Kurs und dem deutschen Bund wurde diskutiert. Die beunruhigende Anomalie war, dass die Korrelation zum Bund gebrochen war: Während die deutsche Schuldverschuldung eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation zeichnete und ihre Aufwärtstrendlinie testete, hatten die Indizes eine Bestrafung erfahren, die nicht ganz passte. Etwas fügte sich nicht in die Erzählung.
Der Spiegel von Astroc: Hypothekenbelastete Häuser und geerbte Aktien
Es gab Raum, wie könnte es anders sein, für das lange Gedächtnis. Man erinnerte sich an die Astroc-Hysterie und an die Nachbarn eines Dorfes, die ihr Haus hypothekierten, um Aktien des Unternehmens zu kaufen, überzeugt davon, dass dessen Eigentümer ein Genie sei. Die Sarracena bedarf keiner Unterstreichung. Parallel dazu kursierte ein weniger dramatisches, aber ebenso beredtes Bild: Das von Aktien, die von einem verstorbenen Verwandten gekauft wurden und seit fünfzehn Jahren bei der Bank liegen, einige generieren Dividenden, andere sind zu Papierfetzen angesammelt, und einige wenige gehören zu Unternehmen, die es nicht mehr gibt. Darunter wurde Faes Pharma als Beispiel für ein Portfolio genannt, das niemand überprüft.
Der Boden des Ibex 35 bleibt angesichts all dessen eine Wette, kein Faktum. Einige werden das Jahr mit Blick auf 7.500 schließen; andere auf 8.400; und dritte werden ihre Aktien in der Schublade behalten, vertrauend darauf, dass die Dividende die Arbeit erledigt, die der Markt nicht getan hat. Zwischen der Intervention der Zentralbanken und der Ankunft der neuen Regierung, blieb irgendeine Variable übrig, die die Märkte nicht bereits eingepreist hatten?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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